Großstadtregionen bestehen längst nicht nur aus einer dominierenden Kernstadt und ihrem Umland. Gerade mittelgroße Städte im Einzugsbereich der großen Kernstädte spielen dabei eine besondere Rolle. Sie sind attraktive Wohnorte, bieten Arbeitsplätze und sind Versorgungszentren. Damit sind sie eigenständige Zentren und weit mehr als nur das „Umland“ der nächsten Großstadt. Das aktuelle Update des ILS-Monitorings StadtRegionen macht diese Unterschiede jetzt besser sichtbar.
Die WebGIS-Anwendung des ILS – Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung veranschaulicht die räumliche Entwicklung der 33 größten StadtRegionen in Deutschland in langen Zeitreihen von bis zu 25 Jahren. Die Anwendung kann von allen Interessierten digital kostenlos genutzt werden.
Mit dem neuesten Update wurde die räumliche Systematik des Monitorings grundlegend weiterentwickelt. Die neue Typologie unterscheidet nun fünf Raumtypen: die 33 bevölkerungs- und beschäftigungsreichsten Kernstädte in Deutschland, deren über Erreichbarkeitsmodellierungen definiertes suburbanes Umland, weitere urbane Zentren innerhalb dieses Umlands sowie Zentren und ländliche Räume außerhalb der StadtRegionen. Ergänzt um viele neue Indikatoren ermöglicht diese Raumtypologie einen wesentlich differenzierteren Blick auf die Entwicklung der deutschen StadtRegionen.
Auch inhaltlich wurde das Monitoring erweitert. Anhand einer Reihe von neuen Indikatoren, wie Alten- und Jugendquotienten, Wanderungssalden, der Beschäftigung nach unterschiedlichen Wirtschaftszweigen und Bildungsabschlüssen sowie Siedlungs- und Grünflächen, lassen sich stadtregionale Entwicklungen nun genauer beobachten und zwischen den unterschiedlichen Raumtypen und StadtRegionen vergleichen. Die neuen Daten und Raumkategorien zeigen, dass sich die in den 2010er Jahren noch stark auf die großen Kernstädte fokussierte Konzentration der Bevölkerungsentwicklung seit 2020 etwas abgeschwächt hat. „Das Wachstum der StadtRegionen war im aktuellen Jahrzehnt deutlich ausgeglichener auf Kernstädte, Subzentren und Umland verteilt“, erläutert ILS-Wissenschaftler Dr. Bastian Heider. Gleichzeitig deuten die Entwicklungen der Mietpreise und SGB-II-Quoten an, dass sich einkommensschwächere Haushalte das Leben in den großen Kernstädten zunehmend nicht mehr leisten können. „Das Resultat ist eine Suburbanisierung von Armut mit überproportional steigenden Zahlen an SGB-II-Empfängerinnen und -Empfängern in den stadtregionalen Umlandregionen und -zentren“, so Heider.
Mit dem ILS-Monitoring StadtRegionen beobachtet das ILS die räumliche Entwicklung der 33 größten deutschen StadtRegionen über Zeitreihen von bis zu 25 Jahren. Die interaktive Webanwendung ermöglicht es, räumliche Entwicklungen über lange Zeitreihen nachzuvollziehen und Stadtregionen sowie unterschiedliche Raumtypen miteinander zu vergleichen. Das aktualisierte ILS-Monitoring StadtRegionen ist verfügbar unter: https://ils-stadtregionen.de/
Dr. Bastian Heider
bastian.heider@ils-forschung.de
0231 9051-154
Criteria of this press release:
Journalists
Construction / architecture, Geosciences, Social studies
transregional, national
Research results, Transfer of Science or Research
German

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