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Wissenschaft
"Rückblick auf die Postmoderne: Vernunftkritik und Modernisierung am Ende des zweiten europäischen Jahrtausends"
Modernisierung und Kritik der Moderne treten heute simultan auf. Globale telekommunikative Technologisierung aller Lebensbereiche, digitalisierte Verwaltung und biogenetische Manipulation des menschlichen Körpers und schließlich die reproduktionstechnologische Auflösung naturhafter Lebenskontinuität - all das läßt die Rede vom Ende der Moderne zum Anachronismus werden. Erscheinen angesichts dieses Triumphs technologischer Rationalität nicht auch postmoderne Abgesänge auf die Vernunft anachronistisch, oder jedenfalls nicht ganz realitätsgerecht? In philosophischen Diskursen der Gegenwart wird immer deutlicher, dass die Tage der Postmoderne als philosophisches Projekt gezählt sind. Besonnene Beobachter wie Zygmunt Bauman haben darauf hingewiesen, dass die Postmoderne ohnehin nie etwas anderes war als eine "Moderne ohne Illusionen" - also eine kritische Selbtsreflexion der Moderne. Dann aber hat sie den Bereich der Moderne eigentlich nie verlassen, denn ständige kritische Selbstreflexion und die Destruktion überlieferter Gewissheiten war ja die philosophische Signatur der Moderne. Ist Modernität also weiterhin zu verstehen als nachmetaphysische Befähigung des Menschen zur autonomen Gestaltung seiner Lebensumstände mit Hilfe des technologischen Fortschritts und dessen Kontrolle durch Strategien kritischer Reflexion? Und bedeutet dies dann, daß die Grundbedingung für Modernität in der Parallelität von technischer Modernisierung und Modernekritik bestehen muß? Oder müssen solche Fragen heute ganz anders formuliert werden?
Veranstalter:
Bereiche Ästhetik (Fakultät Gestaltung) und Entwerfen und
Architekturtheorie (Fakultät Architektur)
Konzept: Dipl. Ing. Jörg H. Gleiter M.S., Dr. Gerhard Schweppenhäuser
Die Vortragenden und die Termine:
Prof. Dr. Wolfgang Fritz Haug (FU Berlin)
2. 12. 99, 20.00 Uhr
"Zum Verhältnis von Fiktion und Realität"
Dr. Fiona Hughes (Essex)
2. 12. 99, 18.00 Uhr
"Nietzsche und die Konstruktion der Werte".
Prof. Dr. Gerhard Gamm (TU Darmstadt)
16. 12. 99, 18.00 Uhr "Anthropomorphia inversa". Über die Medialisierung
von Mensch und Technik
Prof. Dr. Christoph Menke (Universität Potsdam)
16. 12. 99, 20.00 Uhr
"Genealogie und Kritik. Moralbefragung bei Nietzsche und Adorno"
Prof. Dr. Wolfram Hogrebe (Universität Bonn; Präsident der Allgemeinen
Deutschen Gesellschaft für Philosophie)
27. 1. 00, 20.00 Uhr
"Mimik und Mimesis. Bildprobleme der Moderne"
Stefan Günzel (Universität Jena)
28. 1. 00, 10.00 Uhr
"Nietzsches Schreibmaschine"
Prof. Dr. Rodrigo Duarte (Universität Belo Horizonte, Brasilien)
28. 1. 00, 11.30 Uhr
[Zur Medienphilosophie von Vilém Flusser]
Dr. Gerhard Schweppenhäuser
Bauhaus-Universität Weimar
Fakultät Gestaltung
D-99421 Weimar
Tel.: 03643/553300, Fax: 03643/583302
e-mail. gerhard.schweppenhaeuser@gestaltung.uni-weimar.de
Criteria of this press release:
Construction / architecture, Philosophy / ethics, Religion
transregional, national
Miscellaneous scientific news/publications
German
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