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Wissenschaft
Auf die neueste Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS) zum Studienabbruch von Bachelor-Studierenden, die der Wochenzeitung "Die Zeit" bereits vorliegt, reagiert das Deutsche Studentenwerk (DSW) mit gemischen Gefühlen. DSW-Präsident Prof. Dr. Rolf Dobischat würdigt die geringeren Abbruchzahlen in den Geistes- und Sozialwissenschaften, sorgt sich aber um die hohen Abbruchquoten bei den FH-Ingenieurwissenschaften.
Mit der Forderung, über eine bessere Studienfinanzierung und einen Ausbau der sozialen Infrastruktur gegenzusteuern, reagiert das Deutsche Studentenwerk (DSW) auf die jüngste Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS), wonach insbesondere in ingenieurwissenschaftlichen Bachelor-Studiengängen an Fachhochschulen die Studienabbruchquote überdurchschnittlich hoch ist. Die Wochenzeitung "Die Zeit" berichtet in ihrer morgigen Ausgabe darüber. DSW-Präsident Prof. Dr. Rolf Dobischat erklärte: "Man muss die bereits bekannten Ergebnisse der HIS-Studie nach einzelnen Fächergruppen differenzieren. Sichtbaren Erfolgen, etwa bei den Sozial- und Geisteswissenschaften, stehen Besorgnis erregend hohe Abbruchquoten bei den FH-Ingenieurwissenschaften gegenüber." Gerade in diesen Studiengängen sei der Anteil Studierender aus hochschulfernen, einkommensschwächeren Familien vergleichsweise hoch, erläutert Dobischat. "Hier muss offenbar auch über eine vernünftige Studienfinanzierung und einen Ausbau der sozialen Infrastruktur gegengesteuert werden", sagte Dobischat.
Dobischat erinnert daran, dass die zeitlich verdichteten Bachelor-Studiengänge und die hohen Präsenzzeiten den Studierenden kaum mehr Flexibilität erlaubten. "Zwei Drittel der Studierenden jobben neben dem Studium, für 40% ist die Studienfinanzierung nicht gesichert, und Studiengebühren schlagen zusätzlich zu Buche." Schon heute hätten die Studierenden im Bundesdurchschnitt eine 41-Stunden-Woche, erläuterte Dobischat; 34 Stunden wenden sie für das Studium auf, 7 Stunden für den Nebenjob. "Das ist für viele Studierende ein schwieriger zeitlicher Spagat, und in einem Bachelor-Studium wird er noch schwieriger."
Die Curricula müssten in den Bachelor-Studiengängen müssten auf die soziale Situation der Studierenden Rücksicht nehmen und dürfen nicht überfrachtet werden, forderte Dobischat. "Die Bachelor-Studiengänge müssen auch für Studierende tatsächlich studierbar sein, die zur Finanzierung ihres Lebensunterhalts jobben müssen." Auch müssten die Bachelor-Studierenden von Anfang intensiv beraten werden, wie sie mit den permanenten Leistungskontrollen und examensrelevanten Prüfungen am besten umgehen können. "Bachelor heißt auch bessere, intensivere Betreuung und Beratung; man darf die Studierenden mit den teilweise riesigen Stoffmengen nicht alleine lassen", sagt Dobischat.
Criteria of this press release:
interdisciplinary
transregional, national
Science policy, Studies and teaching
German

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