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04/09/2008 23:15

HfWU stellt Genversuche ein

Gerhard Schmuecker Marketing & Internationale Beziehungen
Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen

    NÜRTINGEN. (pm) Die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) stellt ihre Genversuche ein. Professor Dr. Andreas Schier, der wissenschaftliche Leiter des Projektes, kommt der dringenden Empfehlung der Hochschulleitung und des Hochschulrates nach, das Forschungsprojekt mit gentechnisch veränderten Maispflanzen einzustellen.

    Die kritische und differenzierte Haltung der Hochschulleitung gegenüber dem Projekt ist bekannt. Der Rektor der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt, Professor Dr. Werner Ziegler, macht keinen Hehl daraus, dass der wachsende öffentliche Druck und die Feldbesetzung auf dem Lehr- und Versuchsbetrieb Tachenhausen die nun gefasste Entscheidung beschleunigt habe. Nach wie vor gilt für die Hochschulleitung allerdings das uneingeschränkte Prinzip der Freiheit der Forschung und Lehre. Daran habe sich nichts geändert. Ein Ende des Projektes war daher nur mit der Zustimmung des beteiligten Wissenschaftlers möglich.

    Der Projektleiter Professor Dr. Andreas Schier beugt sich dem auf ihn ausgeübten Druck "Es gibt für mich keinerlei fachlichen oder wissenschaftlichen Gründe, die mich zum Rückzug bewogen haben, aber ich gebe dem Druck der Hochschulleitung und des Hochschulrates nach." Ihm liege, so Schier, der Hochschulfrieden am Herzen. Hinzu kommen persönliche Anfeindungen, die vermehrt auch sein Privatleben und seine Familie beträfen. Diesen Druck könne er auch seinem persönlichen Umfeld nicht länger zumuten. Für den Forschungsstandort Deutschland sei diese Entscheidung allerdings ein weiterer Schlag.

    Rektor Dr. Ziegler betonte in einem Pressegespräch, dass er immer Verständnis für die Proteste gegen die Gentechnikprojekte gehabt habe. Gleichwohl seien Feldbesetzungen keine legalen Mittel der Auseinandersetzung. Forschung setze generell einen hohen Freiheitsgrad voraus. Selbstverständlich könne und solle man über die Forschungsarbeit unterschiedlicher Meinung sein. Forschung und Wissenschaft lebten vom Disput. Dies ist an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt nicht anders. Die Tatsache, dass auch an der HfWU unterschiedliche Meinungen zur Genforschung geäußert werden, sei exakt dieses, was man von einer Hochschule erwarten müsse.

    Wissenschaftler suchten nach Erkenntnis. Nicht selten stießen sie dabei auf Kritik oder Ablehnung. Die Freiheit der Forschung ist die Grundlage für jede Forschungsarbeit. Die HfWU trage dieses Prinzip in der Tat wie eine Monstranz vor sich her, verstecke sich allerdings nicht dahinter. "Die Hochschulleitung ist verpflichtet, diese Formel durchzusetzen, sie gehört zum Selbstverständnis der Hochschule und gilt für alle hier lehrenden Wissenschaftler". Ein direkter Eingriff der Hochschulleitung ist nur dann möglich, wenn die Forschungsarbeiten gegen geltende gesetzliche Regelungen verstoßen. Dies ist hier nicht der Fall.


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    Criteria of this press release:
    Zoology / agricultural and forest sciences
    transregional, national
    Research projects
    German


     

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