idw - Informationsdienst
Wissenschaft
Heute wurde am Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der
Universität Tübingen zum zehnten Mal der Tübinger Förderpreis für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie verliehen. Preisträger für 2008 ist Dr. Charles P. Egeland, der an der Wisconsin Historical Society in Madison tätig ist. Der Preis, der von der Firma ratiopharm gestiftet wird, ist mit 5.000 Euro dotiert und damit der höchstdotierte jährlich verliehene Preis dieser Art für Archäologen.
Charles P. Egeland erhält den Preis für seine 2007 an der Indiana University, Bloomington abgelegte Dissertation. Er untersucht darin sechs archäologische Fundstellen der berühmten Olduvai-Schlucht in Tanzania. Er wendet dabei einen völlig neuartigen Untersuchungsansatz an, der bei bisherigen Forschungen noch nicht zum Tragen kam. Sein Ziel ist es aufzuzeigen, inwieweit der Mensch an der Bildung der Fundstellen beteiligt war und wie sich seine Strategien zur Nahrungsbeschaffung in Konkurrenz zu großen Fleischfressern entwickelt haben. Grundlage für Egelands Arbeit sind die Überreste von Tierknochen an den Fundstellen, die er hinsichtlich des Spektrums der Beutetiere, der Bruchmuster, Biss-, Schnitt- und Verdauungsspuren untersucht. So kann er den Einfluss von Großkatzen und Hyänen auf die Fundanhäufung rekonstruieren und diese mit menschlichen Aktivitäten vergleichen. Aus der frühen Phase zwischen 1,9 und 1,7 Millionen Jahren sind vor allem Fressplätze von Großkatzen überliefert mit wenig menschlicher Konkurrenz. Die Hinweise auf ein Vertreiben der Jäger von der Beute und eine weitere Zerlegung der Kadaver durch Menschen sind gering. In der späteren Phase bis 1,2 Millionen Jahre lassen sich Verhaltensänderungen feststellen. Menschen brachten zunehmend Teile von Tieren zu den Lagerstellen und zerlegten sie dort weiter. Hyänen waren dabei die Hauptrivalen, die den Menschen die Beute streitig machten. Die Untersuchung feiner Zerlegungsmerkmale an Knochen durch Charles Egeland erlaubt einen tiefen Einblick in die Entwicklung des Verhaltens früher Menschen und ihrer Rolle in der ostafrikanischen Umwelt.
Ansprechpartner:
Prof. Nicholas J. Conard PhD, Ältere Urgeschichte
Tel 07071-2972416
Fax 07071-295714
nicholas.conard@uni-tuebingen.de
Criteria of this press release:
Biology, Environment / ecology, Geosciences, History / archaeology, Information technology, Medicine, Nutrition / healthcare / nursing, Oceanology / climate
transregional, national
Personnel announcements, Research results
German

You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.
You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).
Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.
You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).
If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).