92 digitale Simulationseinheiten ermöglichen Lehre auf höchstem technischem Niveau: Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) nimmt den zweiten hochmodernen Simulationssaal für die Zahnmedizin in Betrieb. Das MHH-Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde verfügt damit jetzt über eine der modernsten Lernumgebungen für die zahnmedizinische Ausbildung in Deutschland. Das Land Niedersachsen hat mehr als 13 Millionen Euro in die Modernisierung und Digitalisierung der zahnmedizinischen Lehre an der MHH investiert.
Bevor Studierende der Zahnmedizin Patientinnen und Patienten behandeln, üben sie an Modellen. Dafür stehen in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) jetzt in zwei hochmodernen Simulationssälen insgesamt 92 digitale Simulationseinheiten bereit. Damit bietet das Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der MHH eine der modernsten Lernumgebungen für die zahnmedizinische Ausbildung in Deutschland an.
„Besonders in der Zahnmedizin gilt: Exzellente Ausbildung entsteht aus dem Zusammenspiel von wissenschaftlichem Wissen und praktischer Erfahrung. Genau dafür sind die neuen Simulationssäle der Zahn-, Mund- und Kieferklinik an der MHH da: Die Studierenden erhalten mehr Raum zum praktischen Üben, die Lehrenden moderne Bedingungen für eine hochwertige Lehre“, so Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs. „Wir als Land investieren hier mehr als 13 Millionen Euro, damit die Zahnärztinnen und Zahnärzte von morgen bestmöglich auf ihre verantwortungsvolle Aufgabe vorbereitet werden.“
Die neuen Simulationssäle wurden im laufenden Hochschulbetrieb fertiggestellt. Zum Abschluss des anderthalbjährigen Bauprojekts besuchte Minister Mohrs heute die MHH und nahm den zweiten hochmodernen Simulationssaal offiziell in Betrieb; der erste war bereits im August 2025 fertiggestellt worden. „Wir freuen uns sehr, mit der Umsetzung dieser Baumaßnahme unseren Studierenden modernste Lern- und Arbeitsbedingungen zur Verfügung stellen zu können“, erklärt MHH-Präsidentin Prof. Dr. Denise Hilfiker-Kleiner. „In den neuen Simulationssälen können die Studierenden komplexe Behandlungsschritte unter realitätsnahen Bedingungen trainieren, bevor sie Verantwortung für Patientinnen und Patienten übernehmen. Damit stärken wir nicht nur die Qualität unserer zahnmedizinischen Ausbildung, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Patientensicherheit. Zugleich zeigt diese Investition, welchen Stellenwert eine innovative und praxisnahe Lehre an der MHH hat.“
Realitätsnah üben am Phantomkopf
An den digitalen Simulationseinheiten, den sogenannten Phantomköpfen, erlernen die angehenden Zahnärztinnen und Zahnärzte alle wichtigen Fertigkeiten. Die Simulationssäle werden vorwiegend durch die Klinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und Präventive Zahnheilkunde (ZKO) sowie durch die Klinik für Prothetik und Biomedizinische Werkstoffkunde (ZPW) genutzt. „Sie bieten hervorragende Möglichkeiten für die Lehre, inklusive der Übertragung von Demonstrationen über Mikroskop und Kamera zeitgleich an alle Arbeitsplätze“, betont Prof. Dr. Nadine Schlüter, Geschäftsführende Direktorin des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde und ZKO-Direktorin. „Außerdem haben die Studierenden an besonderen Simulationseinheiten die Möglichkeit, individuelle Patientenfälle auf der Basis von intraoralen Scans als virtuelle zahnmedizinische Behandlung zu simulieren, um damit für die eigentliche Behandlung noch mehr Sicherheit zu erlangen. So können die Studierenden ressourcenschonend ein Großteil der zahnmedizinischen Maßnahmen erlernen, dazu gehören sogar sehr komplexe Behandlungen wie die Wurzelkanalbehandlung.“
Vom digitalen Scan zum fertigen Zahnersatz
„Um eine optimale Lehre zu gewährleisten, sind alle Phantomeinheiten über ein didaktisches Netzwerk miteinander verbunden. So können Bild- und Lehrinhalte aus verschiedenen Kameraperspektiven und von unterschiedlichen Computerarbeitsplätzen direkt auf die Monitore der einzelnen Einheiten übertragen werden“, erklärt Prof. Dr. Meike Stiesch, ZPW-Direktorin und Dekanin für Forschung und Transfer der MHH. „An den Phantomköpfen lernen die Studierenden, Zähne für die Versorgung mit Kronen oder Brücken zu präparieren. Anschließend erfassen sie die präparierten Zähne mithilfe von Intraoralscannern digital. Auf Grundlage dieser Daten konstruieren sie den Zahnersatz am Computer (CAD – Computer aided Design) und fertigen ihn anschließend im Fräsverfahren (CAM – Computer aided manufacturing) an. Abschließend können die Studierenden ihre selbst entworfene und gefertigte Restauration direkt am Phantomkopf einsetzen. So erlernen sie den gesamten digitalen Workflow der modernen prothetischen Zahnmedizin – von der Präparation bis zum fertigen Zahnersatz.“
Neue Studienordnung, neue Anforderungen
Der vorherige Simulationssaal oder Phantomkursraum für Studierende der Zahnmedizin wurde seit 1993 an der MHH genutzt. Zusätzlich zu dem sich aus der langen Zeit ergebenen Sanierungsbedarf wurde die Baumaßnahme dringender infolge der neuen Zahnärztlichen Approbationsordnung (ZApprO). Denn diese schreibt vor, das Studium in drei, statt bisher in zwei Abschnitten aufzuteilen. Die Folgen: mehr Unterricht in Kleingruppen, erhöhter Prüfungsaufwand durch veränderte Prüfungsformate und eine veränderte Zusammensetzung von Prüfungskommissionen sowie insbesondere veränderte Betreuungsrelationen im studentischen Unterricht mit weniger Studierenden pro Lehrenden. Daher mussten die Phantomkurssaalkapazitäten dringend erweitert werden.
Erstes großes Bauprojekt in eigener Verantwortung
„Die beteiligten Kliniken haben die Planungen als Partner des Projektteams von Beginn an sehr eng, konstruktiv und mit großem Engagement begleitet“, erklärt Architekt Lutz Jürgens, der innerhalb des Projektmanagements Hochbau der MHH die Projektleitung hatte. „Die MHH hat Anfang 2023 mit Neugründung des Geschäftsbereichs VI Baumanagement die Bauherrenverantwortung für die MHH-Liegenschaft vom Staatlichen Baumanagement Niedersachsen übernommen. Die Sanierung und Erweiterung der Phantomkurssaalkapazitäten ist die erste große Maßnahme der MHH als Bauherrin. Das Projekt wurde planmäßig innerhalb des Budgets fertig gestellt.“
Die offizielle Inbetriebnahme hat Minister Falko Mohrs wörtlich genommen und sich selbst an eine der ...
Source: Karin Kaiser/MHH
Copyright: Karin Kaiser/MHH
Criteria of this press release:
Journalists
Medicine
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Studies and teaching
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Die offizielle Inbetriebnahme hat Minister Falko Mohrs wörtlich genommen und sich selbst an eine der ...
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