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Experten diskutieren Erkenntnisse aus literatur- und geschichtswissenschaftlicher Forschung
Mit dem Verhaltenskonzept der Galanterie in der Frühen Neuzeit und ihrer Vermittlung in der Literatur befassen sich Experten aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz vom 25. bis 27. September 2008 an der Universität Göttingen. Die 20 Tagungsteilnehmer präsentieren und diskutieren dabei literatur- und geschichtswissenschaftliche Erkenntnisse zu Entwicklungen im 17. Jahrhundert in Frankreich und Deutschland. Die Tagung wird vom Seminar für Deutsche Philologie der Georg-August-Universität veranstaltet
Pressemitteilung
Göttingen, 19. September 2008 / Nr. 205/2008
Tagung: "Galanterie als Verhaltenskonzept in der Literatur der Frühen Neuzeit"
Experten diskutieren Erkenntnisse aus literatur- und geschichtswissenschaftlicher Forschung
(pug) Mit dem Verhaltenskonzept der Galanterie in der Frühen Neuzeit und ihrer Vermittlung in der Literatur befassen sich Experten aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz vom 25. bis 27. September 2008 an der Universität Göttingen. Die 20 Tagungsteilnehmer präsentieren und diskutieren dabei literatur- und geschichtswissenschaftliche Erkenntnisse zu Entwicklungen im 17. Jahrhundert in Frankreich und Deutschland. Die Tagung wird vom Seminar für Deutsche Philologie der Georg-August-Universität veranstaltet und von den Göttinger Germanisten Prof. Dr. Ruth Florack und Dr. Rüdiger Singer organisiert.
"Jenseits von gegenwärtig populären Diskussionen über Fragen der Höflichkeit und guter Manieren ist das Konzept der Galanterie interessant für literaturwissenschaftliche Forschungen auf dem Gebiet des Kulturtransfers: Unter dem Einfluss italienischer und spanischer Vorbilder entwickelte sich Galanterie in Frankreich im 17. Jahrhundert als Ideal für ein urbanes, höfliches Verhalten der gesellschaftlichen Elite, das in Literatur, bildender Kunst, Tanz und Musik vermittelt wird", erläutert Prof. Florack. Auch in Deutschland wurde es um 1700 zu einem Leitwert der Verhaltensliteratur, insbesondere derjenigen, die sich an die Führungsschichten in absolutistischen Staaten wendet. Darüber hinaus erscheint Galanterie im deutschsprachigen Bereich als ein zentrales Motiv in der frühen neuzeitlichen Erzählprosa, die bislang, so die Veranstalter, als ein ,Übergangsphänomen? zwischen Barock und Aufklärung vernachlässigt worden ist.
Im Rahmen der Tagung befassen sich Experten der Fachgebiete Germanistik, Romanistik, Komparatistik, Geschichtswissenschaft und Kunstgeschichte mit der Bestimmung von Galanterie als Verhaltensideal und nationalen Besonderheiten. Dabei diskutieren sie auch das Verhältnis von Galanterie und Höflichkeit sowie die Affinität von galantem und politschem Verhalten. Anschließend steht der galante Roman im Mittelpunkt der Tagung. Die Teilnehmer diskutieren, ob und wie diese populäre Gattung der spielerisch-unterhaltsamen Vermittlung und der kritischen Reflexion galanten Verhaltens diente. "Der Stellenwert und die rezeptionssteuernde Funktion von Erotik in dieser Art von Erzählprosa wird dabei eine wichtige Rolle spielen", so Prof. Florack.
Kontaktadresse:
Prof. Dr. Ruth Florack und Dr. Rüdiger Singer
Universität Göttingen, Seminar für Deutsche Philologie, Telefon (0551) 39-4407 und -7514
e-mail: ruth.florack@phil.uni-goettingen.de und ruediger.singer@phil.uni-goettingen.de
http://www.uni-goettingen.de/de/90476.html
Criteria of this press release:
Cultural sciences, History / archaeology, Language / literature
transregional, national
Scientific conferences
German

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