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02/06/2008 14:24

Manuskriptkulturen in Asien und Afrika

Viola Griehl Pressestelle
Universität Hamburg

    Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert Forschergruppe an der Universität Hamburg mit 1 Million Euro

    Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat das interdisziplinäre Forschungsprojekt "Manuskript-Kulturen in Asien und Afrika" bewilligt. Unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Friedrich (Sinologie) und Prof. Dr. Jörg B. Quenzer (Japanologie) werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Asien-Afrika-Institut und aus der Informatik den vielfältigen Wechselwirkungen zwischen dem Medium der Handschrift und den einzelnen Kulturen in Asien und Afrika nachgehen.

    An der Forschergruppe sind 6 Professorinnen und Professoren beteiligt. Über ein weltweites Netz sind darüber hinaus Fachwissenschaftler aus den jeweiligen Regionen und von anderen Forschungseinrichtungen eingebunden. Die Bewilligung der DFG gilt zunächst für drei Jahre und umfasst ein Fördervolumen von rund 1 Million Euro, bestimmt für 9 wissenschaftliche Stellen sowie internationale Fellows, für Reisen, Tagungen und Publikationen. Das Projekt wird wesentlich dazu beitragen, die Manuskriptforschung auch langfristig zu einem Forschungsschwerpunkt an der Universität Hamburg auszubauen.

    Die neun Teilprojekte der Forschergruppe decken eine große geographische Breite ab: Analysiert werden sollen Manuskripte aus Japan, China, Tibet, Nord- und Südindien, dem Iran, dem arabischen Kulturkreis und Äthiopien, sie stammen aus dem Zeitraum vom 5. bis zum 20. Jahrhundert. Ein Teilprojekt ist am Fachbereich Informatik verortet und beschäftigt sich mit Bildanalysemethoden, die es erlauben, sowohl kleinste Zeichenvarianten objektiv zu erfassen, als auch sehr große Mengen von Materialien automatisiert zu analysieren.

    Es wird vermutet, dass aus den Kulturen Asiens und Afrikas gegenwärtig mehr als 10 Millionen Manuskripte erhalten sind. Dieses Material ist bisher kaum erforscht. Fragestellungen der Forschergruppe sind u. a.: "Welche unterschiedlichen Produktionsformen haben Handschriften?" oder "Welche Rolle hat die Handschrift im Verhältnis zum Druck?" Als Ergebnis der gemeinsamen Arbeit wird eine mehrbändige "Encyclopedia of Manuscript Cultures" entstehen, die den Forschungsstand bündeln und allgemein zugänglich machen soll.

    Die Bewilligung stellt zugleich eine Anerkennung für die langjährigen Arbeiten auf diesem Forschungsgebiet und die bundesweit einzigartige Fächervielfalt der Asien-Afrika-Wissenschaften an der Universität Hamburg dar. Seit über 20 Jahren werden hier in verschiedenen Projekten Handschriften erforscht. Besonders bekannt ist das weltweit einzigartige "Nepal-Projekt", das fast 200.000 Manuskripte als Mikrofilme archivieren und damit vor dem Verlust retten konnte.

    Weitere Informationen unter:

    http://www.manuscript-cultures.uni-hamburg.de

    Weitere Links:

    Asien-Afrika-Institut: http://www.aai.uni-hamburg.de

    Department Informatik: http://kogs-www.informatik.uni-hamburg.de

    Für Rückfragen:

    Prof. Dr. Michael Friedrich
    Universität Hamburg, Asien-Afrika-Institut
    Tel.: (040) 428 38-48 78
    E-Mail: michael.friedrich@uni-hamburg.de

    Prof. Dr. Jörg B. Quenzer
    Universität Hamburg, Asien-Afrika-Institut
    Tel.: (040) 428 38-26 70
    E-Mail: joerg.quenzer@uni-hamburg.de


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    Criteria of this press release:
    History / archaeology, Information technology, Language / literature, Media and communication sciences, Social studies
    transregional, national
    Research projects
    German


     

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