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Welches Verfahren ist das Beste für meine Hochschule: Programm-, Cluster-, Systemakkreditierung oder Quality Audit? Mit dieser Frage beschäftigten sich 160 Teilnehmer/innen beim CHE Forum in Kassel.
Seit März 2008 können die deutschen Universitäten und Fachhochschulen zwischen verschiedenen Angeboten zur externen Prüfung ihrer Lehr- und Lernqualität wählen. Je nach Größe und fachlicher Ausrichtung der Institution sowie Entwicklungsstand des hochschulinternen Qualitätsmanagementsystems (QM-System) sind unterschiedliche Wege sinnvoll. Um die Orientierung zu erleichtern, analysierten Vertreter/innen von Akkreditierungsrat, Agenturen und CHE das Kosten-Nutzen-Verhältnis der einzelnen Verfahren. Zudem wurden erste praktische Erfahrungen mit Begutachtungen von QM-Systemen in Deutschland und der Schweiz vorgestellt.
Die Systemakkreditierung ist mit hohen Anforderungen verbunden und geht in Stufen vor sich. So muss die jeweilige Hochschule in einer Vorprüfung nachweisen, dass sie die Qualität von Lehre und Studium mit Hilfe eines QM-Systems wirksam steuert. Schafft sie diese Hürde, kann sie sich dem eigentlichen Zertifizierungsverfahren stellen. Fällt auch dieses positiv aus, erhält die Hochschule für zunächst sechs Jahre das Gütesiegel, wobei sie sich allerdings nach drei Jahren einer Zwischenprüfung unterziehen muss. Was die Kosten dieses aufwendigen Verfahrens anbelangt, halten sich die Agenturen noch bedeckt. .Klar ist jedoch, dass Hochschulen, die kein nachweislich funktionierendes QM-System für Lehre und Studium besitzen, erhebliche finanzielle, personelle und zeitliche Ressourcen für dessen Aufbau aufbringen müssen. Im Gegenzug verspricht diese Investition jedoch einen nachhaltigen und langfristigen Qualitätsgewinn, so die Meinung etlicher Teilnehmer/innen.
Hochschulen, die sich zunächst ein Bild über den Reifegrad ihres QM-Systems machen wollen, bevor sie eine "Systemakkreditierung" in Erwägung ziehen, können auf die Methode des Quality Audits zurückgreifen. Darunter ist ein institutionelles Evaluationsverfahren zu verstehen, welches in anderen euroäischen Ländern wie z.B. der Schweiz bereits seit längerer Zeit angewandt wird. In Deutschland wurde es im Jahr 2007 im Rahmen eines (gebührenfreien) Pilotprojekts erstmals erprobt. Beteiligt war u. a. die Fachhochschule Braunschweig-Wolfenbüttel. Deren Vizepräsident Manfred Hamann bewertete das externe Feedback zum QM-System seiner FH als hilfreich. Insofern hätten sich die hochschulinternen Arbeitskosten von circa 55.000 Euro gelohnt. Die Agentur-Gebühren für Quality Audits werden voraussichtlich um die 40.000 Euro betragen, so Rainer Künzel, Leiter der Agentur ZEvA, Attraktivität gewinnt dieses Verfahren durch seine Anerkennung als Vorprüfung für die Systemakkreditierung, erklärte Reinhold Grimm, Vorsitzender des Akkreditierungsrates.
Erstaunlich positiv wurde die Programm- und Clusterakkreditierung bewertet. Zwar seien durch die Programmakkreditierung laut einer CHE-Studie hohe Kosten entstanden (durchschnittlich rund 27.000 Euro für den hochschulinternen Arbeitsaufwand plus 13.000 Euro Agenturgebühren pro Studiengang), doch gleichzeitig habe sich auch ein hoher Nutzen für die Studienreform gezeigt, so CHE-Projektleiterin Sigrun Nickel. Dass diese Form der Akkreditierung gerade für private Hochschulen weiterhin attraktiv ist, hob Antonia Gohr von der Jacobs University Bremen hervor. Anders als staatliche Hochschulen müssten Privathochschulen eine institutionelle Akkreditierung durch den Wissenschaftsrat durchlaufen. Die Programm- bzw. Clusterakkreditierung sei dazu eine sinnvolle Ergänzung. Aber auch für kleinere staatliche Hochschulen, für die sich der Aufbau eines komplexen QM-Systems nicht lohnt, können diese Verfahren weiterhin die bessere Alternative sein, so Christoph Heumann von der Agentur ASIIN.
Für Rückfragen: Sigrun Nickel, Tel. 05241/2117923, Email: sigrun.nickel@che-consult.de
Criteria of this press release:
interdisciplinary
transregional, national
Miscellaneous scientific news/publications, Research results, Scientific conferences
German

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