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11/03/2026 14:40

20 Jahre Clinical Trials Center am Universitätsspital Zürich: Gemeinsam Forschung ermöglichen

lic. phil. Martina Pletscher Unternehmenskommunikation
Universitätsspital Zürich

    Vor 20 Jahren wurde am Universitätsspital Zürich (USZ) das Clinical Trials Center (CTC) gegründet. Aus einer kleinen Einheit zur Unterstützung klinischer Studien entwickelte sich eine zentrale Forschungsinfrastruktur, die Forschende bei der Planung, Durchführung und Qualitätssicherung klinischer Studien begleitet und damit entscheidend zur Innovation in der Patientenversorgung beiträgt.

    Die Wurzeln des CTC reichen in die frühen 2000er-Jahre zurück. Damals setzten sich die Medizinische Fakultät der Universität Zürich und die Spitaldirektion des USZ gemeinsam das Ziel, die klinische Forschung am Standort Zürich nachhaltig zu stärken. Während die Grundlagenforschung an den universitären Standorten etabliert war, sollte die patientennahe klinische Forschung verstärkt am Universitätsspital stattfinden.
    2001 entstand das Zentrum für Klinische Forschung (ZKF). Es sollte die akademische und klinische Forschung fördern und koordinieren sowie den Aufbau eines Clinical Trials Center nach internationalen Vorbildern ermöglichen. Fünf Jahre später wurde das CTC gegründet. Mit einer eigenen Infrastruktur und zunächst acht Betten unterstützte es insbesondere Forschende bei der Durchführung akademischer klinischer Studien, sogenannter Investigator-Initiated Trials (IIT). Bereits damals zeigte sich ein wachsender Bedarf an professioneller Unterstützung. Klinische Forschung wurde zunehmend anspruchsvoller, regulatorische Vorgaben nahmen zu und internationale Qualitätsstandards gewannen an Bedeutung. Das CTC entwickelte sich deshalb rasch zu einem wichtigen Partner für Forschende am USZ.

    Professionalisierung der klinischen Forschung

    In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben sich Forschung und Lehre am USZ grundlegend verändert. Aus einem stark dezentralen Umfeld entstand schrittweise ein professionell unterstütztes, institutionell vernetztes und strategisch ausgerichtetes Forschungsökosystem. Die wissenschaftliche Initiative blieb dabei bewusst in den Kliniken, Instituten und Forschungsgruppen verankert.
    Parallel dazu übernahm das CTC eine immer wichtigere Rolle bei der Unterstützung der Forscherinnen und Forscher. Mit den steigenden Anforderungen an Good Clinical Practice (GCP), die Dokumentation von Studien und später mit dem Inkrafttreten des Humanforschungsgesetzes wuchs der Bedarf an Beratung, Schulung und Qualitätssicherung kontinuierlich. Aus der ursprünglichen Beratungsstelle entstand eine umfassende Forschungsinfrastruktur mit Angeboten in den Bereichen Studienplanung, regulatorische Unterstützung, Monitoring, Qualitätsmanagement, Weiterbildung und Forschungsdatenmanagement. Ein wichtiger Meilenstein war die Einführung eines professionellen Qualitätsmanagementsystems. Seit 2011 ist das CTC nach ISO 9001 zertifiziert. Damit wurden strukturierte Prozesse, klare Verantwortlichkeiten und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Dienstleistungen dauerhaft verankert.

    Forschung unter höchsten Qualitätsstandards

    Die Etablierung einheitlicher Qualitätsstandards gehört seit den Anfängen zu den Kernaufgaben des CTC. Gemeinsam mit dem ZKF trug das Zentrum wesentlich dazu bei, Standards für die klinische Forschung zu entwickeln und in den Forschungsgruppen des USZ zu etablieren. Zürich nahm dabei schweizweit eine Vorreiterrolle ein. In enger Zusammenarbeit mit der kantonalen Ethikkommission und weiteren Partnern entstanden Prozesse und Schulungsangebote, die heute selbstverständlich erscheinen, damals jedoch Pionierarbeit leisteten.
    Bis heute organisiert das CTC zertifizierte Weiterbildungen in Forschungsethik und Good Clinical Practice. Diese Qualifikationen sind für Ärztinnen und Ärzte, die in der Humanforschung tätig sind, unverzichtbar und werden von Institutionen wie Swissmedic und Swissethics vorausgesetzt. Seit Februar 2011 ist das CTC zudem eine von der FMH anerkannte Weiterbildungsstätte der Kategorie A für Pharmazeutische Medizin. Damit leistet das Zentrum einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung der nächsten Generation klinisch Forschender.

    Ausbau der Forschungsinfrastruktur

    Ein weiterer bedeutender Entwicklungsschritt erfolgte 2012 mit dem Aufbau und Betrieb einer eigenen Phase-I-Unit. Zunächst lag der Schwerpunkt auf pharmakokinetischen und pharmakodynamischen Studien sowie allergologischen Forschungsprojekten. In den folgenden Jahren wurde die Infrastruktur kontinuierlich ausgebaut und an die sich wandelnden Anforderungen der klinischen Forschung angepasst.
    Heute steht die Forschungsstation für ein breites Spektrum interventioneller Studien zur Verfügung. Auch während der COVID-19-Pandemie spielte sie eine wichtige Rolle bei der Durchführung klinischer Forschungsprojekte. Dabei wurden unter anderem eine Vielzahl an Projekten koordiniert , biologische Proben gesammelt und für weiterführende wissenschaftliche Fragestellungen in Biobanken aufbereitet.

    Vernetzt in der Schweiz und international

    Klinische Forschung lebt vom Austausch und von Zusammenarbeit. Das CTC war deshalb von Beginn an eng in nationale und internationale Netzwerke eingebunden.
    2009 entstand mit Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) die Swiss Clinical Trial Organisation (SCTO). Ziel war die Vernetzung der Schweizer Studienzentren, die Harmonisierung von Qualitätsstandards sowie die Förderung der Aus- und Weiterbildung in der klinischen Forschung. Das CTC ist Teil dieses Netzwerks und gestaltet dessen Weiterentwicklung aktiv mit. Auch international engagiert sich das CTC und war 2015 federführend bei der Gründung des International Clinical Trial Center Network (ICN), das akademische Forschungsinfrastrukturen weltweit miteinander verbindet. Bis heute befindet sich die Geschäftsstelle des Netzwerks in Zürich.

    Daten, Digitalisierung und neue Studienformen

    Mit der fortschreitenden Digitalisierung wandelten sich auch die Anforderungen an die Forschungsunterstützung. 2016 wurde deshalb das Research Data Service Center gegründet. Forschungsdaten entwickelten sich zu einer zentralen Ressource medizinischer Forschung, deren professionelle Erhebung, Verwaltung und Qualitätssicherung zunehmend über den Erfolg von Projekten entscheidet. Nach diversen prozessualen Anpassungen wurde die Abteilung in die Data Service des CTC überführt und beschäftigt sich heute mit den umfangreichen neuen Anforderungen im Bereich der Datenforschung, immer in Zusammenarbeit mit den ebenfalls etablierten Strukturen des USZ.
    Neue Ansätze, wie dezentrale Studiendesigns, Real-World Daten und der Einsatz künstlicher Intelligenz,eröffnen grosse Chancen, stellen Forschende aber auch vor neue methodische und regulatorische Herausforderungen. Das CTC hat seine Dienstleistungen laufend an diese Entwicklungen angepasst und unterstützt Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen heute bei zunehmend komplexen, international vernetzten und datenintensiven Forschungsprojekten.

    Teil einer starken Forschungslandschaft

    Mit der Gründung der Direktion Forschung und Lehre (DFL) im Jahr 2007 erhielt die Forschungsförderung am USZ zusätzlichen Schub. Die DFL schuf die Voraussetzungen für eine moderne Forschungsorganisation und stärkte Governance, Infrastruktur, Qualitätssicherung und Finanzierung. Heute ist das CTC Teil eines breit aufgestellten Forschungsökosystems. Gemeinsam mit Einrichtungen wie dem Center for Preclinical Development, dem Research Biobanking Service Center, dem Innovation & Startup Center, dem Simulationszentrum oder dem Zentrum Klinische Pflegewissenschaft unterstützt es die translationale Forschung am USZ. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse möglichst rasch in innovative Diagnostik-, Therapie- und Versorgungskonzepte für Patientinnen und Patienten zu überführen.

    Forschung für die Medizin von morgen

    Was 2006 als spezialisierte Unterstützungseinheit für akademische klinische Studien begann, ist heute eine moderne Forschungsinfrastruktur mit nationaler und internationaler Ausstrahlung. Das CTC begleitet Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen entlang des gesamten Forschungsprozesses: von der ersten Projektidee über regulatorische Fragen und Qualitätsmanagement bis hin zu Datenmanagement, Weiterbildung und spezialisierter Infrastruktur. Damit leistet das CTC seit zwei Jahrzehnten einen entscheidenden Beitrag dazu, dass innovative Forschung am Universitätsspital Zürich unter höchsten wissenschaftlichen und ethischen Standards stattfinden kann. Es verbindet Forschende, Kliniken, Universitäten und internationale Partner und schafft die Voraussetzungen, damit neue Erkenntnisse ihren Weg in die Patientenversorgung finden.
    20 Jahre CTC bedeuten 20 Jahre Engagement für exzellente klinische Forschung und für die Medizin von morgen.


    More information:

    https://www.usz.ch/fachbereich/clinical-trials-center/


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    Criteria of this press release:
    Journalists
    Medicine, Nutrition / healthcare / nursing
    transregional, national
    Miscellaneous scientific news/publications
    German


     

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