idw - Informationsdienst
Wissenschaft
Im Grammatikunterricht an Schulen müsste inhaltlich sehr vieles verbessert werden, meint der Tübinger Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Harald Schweizer. Mit der Internetplattform "Alternativ-Grammatik.de" soll dafür eine neue Grundlage geschaffen werden.
Schon in seiner Streitschrift "Krach oder Grammatik?" Frankfurt 2008) diagnostizierte Harald Schweizer desolate, anachronistische Zustände in Lehrplänen, Lehrbüchern und bisherigen Grammatikdefinitionen. Irreführende Bezeichnungen wie "zusammengesetzte Zeit" oder die willkürliche Vertauschung von Begriffen wie "Prädikat" und "Verb" seien nur die Spitze des Eisberges.
Für alle, die an diesen Zuständen etwas ändern möchten oder sich einfach nur für Grammatik interessierten, möchte Schweizer unter der Adresse http://www.alternativ-grammatik.de einen Gegenentwurf zur mangelhaften Schulgrammatik aufbauen. Frisch durchleuchtet und in ungewohnt neuer Reihenfolge sollen die üblichen Grammatikstoffe ausführlicher definiert werden. Dabei ist kein Frontalunterricht angesagt, Vielmehr wird zum tatkräftigen Mitmachen ermutigt. Das Internetportal hat nicht nur die Software der erfolgreichen freien Enzyklopädie "wikipedia" als Rückgrat, sondern auch die "Mitmach-Philosophie" vom viel zitierten "wiki"-Projekt übernommen. So kann sich jeder Besucher ein Benutzerkonto eröffnen und das vorhandene Material kommentieren, kritisieren und um Beispiele oder Übungen ergänzen.
Weiteres Ziel der Alternativ-Grammatik ist es, ein einziges theoretisches Konzept für viele Einzelsprachen bereit zu stellen. Eben an dieser Stelle erhofft sich Schweizer, durch die Mithilfe der Benutzer bald auf einen reichen Fundus an Beispielen und Übungen in vielen Einzelsprachen zurückgreifen zu können.
Harald Schweizer beschäftigt sich mit Sprachwissenschaft (allgemein, wie auch in Einzelphilologien) und Grammatiktheorie. Sein Hauptprojekt war die Analyse der Josefsgeschichte (Gen 37-50), publiziert in fünf Bänden.
Kontakt:
Prof. Dr. Harald Schweizer
Wilhelm-Schickard-Institut für Informatik
Sand 13, 72076 Tübingen
Tel.: (07071) 29-75248
harald.schweizer@uni-tuebingen.de
http://www.alternativ-grammatik.de Homepage des Projektes
Criteria of this press release:
Language / literature
transregional, national
Research projects, Schools and science
German

You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.
You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).
Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.
You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).
If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).