idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
03/01/2007 13:50

Technik der Fachhochschule Köln erleichtert bei Operation den Blick ins Körperinnere

Petra Schmidt-Bentum Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fachhochschule Köln

    Bildverarbeitung für die Endoskopie auf der internationalen Konferenz "BVM 2007"

    Auf der internationalen Konferenz "Bildverarbeitung für die Medizin (BVM) 2007", die vom 25. bis 27. März 2007 in München stattfindet, stellt das Institut für Informatik der Fachhochschule Köln aktuelle Entwicklungsarbeiten vor. Das Team um Prof. Dr. Wolfgang Konen vom Campus Gummersbach der FH Köln präsentiert dort erste Ergebnisse des Forschungsprojekts "3D-ENDO", das in Kooperation mit der Uniklinik für Neurochirurgie der Ruhr-Universität Bochum durchgeführt wird.

    Die neu entwickelte Technik hilft den Neurochirurgen bei der Operation den Überblick zu behalten: In der Endoskopie, insbesondere der Neuroendoskopie, sieht der Operateur durch das Endoskop nur einen begrenzten Ausschnitt des Operationsfeldes ("Scheuklappeneffekt"). Das Endoskop ist ein langer, dünner Stab mit einer Mini-Videokamera am Ende. Die vordere Spitze wird bei der Operation ins Gehirn eingeführt. Ziel des Projektes ist es, ein automatisiertes Bildmosaik (Überblicksbild, engl. image mosaic) aus dem Live-Videodatenstrom zu erstellen. Mit einem solchen Überblicksbild hat der Operateur eine bessere Übersicht: Er kann sehen, was sich rechts und links vom aktuellen Endoskop-Ausschnitt befindet und so seine Navigation verbessern. Das anspruchsvolle Fernziel ist eine Applikation, die in Echtzeit, absturzsicher und vollautomatisch im klinischen Operationssaal läuft. Das bedeutet beispielsweise, dass der Computer mindestens fünf Bilder pro Sekunde verarbeiten muss, damit er mit den Endoskopbewegungen des Operateurs mithalten kann.

    Ein erster Schritt auf diesem Weg ist nun getan. Aufbauend auf der Masterarbeit von M.Sc. Dipl.-Inform. Beate Breiderhoff entwickelte das Team weitergehende Verfahren, die automatisch, sicher und zügig mehrere Bilder zu einem Mosaik (Übersichtsbild) zusammensetzen. "Es hat mich positiv überrascht, wie gut das Verfahren mit den doch recht strukturschwachen Endoskopbildern zurechtkommt", erläutert Projektleiter Dr. Konen. "Allerdings sind noch weitere Schritte zu gehen, damit das Verfahren robust mit Bilddaten aller Art arbeitet, hinreichend schnell wird und alle ergonomischen Anforderungen erfüllt, die für einen reibungslosen Betrieb im Operationsschritt erforderlich sind." Zurzeit wird in Diplom-, Bachelor- und Master-Arbeiten an diesen Schritten gearbeitet.

    Für die Neurochirurgen zeigen die ersten Ergebnisse bereits viel Potenzial, wie Privatdozent Dr. Martin Scholz, geschäftsführender Oberarzt an der Neurochirurgischen Klinik der Ruhr-Universität Bochum, feststellt: "Das Farbbild ist doch sehr beeindruckend und gibt im Vergleich zum Schwarz-Weiß-Bild der ersten Version dieser neuen Technik deutlich mehr Informationen, die einem bei der Orientierung helfen können. Dies gilt insbesondere bei der Navigation durch krankheitsbedingt veränderte Anatomie, bei der man quasi immer nach irgendwelchen Landmarken (d. h. bekannten Körper-Strukturen) Ausschau hält, um sich zu orientieren."

    Das Ziel der Kooperation geht weit darüber hinaus: Das "3D" im Projektnamen "3D-ENDO" steht für dreidimensionale Vermessung und Navigation in der Endoskopie. Mit einem nunmehr patentierten Verfahren (Patentinhaber sind Konen und Scholz) kann eine Landmarke im Blickfeld des Endoskops dreidimensional vermessen werden. Der Operateur erhält so wichtige Informationen über Größe, Lage und Entfernung von anatomischen Strukturen des Gehirns. Vielfältige Einsatzmöglichkeiten, bis hin zur virtuellen Trainingsumgebung für die chirurgische Facharztausbildung, sind denkbar. Hierfür werden zurzeit Fördermittel beantragt.

    Fotos können über www.presse.fh-koeln.de abgerufen werden.

    Weitere Informationen
    Fachhochschule Köln, Campus Gummersbach
    Institut für Informatik
    Prof. Dr. Wolfgang Konen
    E-Mail: wolfgang.konen@fh-koeln.de

    M.Sc. Dipl.-Inform. Beate Breiderhoff
    E-Mail: breider@gm.fh-koeln.de


    More information:

    http://www.gm.fh-koeln.de/~konen/Diplom+Projekte/FProjekt-BV-3D-Endo.htm


    Images

    Endoskop
    Endoskop
    FH Köln, Institut für Informatik
    None

    Beate Breiderhoff, Prof. Dr. Wolfgang Konen
    Beate Breiderhoff, Prof. Dr. Wolfgang Konen
    FH Köln, Institut für Informatik
    None


    Criteria of this press release:
    Medicine, Nutrition / healthcare / nursing
    transregional, national
    Research projects
    German


     

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).