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Wissenschaft
Auge, Ohr, Nase, Zunge - was haben die Sinnessysteme gemeinsam?
Forscherwelten des Sehens, Hörens, Riechens und Schmeckens kommen erstmals zusammen.
Leopoldina Symposium "Molecular Medicine of Sensory Systems" vom 18. - 20.5. in Tübingen
Was hat eine Haarzelle aus dem Ohr mit einer Sinneszelle im Auge oder auf der Zunge gemeinsam? Gibt es auf molekularer Ebene vergleichbare Prozesse bei der altersbedingt auftretenden Schwerhörigkeit, dem nachlassenden Sehvermögen und vermindertem Geschmacksempfinden? Welche aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse aus der Behandlung Blinder könnten auch Tauben zu Gute kommen? Wo können sich Forschungsergebnisse und -vorhaben von sensorischen Sinnessystemen ergänzen? Weit über 100 Wissenschaftler aus allen vier Forscherwelten des Sehens, Hörens, Riechens und Schmeckens werden erstmals auf Einladung der Leopoldina am Tübinger Universitätsklinikum erwartet, um ihre Ergebnisse vorzustellen und über gemeinsame Forschungsansätze zu diskutieren.
Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina ist die älteste ununterbrochen existierende natur-wissenschaftlich-medizinische Akademie der Welt mit einer 355-jährigen Tradition und mit mehr als 1250 Mitgliedern. Tagungsort der internationalen Konferenz ist das Universitätsklinikum Tübingen, das mit seinen Forschungsgruppen der HNO- und Augenklinik einen europaweit einzigartigen Standort auf dem Gebiet der Erforschung neurosensorischer Sinnessysteme darstellt.
Zum Abschluss der Tagung laden wir zu einer Pressekonferenz
am Donnerstag, 20. Mai, 13 - 14 Uhr
Universitätsklinikum Tübingen, Kliniken Berg, Konferenzzentrum,
Otfried-Müller-Straße 6, Gebäudenummer 520, 1. OG, Raum 1
herzlich ein. Prof. Hans-Peter Zenner, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde und Prof. Dr. Eberhart Zrenner, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Augenklinik, beide Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, sowie ein Vertreter der Akademie Leopoldina werden Ihnen bei dem Pressegespräch die Ergebnisse der Tagung vorstellen. Prof. Marlies Knipper, Leiterin der Neurobiologischen Hörforschung am Tübinger Uniklinikum wird darüber hinaus den therapeutischen Nutzen der interdisziplinären Zusammenarbeit an Patientenfallbeispielen vorstellen.
Im Anhang finden sie eine Kurzbeschreibung der international renommierten Wissenschaftler, die auf der Leopoldina Tagung Key-Lectures
halten:
Der Physiker Prof. Jonathan Ashmore ist einer der führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Innenohrforschung. Seine Karriere begann jedoch mit Promotion und erster Post-Doktorandenzeit in der Sehforschung. Er kann damit als Experte in Auge und Ohr angesehen werden. Heute untersucht er die Funktion der Haarsinneszellen des Innenohrs, wobei sein Video tanzender äußerer Haarzellen zur Musik von "Rock around the clock" (http://www.physiol.ucl.ac.uk/ashmore/) legendär ist. Prof. Ashmore ist am University College of London tätig und hat dort vor kurzem ein Institut für Hörforschung - The Ear Institute- aufgebaut.
Prof. Heller ist Associate Professor of Otolaryngology - Head & Neck Surgery und Associate Professor of Molecular & Cellular Physiology in Stanford, USA. Heller und sein Team haben im Jahr 2002, damals noch in Havard, erstmals Stammzellen im Innenohr nachgewiesen. Im Labor von Dr. Heller wird an den Grundlagen gearbeitet, fehlende Zellen im Innenohr durch eine Therapie mit Stammzellen zu ersetzen um damit eine Hörverbesserung zu ermöglichen.
Frau Prof. Charlotte Reme (Universitätsspital Zürich) ist eine international herausragende Expertin im Bereich der Netzhaut, die in ihrem Labor wichtige Mechanismen des Zelltodes in der Retina erforscht hat und für ihre Arbeiten zahlreiche Auszeichnungen erhalten hat.
Prof. Jose Sahel leitet das Institute de la vision in Paris und hat sich große Verdienste um die Erforschung degenerativer Prozesse der Netzhaut und der Entwicklung neuartiger Therapieverfahren erworben. Er leitet zusammen mit Prof. Eberhard Zrenner aus Tübingen als Ko-Koordinator ein großes Europäisches Verbundvorhaben mit 23 Gruppen zur Erforschung der Netzhautdegeneration.
Prof. Dr. Noam Sobel vom Weizmann Institute of Science in Rehovot, Israel, ist einer der weltweit führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Olfaktionsforschung. Er befasst sich mit den neurobiologischen Mechanismen der Verarbeitung von Duftstoff-Reizen und geht der Frage nach, wie chemische Sinneseindrücke die Gesundheit und das Verhalten des Menschen beeinflussen.
Prof. Dr. Anna Menini forscht an der International School for Advanced Studies, SISSA, Triest, Italien. Sie ist eine der führenden Forscherinnen auf dem Gebiet der Primärprozesse in Sinneszellen. Ihr besonderes Augenmerk gilt den Mechanismen der Signalumwandlung und der Adaptation in Seh- und Riechzellen.
Prof. Dr. Wolfgang Meyerhof vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIFE), Potsdam-Rehbrücke, ist führender Experte auf dem Gebiet der Geschmacksforschung. Er befasst sich mit den Grundlagen des Geschmackssinns und untersucht die Wechselwirkungen von Geschmacksstoffen mit den chemosensorischen Zellen auf der menschlichen Zunge.
Professor Mats Ulfendahl vom Karolinska-Institutet in Stockholm gehört zu den herausragenden Forscherpersönlichkeiten auf dem Gebiet der Hörforschung. Sein Spezialgebiet ist die Beschreibung der Nanomechanik des Innenohres mit außerordentlich originellen Methoden, die wichtige Beiträge zum Verständnis der Funktionsweise des Innenohres insbesondere auf dem Gebiet der Frequenzselektivität geleistet haben. Ein weiteres wichtiges Arbeitsgebiet ist die molekulare Beschreibung pathophysiologischer Prozesse, wie etwa der Lärmschwerhörigkeit oder der Ototoxizität als auch Untersuchungen zu Stammzellen zur Regeneration im Innenohrbereich.
Gerne vermitteln wir Ihnen zur Tagung einen entsprechenden Interviewpartner.
Ansprechpartner für Wissenschaftsjouranlisten:
Universitätsklinikum Tübingen
Prof. Dr. Hans-Peter Zenner
Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Elfriede-Aulhorn-Str. 5, 72076 Tübingen
Tel. 07071/29-8 80 01, Fax 07071/29-56 74
zenner@uni-tuebingen.de
Universitätsklinikum Tübingen
Prof. Marlies Knipper
Molekulare neurobiologische Hörforschung
Tel. 07071/29-8 82 44, Fax 07071/29-49 50
marlies.knipper@uni-tuebingen.de
http://thrc.hno.medizin.uni-tuebingen.de/Leopoldina/Program/ - Tagungsprogramm
Universitäts-HNO-Klinik Tübingen
Source: UKT
Criteria of this press release:
Medicine, Nutrition / healthcare / nursing
transregional, national
Miscellaneous scientific news/publications, Research results, Scientific conferences
German

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