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Wissenschaft
Herzstiftung: Urlaubsziel mit dem Kinderkardiologen absprechen
(Frankfurt am Main, 30. April 2008) Die allermeisten Kinder und Jugendlichen mit einem angeborenen Herzfehler dürfen sich genauso auf Urlaubsreisen freuen wie gesunde Gleichaltrige. Dennoch ist es ratsam, das geplante Reiseziel kurz mit dem Kinderkardiologen zu besprechen und einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, damit die Reise möglichst problemlos verläuft. Darauf weist die Deutsche Herzstiftung zum Tag des herzkranken Kindes am 5. Mai hin.
Etwa jedes 100. Kind in Deutschland kommt mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt, insgesamt sind es rund 6000 pro Jahr. Die Mehrzahl dieser Kinder wird erfolgreich behandelt, sehr oft durch eine Operation. "Erfolgreich operierte Kinder dürfen meist zwar ganz normal verreisen. Kinder, die erst vor kurzem operiert wurden oder bei denen der Arzt eine Verschlechterung der Kreislaufsituation nicht ausschließen kann, sollten sich aber möglichst nicht zu weit vom Heimatort entfernen, damit sie schnell in das sie betreuende Herzzentrum zurückkommen können", erklärt Prof. Dr. med. Michael Hofbeck, Kinderkardiologe am Universitätsklinikum Tübingen und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Um auf eventuelle Notfälle vorbereitet zu sein, wird allen Eltern herzkranker Kinder empfohlen, die Telefonnummer des heimatlichen Herzzentrums bei sich zu haben.
Urlaubsziele in gemäßigtem Klima bevorzugen
Bei der Auswahl des Urlaubsortes sollte man auch auf das Klima und die hygienischen Bedingungen achten. "Heiße Umgebungstemperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit können für Kinder mit Herzerkrankungen sehr belastend sein, weshalb sich Reiseziele in gemäßigten Klimazonen am besten eignen", empfiehlt Prof. Hofbeck. Vorsicht bei der Ernährung ist in südlichen Ländern wichtig, in denen ein erhöhtes Risiko für Magen-Darm-Infektionen besteht, da junge Herzpatienten darauf besonders empfindlich reagieren können. Hier hilft es, kein Leitungswasser zu trinken und sich damit auch nicht die Zähne zu putzen, außerdem kein Eis, kein ungekochtes Gemüse sowie nur selbst geschältes Obst zu essen. Eine weitere wichtige Vorsichtsmaßnahme sind Schutzimpfungen, wenn diese für die jeweilige Urlaubsregion empfohlen werden.
Das Flugzeug als Transportmittel wird den meisten Kindern mit einem Herzfehler, die gut belastbar sind, erlaubt. Allerdings ist es ratsam, auch einen geplanten Flug vorher kurz mit dem Kinderkardiologen zu besprechen. Das Reisen im Zug hat den Vorteil, dass viele Züge klimatisiert sind und die Kinder sich bewegen können. Fahrten in Autos ohne Klimaanlage sollten im Sommer nicht während der größten Tageshitze erfolgen.
Wichtig bei allen Reisen mit herzkranken Kindern ist es, die dem Kind verordneten Medikamente in ausreichender Menge dabei zu haben. Ebenso gehören aktuelle Befunde und medizinische Ausweise (zum Beispiel der Endokarditis- oder Marcumar-Ausweis) ins Reisegepäck.
Mehr zum Thema bietet die Deutsche Herzstiftung in ihrem neuen Sonderdruck "Reisen mit herzkranken Kindern" an, der unter dem gleichnamigen Kennwort kostenfrei bezogen werden kann bei: Deutsche Herzstiftung, Vogtstr. 50, 60322 Frankfurt am Main, E-Mail: info@herzstiftung.de. Angebote zu Freizeit- und Sportreisen für herzkranke Kinder gibt es unter www.herzstiftung.de (Rubrik Kinderherzstiftung).
7/2008
Informationen:
Deutsche Herzstiftung e.V.
Pressestelle
Dr. Klaus Fleck / Pierre König
Tel. 069/955 128-119
Fax: 069/955 128-313
koenig@herzstiftung.de
Criteria of this press release:
Medicine, Nutrition / healthcare / nursing
transregional, national
Research projects, Research results
German

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