idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
09/11/2008 15:47

Versorgungsengpass Nuklearmedizin: EU-Gesundheitsminister signalisieren Unterstützung

Julia Schilling Pressestelle
Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.

    Aufgrund des weiterhin kritischen Engpasses in der nuklearmedizinischen Diagnostik und Therapie haben die EU-Gesundheitsminister das EU Health Security Committee (HSC) einberufen. Das HSC ist ein Beratungsgremium der EU für Krisensituationen im Gesundheitsbereich. Ziel der heutigen Sitzung des HSC ist es, auf höchster Ebene Lösungsansätze zu ermitteln, mit denen die Versorgung mit Radionukliden kurzfristig gesichert werden kann. Zudem sollen auch langfristige Maßnahmen festgelegt werden, die einen erneuten Versorgungsengpass verhindern.

    Nach aktuellen Informationen wird sich der Versorgungsengpass noch bis Ende Oktober hinziehen. Dies ergab ein Gespräch zwischen Vertretern des Bundesministeriums für Gesundheit, der radiopharmazeutischen Industrie und der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V. (DGN) am vergangenen Montag.

    "Wir fordern die Politik auf, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, die es der Nuklearmedizin ermöglichen, alternative Präparate und Untersuchungsmethoden zu verwenden", so Prof. Dr. Frank Grünwald, stellvertretender Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V. Denkbar wäre hier, während des Versorgungsengpasses alternative Radiopharmaka als Ersatz für das derzeit nur begrenzt verfügbare Technetium-99m zuzulassen. "Zudem muss gewährleistet sein, dass die Reaktoren ohne zusätzliche Verzögerung wieder in Betrieb genommen werden können", so Grünwald. Um in der Zukunft Versorgungsengpässe zu vermeiden, sollte zudem ein Informations-Netzwerk geschaffen werden, an dem Reaktorbetreiber, Mitgliedsstaaten der EU, radiopharmazeutische Industrie und nicht zuletzt Vertreter der Nuklearmedizin beteiligt sind. Damit schließt sich Grünwald den Forderungen der European Association of Nuclear Medicine (EANM) an.

    Seit über einer Woche bedroht der europaweite Ausfall mehrerer Reaktoren die Gesundheit tausender Patienten. Der Versorgungsausfall liegt aktuell bei 30 bis 40 Prozent. Das Isotop Molybdän-99 kann zurzeit nicht mehr in Europa hergestellt werden. Aus Molybdän-99 gewinnen Nuklearmediziner Technetium-99m, welches überwiegend bei Szintigraphien zum Einsatz kommt. Aber auch in der Therapie verwendete Nuklide sind betroffen. Ohne radioaktive Isotope können zahlreiche Untersuchungen nicht mehr durchgeführt werden. Viele Patienten stehen bereits auf Wartelisten.

    Die Einberufung des EU-Gremiums ist das Ergebnis der intensiven Zusammenarbeit zwischen der EANM als Dachorganisation und den nuklearmedizinischen Fachgesellschaften der europäischen Staaten.

    Aktuelle Informationen stehen auf der Homepage der DGN http://www.nuklearmedizin.de zur Verfügung.

    Kontakt:
    Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.
    Pressereferat, Julia Schilling
    Hospitalstraße 7, D-37073 Göttingen
    Tel. 0551.48857-402, info@nuklearmedizin.de, http://www.nuklearmedizin.de


    Images

    Criteria of this press release:
    Medicine
    transregional, national
    Organisational matters, Science policy
    German


     

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).