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10/13/2008 10:25

UKE-Studie präzisiert Erkenntnisse über Gehirnaktivitäten beim räumlichen Denken

Kathrin Herbst Unternehmenskommunikation
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

    Wie schafft es das menschliche Gehirn, dass ein Mensch in einer Stadt ständig weiß, wo sich Gebäude oder Straßen befinden, auch wenn er diese aktuell gar nicht sehen kann? Und warum können Menschen beispielweise mit Demenz dies nicht leisten? Ein bestimmtes Hirnareal, der sogenannte Präcuneus, hat wesentlichen Anteil am Aufbau mentaler Landkarten. Dies zeigt eine UKE-Studie der Forschergruppe um Dr. Thomas Wolbers und Prof. Dr. Christian Büchel vom Institut für systemische Neurowissenschaften des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Die Studie ist in der renommierten Fachzeitschrift "Nature Neuroscience" veröffentlicht worden.

    Die UKE-Wissenschaftler zeigten 50 Versuchspersonen virtuelle Welten, in denen für wenige Sekunden geometrische Objekte zu sehen waren. Die Probanden mussten sich die Position jedes Objekts genau einprägen, denn wenig später wurden sie durch die Welt gefahren und mussten am Ende in die Richtung zeigen, in der sich ein nun nicht mehr sichtbares Objekt befand. Während des Versuchs, lagen die Probanden in einem Kernspintomographen. So konnten zeitgleich die Gehirnaktivitäten gemessen werden.

    Die Analyse der Gehirnaktivierung zeigte, dass die Aktivität eines bestimmten Hirnareals, des Präcuneus, anfänglich umso stärker war, je mehr Positionen sich die Versuchspersonen merken mussten. Sobald die Fahrt durch die virtuelle Welt begann, stieg diese Aktivität noch weiter an. Da in einer Kontrollbedingung ohne Bewegung dieser Aktivierungsanstieg nicht zu beobachten war, schlossen die Forscher, dass der Präcuneus die Positionen von Objekten ständig aktualisiert, während ein Mensch sich in seiner Umwelt bewegt.

    Die Ergebnisse zeigen erstmals, welche Funktionen der Präcuneus beim sogenannten räumlichen Aktualisieren erfüllt, einem der grundlegenden Prozesse für den Aufbau mentaler Landkarten. Da die räumliche Orientierung nach Gehirnschädigungen - beispielsweise nach einem Schlaganfall oder bei Demenzerkrankungen - häufig beeinträchtigt ist, können sich durch die Studienergebnisse Konsequenzen für die Diagnose- und Therapiemöglichkeiten von Patienten mit Gehirnschäden ergeben.

    Kontakt für Journalisten: Dr Thomas Wolbers Tel.: 0176-50011785


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    Criteria of this press release:
    Medicine
    transregional, national
    Research results
    German


     

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