Die neuen PISA Ergebnisse rücken die Leistungsfähigkeit des deutschen Bildungssystems in den Fokus. Dies lenkt den Blick auf 10 Jahre angelegte Bund Länder Initiative „Leistung macht Schule“, deren Ziel es ist, Begabungs- und Leistungsförderung systematisch in Schule und Unterricht zu verankern. Welche Konsequenzen daraus für Bildungspolitik und Schulpraxis folgen, diskutieren Bundesbildungsministerin Karin Prien, Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch für die Bildungsministerkonferenz sowie Vertreter:innen aus Wissenschaft und Schulpraxis am 14. September auf der LemaS Jahrestagung in Berlin.
Berlin, 8. September 2026. Die heute veröffentlichten Ergebnisse der PISA Studie 2025 zeigen, wie es um die Kompetenzen von 15 jährigen Schüler:innen in Deutschland bestellt ist. Die Leistungen der Jugendlichen in Deutschland liegen in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften so niedrig wie noch nie seit Beginn der PISA-Erhebungen vor 25 Jahren. Rund ein Drittel der 15-Jährigen erreicht beim Lesen und in Mathematik nicht das grundlegende Kompetenzniveau, in den Naturwissenschaften betrifft dies etwa ein Viertel. Zugleich bleibt der Bildungserfolg stark von der sozialen Herkunft abhängig, die Leistungsunterschiede zwischen sozial privilegierten und benachteiligten Jugendlichen haben sich seit 2015 vergrößert. Damit stellt sich erneut die Frage, wie Bildungsqualität und Chancengerechtigkeit nachhaltig gestärkt werden können.
Was folgt aus PISA?
Die Diskussion über Bildungsqualität darf sich nicht allein darauf konzentrieren, Defizite auszugleichen. Schulen stehen zugleich vor der Aufgabe, die Potenziale, Stärken und Talente aller Schüler:innen, unabhängig von Geschlecht, Herkunft und sozialem Status zu erkennen und gezielt zu fördern. Begabungs- und Leistungsförderung wird damit zu einem wichtigen Bestandteil chancengerechter Schulentwicklung.
Genau hier setzt die Bund Länder Initiative „Leistung macht Schule“ an. Seit 2018 arbeiten Bund, alle 16 Länder, Wissenschaft und Schulen gemeinsam daran, Begabungs- und Leistungsförderung wissenschaftlich fundiert und praxistauglich in Schule und Unterricht zu verankern. Dabei werden Breitenförderung und Spitzenförderung zusammengedacht. In der aktuellen Transferphase arbeiten mehr als 850 Schulen aller Schularten daran, erprobte Konzepte in der eigenen Schule umzusetzen und nachhaltig im Bildungssystem zu verankern.
LemaS zeigt einen konkreten Ansatz
Begabungsförderung ist keine Aufgabe für wenige ausgewählte Schülerinnen und Schüler, sondern Bestandteil einer chancengerechten Schul- und Unterrichtsentwicklung. Ergebnisse aus der wissenschaftlichen Begleitung zeigen Veränderungen in den beteiligten Schulen. Schulleitungen berichten von stärker individualisiertem Unterricht, verbesserter Diagnostik und mehr Möglichkeiten für selbstreguliertes Lernen. Mehr als zwei Drittel der befragten Schulen haben zudem strukturelle Veränderungen vorgenommen und konkrete Angebote und Maßnahmen zur Begabungsförderung eingeführt, die über die Projektlaufzeit hinaus bestehen bleiben sollen.
Prof. Dr. Gabriele Weigand: „Die PISA-Ergebnisse zeigen uns zum wiederholten Mal, dass zu viele Kinder und Jugendliche (zum Teil weit) unter ihren Möglichkeiten bleiben. Mit LemaS tragen wir die begabungs- und leistungsfördernde Schul- und Unterrichtsentwicklung weiter in die Breite des Schulsystems. Begabungsförderung unterstützt alle Kinder und Jugendliche dabei, ihre Potenziale zu entfalten und ihre Fähigkeiten verantwortlich einzubringen. Sie stärkt damit zugleich die Chancengerechtigkeit und schafft wichtige Voraussetzungen für eine stabile demokratische Gesellschaft.“
Einladung zur politischen Diskussion
Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Weiterentwicklung des Bildungssystems? Wie kann Begabungs- und Leistungsförderung zu mehr Chancengerechtigkeit beitragen? Und was braucht es, damit erfolgreiche Ansätze dauerhaft in Schulen und Bildungsstrukturen ankommen?
Darüber diskutieren am 14. September 2026 von 17:00 bis 18:00 Uhr auf der LemaS Jahrestagung an der Humboldt-Universität in Berlin Bundesbildungsministerin Karin Prien, Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch, Prof. Dr. Gabriele Weigand und Prof. Dr. Christian Fischer aus dem Forschungsverbund LemaS-Transfer sowie Schulleiter Christof Haering und Schülerin Maite Beecken. Die Podiumsdiskussion trägt den Titel „Von der Initiative zur nachhaltigen Veränderung. Wie ,Leistung macht Schule‘ die Bildungslandschaft prägt“.
Medienvertreter:innen sind herzlich zur Jahrestagung und zur Podiumsdiskussion eingeladen.
Für Akkreditierungen, Interviewanfragen und die Vermittlung von Gesprächspartner:innen aus Wissenschaft, Schulpraxis, Bildungsadministration und Politik wenden Sie sich gerne an das Team der Wissenschaftskommunikation des Forschungsverbunds LemaS-Transfer.
Ort: Humboldt Universität zu Berlin, Hauptgebäude, Hörsaal 3035, Unter den Linden 6, 10117 Berlin
Podiumsdiskussion: Montag, 14. September 2026, 17:00 bis 18:00 Uhr
Pressekontakt: kommunikation@lemas-forschung.de
Prof. Dr. Gabriele Weigand gabriele.weigand@ph-karlsruhe.de
https://lemas-forschung.de/jahrestagung/
Criteria of this press release:
Journalists
Teaching / education
transregional, national
Schools and science, Transfer of Science or Research
German

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