idw - Informationsdienst
Wissenschaft
CAP, das Centrum für Angewandte Photonik an der Universität Konstanz, wird mit 1 Million Euro von der Carl-Zeiss-Stiftung gefördert. CAP hat sich damit in Baden-Württemberg im Wettstreit um den begehrten Millionenfördertopf der traditionsreichen Stiftung erfolgreich durchgesetzt. Die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem 2004 gegründeten CAP-Verbund arbeiten Hand in Hand mit der Wirtschaft. Ergebnisse aus der Grundlagenforschung der Konstanzer Wissenschafter fließen in die High-Tech-Industrie. "Die CAP-Strategie: Über die eigenen Fächergrenzen hinaus arbeiten. Ein hohes Maß an Flexibilität und auch Innovationsbereitschaft unter Beweis stellen. Ganz gezielt junge Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler fördern", sagt der Physiker Prof. Alfred Leitenstorfer, Koordinator von CAP.
Bei den CAP-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern dreht sich alles um die "Photonik". Sie ist der Teil der angewandten Naturwissenschaften, der sich mit optischen Technologien befasst. Das Wort Photonik ist abgeleitet vom Photon. Dabei handelt es sich um "Bausteine" elektromagnetischer Strahlung, kleinste "Lichtteilchen" bzw. "Lichtquanten". Die Forschung um die kleinsten Energiepakete begegnet uns oft im Alltag. Die Photonik wird beispielsweise verwendet in der Nachrichtenübertragung, der Daten- und Lasertechnik, aber auch in der Medizin und bei bildgebenden Verfahren.
Momentan sind 16 Projekte unter dem CAP-Dach vereint. Sie kommen aus der Physik, Chemie, Biologie und Psychologie. Vier große Forschungsbereiche bündeln die Einzelprojekte: Dazu gehört die Femtosekundentechnologie. Sie beschäftigt sich insbesondere mit Laserquellen, die extrem kurze Impulse im Zeitbereich von ganz wenigen Lichtschwingungen abstrahlen. Eine Femtosekunde sind 10 -15 Sekunden. Das ist der Milliardste Teil einer Millionstel Sekunde. Ein weiterer Bereich ist die Nano-Optik. Sie beinhaltet Technologien, bei denen Strukturgrößen weit unterhalb der Lichtwellenlänge eine Rolle spielen. Gerade die Materialforschung mit ganz neuen optischen Methoden ist im CAP stark vertreten. Die dritte CAP-Säule ist die Quantenoptik. Hier werden einzelne Elektronen und Photonen untersucht, außerdem werden hochpräzise Messtechniken entwickelt. In der Biophotonik werden neue Verfahren zur Bildgebung in der Mikroskopie erforscht.
Was zeichnet CAP besonders aus? Für Alfred Leitenstorfer ist es insbesondere die Flexibilität des Konzepts. Hinzu käme, dass insbesondere junge innovative Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen Raum bekämen, ihre Ideen in die Tat umzusetzen. "CAP ist eine Art Plattform, die in vielerlei Hinsicht für Wissenschaftler ein hohes Maß an Flexibilität bietet. Durch die Carl-Zeiss-Stiftung können wir diese Flexibilität noch weiter erhöhen: Wir können in die High-Tech-Ausstattung der Labore investieren, eventuell noch eine Nachwuchsforschergruppe einrichten und auch in unsere flexiblen Mittel aufstocken. Im Rahmen von CAP ist Forschung ohne übermäßig formalen Antragsdschungel möglich. Gerade der wissenschaftliche Nachwuchs kommt zum Zuge. Junge Wissenschaftler managen ihre Projekte ganz selbständig."
Wer Mitglied bei CAP werden möchte, muss sich bewerben. Die Teilprojektleiter stimmen in einer Versammlung in einem demokratischen Abstimmungsprozess ab, ob das Projekt ein CAP-Projekt wird oder nicht. Mit leeren Händen allerdings ist eine Mitgliedschaft nicht möglich: Alle Teilprojekte müssen selbständig externe Drittmittel einwerben, um voll funktionsfähig zu sein. Auch das Centrum selbst wird in regelmäßigen Abständen von einem internationalen unabhängigen Gutachtergremium mit anerkannten Wissenschaftlern aus den Bereichen Optik und Photonik, eingesetzt durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, evaluiert.
Die Carl-Zeiss-Stiftung will mit ihrem Stiftungsprogramm insbesondere die Nachhaltigkeit von Wissenschaftsförderung unterstützen. Dies sei, so die Richtlinien der Stiftung, das zentrale Anliegen des Stifters Ernst Abbe gewesen, der die Stiftung 1889 gegründet hat. Es gehe nicht darum, die Lücken im Gesamtbudget der Hochschule zu decken. Vielmehr wolle man "eine langfristig angelegte Förderstrategie" verfolgen. "Das Programm zur Stärkung von Forschungsstrukturen an Universitäten", im Rahmen dessen CAP die Fördersumme von 1 Million Euro erhält, richtet sich an "wissenschaftlich exzellente, interdisziplinär arbeitende Gruppen von Wissenschaftlern, deren Forschungskonzept innovativ und wissenschaftlich vielversprechend ist".
http://www.uni-konstanz.de/cap
http://www.carl-zeiss-stiftung.de
2.v.l. Prof. Alfred Leitenstorfer und CAP-Wissenschaftler an der Hochfeld-Terahertz-Quelle der Unive ...
Source: Bildrechte: Universität Konstanz, Pressestelle
Criteria of this press release:
Biology, Chemistry, Information technology, Mathematics, Physics / astronomy, Psychology
transregional, national
Research projects, Science policy
German

You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.
You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).
Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.
You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).
If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).