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Wissenschaft
Am 3. Juni 2008 feierte die Jacobs University Bremen den erfolgreichen Studienabschluss ihres fünften Absolventenjahrganges, der "Class of 2008". Die 333 jungen Menschen - 186 Bachelor-, 93 Master- und 54 PhD-Absolventen - aus 58 Nationen beeindruckten erneut mit einer bundesweit herausragenden Erfolgsquote von 97 % für Bachelor und Master bei einem Durchschnittsalter von 22 Jahren (Bachelor) bzw. 25 Jahren (Master). Ein besonderer Höhepunkt der "Graduation Ceremony 2008" war die Festrede von Prinz Asfa-Wossen Asserate.
WICHTIGER HINWEIS für die Bildredaktionen:
Aktuelle Fotos von der Graduation und weitere Pressedownloads sind unter http://www.jacobs-university.de ab Dienstag, den 3. Juni 2008, 15.30 Uhr, verfügbar.
"Wir freuen uns und fühlen uns geehrt, dass so viele Menschen aus allen Teilen der Welt heute auf unserem Campus versammelt sind, um gemeinsam das schönste Fest unseres akademischen Jahres zu feiern," begrüßte Prof. Dr. Joachim Treusch, Präsident der Jacobs University, die rund 1000 Gäste der diesjährigen Graduation, darunter auch die Ehrengäste Dr. Christian Jacobs, Präsident der Jacobs Foundation, Prof. Dr. Reimar Lüst, Ehrenvorsitzender der Universitätsaufsichtsrates, sowie den Bremer Bürgermeister a. D. Henning Scherf. Zuvor hatte die "Class of 2008" - erstmals in den neu entworfenen Roben der Jacobs University - die Absolventenfeier mit ihrem festlichen Einzug in die Festhalle eröffnet, um ihre Abschlusszeugnisse in 32 verschiedenen Studienfächern der Ingenieur-, Geistes-, Natur- und Sozialwissenschaften in Empfang zu nehmen.
Joachim Treusch rief die frischgebackenen Absolventen in seinem Grußwort dazu auf, das an der Jacobs University Gelernte - Fachwissen, ebenso wie interkulturelle Kompetenzen - als Weltbürger mit Mut zur Verantwortung in die Tat umzusetzen. "Wissenschaft ist ein dominanter Aspekt unserer heutigen Kultur. Die Zukunft der Menschheit hängt entscheidend davon ab, dass wir die daraus entwickelten leistungsstarken Technologien des 21. Jahrhunderts mit Weisheit und Umsicht in den Dienst der Gesellschaft stellen. Umso wichtiger ist es, dass Entscheidungsträger über ein profundes Verständnis für Wissenschaft und ihre Methoden verfügen", zitierte der Universitätspräsident den Chemie-Nobelpreisträger Harold Kroto, der erst kürzlich den Jacobs-Campus besucht hatte. "Ihr seid die Entscheidungsträger von morgen! Wir haben viel von Euch bei der Zulassung zu unserer Universität erwartet. Jetzt, wo Ihr Eure Alma Mater verlasst, erwarten wir umso mehr von Euch", gab Treusch den Absolventen mit auf den Weg.
Interkultureller Austausch als zentrale Herausforderung der Globalisierung war das Leitmotiv des Festredners Prinz Asfa-Wossen Asserate. "Angesichts von Klimawandel und anderen ökologischen Bedrohungen hat sich die Idee einer weltweiten Verbreitung des Produktions- und Konsummodells westlicher Prägung als höchst problematisch entpuppt; durch grenzüberschreitende Umverteilungen von Privilegien und Entrechtung werden ganze Kulturen und alternative Lebensweisen verdrängt", beschrieb der Prinz die Gefahren des Globalisierungsprozesses. Globalisierung sei jedoch kein schicksalhaftes Phänomen, sondern gestaltbar, so Asserate weiter. "Hierfür bedarf es eines neuen Geistes globaler Nachbarschaft, der alte Vorstellungen nationalstaatlicher Konkurrenz und Aggression überwindet." Große Zivilisationen, konstatierte der Historiker und Wirtschaftsexperte, seien schon immer aus einem Zusammenfluss vieler Kulturen hervorgegangen. "Kulturelle Vielfalt und Weltbürgertum sind daher gerade in unserer turbulenten Zeit notwendige Voraussetzungen der menschlichen Existenz: Denn nur wer wirklich begreift, dass "der Fremde" kein Feind, sondern ein Spiegel möglicher eigener Facetten ist, wird freiwillig die Verantwortung für weltweites Gemeinwohl annehmen", schloss Asfa-Wossen Asserate seine Festrede.
Im Namen der Absolventen wandten sich in diesem Jahr Gabriela Elena Olariu als Vertreterin der Bachelors und die Vertreterin der Master- und PhD-Absolventen Alexis Loie Rossi an die Festgesellschaft. Die Rumänin Olariu, die mit Witz die drei vollen und anspruchsvollen Studienjahre in ihrem Fach "International History and Politics" schilderte, bescheinigte der Jacobs University einen gewissen "Suchtfaktor". "Die wichtigste Lektion, die ich hier gelernt habe, ist Hilfsbereitschaft im Angesicht großer Herausforderungen, in kleinen wie in großen Dingen. Diese Erfahrung werden wir alle in unser zukünftiges Leben mitnehmen." Die Amerikanerin Alexis Rossi, die im Fach "Intercultural Humanities" ihren Master-Abschluss erhielt, hatte sich gegen einen Studienplatz an einer der amerikanischen "Ivy-League"-Universitäten entschieden, um an der Jacobs University zu studieren. "Ich habe meine Entscheidung keinen Augenblick lang bereut. Neben meinem exzellenten Studienprogramm und der persönlichen Betreuung durch die Professoren, hat die intensive und vielfältige Campus-Gemeinschaft mein Leben grundsätzlich verändert. Nirgendwo sonst habe ich so viel über mich selbst und die Welt erfahren."
H I N T E R G R U N D I N F O R M A T I O N:
Prinz Asfa-Wossen Asserate
Asfa-Wossen Asserate (geb. 1948 in Addis Abeba) ist ein Unternehmensberater äthiopischer Abstammung, der in Deutschland vor allem durch sein 2003 erschienenes preisgekröntes Buch Manieren über europäische und speziell deutsche Umgangsformen bekannt wurde. Er ist ein Großneffe des letzten äthiopischen Kaisers Haile Selassie und Sohn des ehemaligen Vizekönigs von Eritrea. Asserate besuchte die deutsche Schule in Addis Abeba und studierte anschließend Jura, Volkswirtschaft und Geschichte in Tübingen, Cambridge und Frankfurt a. M., wo er 1978 promovierte. Mit Beginn der kommunistischen Revolution in Äthiopien 1974, die zum Sturz Haile Selassies führte, war Asserate gezwungen, in der Bundesrepublik zu bleiben, wo er seitdem lebt und deren Staatsbürgerschaft er besitzt. Asfa-Wossen Asserate arbeitet als selbständiger Unternehmensberater für Afrika und den Nahen Osten seit 1983; davor war unter anderem Pressechef der Düsseldorfer Messe. Schon während der äthiopischen Militärdiktatur setzte er sich intensiv für die Menschenrechte und eine Demokratisierung seines Heimatlandes ein; seit ihrem Ende 1991 bemüht er sich außerdem um die Verbesserung der außenwirtschaftlichen Kontakte Äthiopiens sowie Erhalt und Förderung der äthiopischen Kultur.
Verfügbare Presseinformationen:
1. Aktuelle Statistik zu den Absolventen der Jacobs University Class of 2008
2. Begrüßungsrede Prof. Dr. Joachim Treusch
3. Festrede Prinz Asfa-Wossen Asserate
Criteria of this press release:
interdisciplinary
transregional, national
Studies and teaching
German

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