idw - Informationsdienst
Wissenschaft
Mitzuhelfen, die Standortbedingungen für Nachwuchswissenschaftler zu verbessern, ist ein wesentliches Ziel des kürzlich an der Katholischen Universität Eichstätt gegründeten Landesverbandes Wissenschaftler in Bayern (LWB). Die Rahmenbedingungen für die 'Ressource Geist' sind laut LBW-Vorstandsmitglied und Bayreuther Physiker Dr. Wolfgang Richter derzeit alles andere als zufriedenstellend.
Bayreuth (UBT). "Von entscheidender Bedeutung für die Zukunft des Wissenschaftsstandorts Deutschland wird es sein, die Standortbedingungen für die Ressource 'Geist' optimal zu gestalten", skizziert Dr. Wolfgang Richter eines der wichtigsten Ziele des kürzlich in Eichstätt gegründeten Landesverbandes Wissenschaftler in Bayern (LWB). Doch die Rahmenbedingungen, unter denen derzeit in Deutschland Wissenschaft betrieben wird, sind alles andere als optimal, weiss der langjährige Vorsitzende des Konvents der wissenschaftlichen Mitarbeiter der Universität Bayreuth.
"Gerade beim wissenschaftlichen Nachwuchs sind zeitlich zu knapp bemessene, befristete Arbeitsverhältnisse, die daraus resultierenden Planungsunsicherheiten für die weitere berufliche Karriere und eine Bezahlung, die weit unterhalb der zur Zeit diskutierten Mindestlöhne rangieren, nicht selten", stellt Richter fest, selbst als Akademischer Direktor an einem Lehrstuhl für Experimentalphysik dem akademischen Mittelbau angehörend.
Aussagen wie "Ich arbeite auf einer halben Stelle 50-60 Stunden die Woche. Mein Vertrag läuft halbjährlich und wird dann immer wieder verlängert. Eine Familie zu gründen ist da kaum möglich" höre man, sagt der Physiker, leider immer öfter. Gerade für viele gute Nachwuchswissenschaftler stellten die Hochschulen in Deutschland längst kein attraktives Arbeitsumfeld mehr dar. Die Konsequenz ist, dass sie in andere Bereiche oder ins Ausland abwandern und so für die Forschung, für die Lehre und oft für den Standort Deutschland verloren gehen.
Dies war auch der Auslöser für Vertreter des wissenschaftlichen Nachwuchses an den bayerischen Universitäten, bei einem Treffen an der KU Eichstätt den LWB zu gründen. Zum Vorsitzenden habe man Dr. Bernhard Emmer von der Universität München gewählt, berichtet Richter, er selber gehöre dem Vorstand ebenso an, wie Vertreter der Universitäten Erlangen/Nürnberg, Regensburg und Würzburg.
Ziel des LWB ist es, die Interessen der bayerischen Wissenschaftler, insbesondere die des wissenschaftlichen Nachwuchses und der wissenschaftlichen Mitarbeiter, auf Landesebene zu artikulieren. "Wir sind auch für Angehörige außeruniversitärer bayerischer Forschungseinrichtungen offen", verweist Dr. Richter auf die Möglichkeit, die Interessenvertretung auf eine breitere Basis zu stellen. Dies gelte auch für Kooperation mit anderen gesellschaftlichen Gruppen.
Die Initiatoren des LWB hoffen auf schlagkräftige Unterstützung, um das selbst gesteckte Ziele zu erreichen und mitzuhelfen, den besten Köpfen in Deutschland einen adäquaten Arbeitsplatz zu bieten. Dr. Richter: "Das ist angesichts der derzeitigen Herausforderungen und zusätzlichen Belastungen für das deutsche Hochschulsystem - die doppelten Abiturjahrgänge stehen in Bayern vor der Tür und die Umsetzung der Studienreform hin zum Bachelor/Master-System ist noch nicht abgeschlossen - eine wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe".
Dr. Wolfgang Richter, Physiker und langjähriger Vorsitzender des Bayreuther Mittelbau-Konvents, ist ...
Source: UBT-Pressestelle - Bild zur Veröffentlichung frei
Criteria of this press release:
interdisciplinary
transregional, national
Organisational matters, Science policy
German

You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.
You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).
Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.
You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).
If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).