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Wissenschaft
Nr. 370
Subjektiver Blick der RUB-Studierenden
Dichteste und wichtigste Theaterregion im Überblick
Einen subjektiven Blick auf die dichteste und wichtigste Theaterregion Deutschlands werfen Studierende und Forscher des Theaterwissenschaftlichen Instituts der Ruhr-Universität Bochum in der ersten Ausgabe von "Schauplatz Ruhr". Dieses Jahrbuchs zum Theater im Ruhrgebiet (Herausgeber: Theaterwissenschaftliches Institut der RUB, Ulrike Haß und Nikolaus Müller-Schöll) ist jetzt, gefördert von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung im Verlag Theater der Zeit erschienen. Mit ihren über 200 Bühnen und noch mehr jährlichen Premieren sowie über drei Mio. Zuschauern brauche sich die Region auch drei Jahre vor ihrer "Amtszeit" als Kulturhauptstadt nicht zu verstecken, so die Erfahrung der Macher. Im Buch geht es um die Höhepunkte der Saison, aber auch um unkonventionelle neue Ideen und Projekte sowie eigene Erfahrungen der jungen Generation. So berichtet ein 20-jähriger Student über seinen Kampf um einen Platz in einer Schauspielschule.
Von wegen schlechte Luft
Ein dichtes Verkehrsnetz verbindet 5,3 Millionen Menschen, die im Ruhrgebiet in 53 eigenständigen Städten leben. Verdichtung herrscht auch in der Theaterszene: Nirgendwo sonst werden so viele Theater auf so engem Raum mit öffentlichen Geldern gefördert, gibt es so viele neue Theaterproduktionen pro Jahr und eine solche Häufung überregional und international ausgerichteter Festivals. Zu Recht kann sich der "Schauplatz Ruhr" schon heute als eines der lebendigsten Theaterzentren Europas bezeichnen. Aber: So wird der "Schauplatz Ruhr" jenseits von Rhein und Ruhr nicht wahrgenommen. Das Ruhrgebiet steht dort noch immer für schrumpfende Großstädte im postindustriellen Strukturwandel und schlechte Luft. Das Bewusstsein, dass die Aalto Oper in Essen nicht weiter von Bochum entfernt ist als die Komische Oper vom Deutschen Theater in Berlin, hat sich noch nicht durchgesetzt. "Insofern geht es uns nicht nur um eine Verbindung nach außen, sondern auch um eine Verbindung in dieser Region", bringen die Herausgeber des Bandes ihre Vision auf den Punkt.
Von der RuhrTriennale bis zum Figurentheater
Dokumentiert, analysiert und kritisch betrachtet werden Theaterereignisse an Schauspielhäusern im Revier (einschließlich Düsseldorf und Moers) sowie darüber hinaus Projekte und Inszenierungen des Freien Theaters und des Figurentheaters. Gleichzeitig informiert Schauplatz Ruhr über die RuhrTriennale sowie die Mülheimer Theatertage und berichtet über ausgewählte Produktionen der Opern und des Tanztheaters in Essen, Dortmund und Gelsenkirchen. Daneben schafft das Jahrbuch mit Interviews, Kommentaren und Gastbeiträgen Raum für die kulturpolitische und dramaturgische Reflexion der hiesigen Szene.
Die Jungen kommen zu Wort
Nicht die beworbenen Highlights, sondern eine subjektive Bilanz, die gefühlten Höhepunkte der Theatersaison stehen in dem Buch im Mittelpunkt. "Die Auswahl der besprochenen Inszenierungen und Ereignisse räumt den Wahrnehmungen und Einschätzungen einer jüngeren Generation Platz ein, die anders gewichtet und wertet als die arrivierte Kritik", so Haß und Müller-Schöll in ihrem Vorwort. Und mit "Schauplatz Ruhr" wollen sie die Theaterlandschaft der Region nicht nur abbilden, sondern auch in ihre Werkstätten schauen, Impulse geben und das Nachdenken über ihre Zukunft anregen. Ein Band der Reihe soll von nun an in jedem Dezember erscheinen.
Titelaufnahme
SchauplatzRuhr. Jahrbuch zum Theater im Ruhrgebiet 2007 | Fluchtpunkte. Hg. von Ulrike Haß und Nikolaus Müller-Schöll, 112 Seiten, EUR 8, Theater der Zeit 2007, ISBN 978-3-940737-00-7
Weitere Informationen
Prof. Dr. Ulrike Hass, Theaterwissenschaftliches Institut der Ruhr-Universität Bochum, Tel. 0234/32-26701/-28164, E-Mail: ulrike.hass@rub.de
Criteria of this press release:
Art / design, Music / theatre
transregional, national
Scientific Publications
German

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