idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
11/03/2008 13:36

Prototypenbau mit Industrierobotern

Dr. Janine Drexler Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Fraunhofer-Gesellschaft

    Wenn ein Reeder eine neue Schiffsschraube braucht, muss er sich in Geduld üben: Die Produktion ist zeitaufwändig, denn der Gießerei-arbeiter muss zunächst ein Modell herstellen und anhand dessen eine Gussform. Künftig können ihn Industrieroboter dabei unterstützen.

    Schiffsschrauben, Teile für Windenergieanlagen, Turbinengehäuse - solche großvolumigen Gussteile lassen sich nur mit Hilfe spezieller Gussformen herstellen. Eine aufwändige und kostenintensive Prozedur, denn die Gießereiarbeiter müssen die meisten Arbeitsschritte immer noch per Hand ausführen.

    Künftig sollen Industrieroboter die Facharbeiter bei der Herstellung der Gussformen unterstützen: Forscher des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg haben dafür zusammen mit der Partnerfirma Modell- und Formenbau GmbH Sachsen-Anhalt MFSA ein Verfahren entwickelt. "Die Roboter stellen großvolumige Modelle und Gießereiformen schneller und kostengünstiger her. Je nach Prozess lassen sich so bis zu einem Drittel der Kosten sparen. Verschiedene Werkzeuge können flexibel miteinander kombiniert werden", erklärt Torsten Felsch, Wissenschaftler am IFF. Die Formen werden dazu direkt aus einem Block herausgefräst - ohne Umwege über ein Produktmodell. Dieses Projekt wird von der KUKA Roboter GmbH in Augsburg unterstützt: So kommt unter anderem ein Standard-KUKA-Roboter zum Einsatz. Die Fraunhofer-Forscher untersuchen die Grundlagen des Robotereinsatzes: Welche Fräsbahn ist optimal? Wie lassen sie sich mit Algorithmen berechnen? Welche Werkzeuge verwendet man für den Robotereinsatz am besten? Ihre Kollegen bei MFSA setzen die Ergebnisse direkt in der Produktion um.

    Bei großen Stückzahlen ist ein anderer Weg oft kostengünstiger als das direkte Fräsen: Da die Form beim Herauslösen des fertigen Gussteils zerstört wird, fertigen die Arbeiter zunächst ein Modell des herzustellenden Gussstücks an, das als Muster für die Gussformen dient. "Die Modelle werden schichtweise aufgebaut. Üblicherweise sägt der Werker die einzelnen Platten aus, klebt sie aufeinander und bearbeitet die Form anschließend mit der Fräsmaschine. Dies können künftig Indus-trieroboter übernehmen", sagt Felsch. Doch wie funktioniert das genau? Zuerst mischt der KUKA-Roboter einen flüssigen Zweikomponentenschaum und trägt eine Schaumschicht nach der anderen auf die Arbeitsfläche auf. Da die Schichtdicke im Durchschnitt zwei Zentimeter beträgt, entsteht ein relativ grobes Modell des Gussteils. Wie beim direkten Fräsen liefert die Software anschließend dem Roboter die Fräsparameter: Wo muss er wie viel Material abtragen? Welche Werkzeuge benutzt er am besten? Die Bearbeitungsverfahren durch Roboter befinden sich derzeit noch in der Entwicklung - in ein bis zwei Jahren könnten sie die Gießereien bei ihrer Arbeit unterstützen.


    More information:

    http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2008/11/Mediendienst112008Th... Ansprechpartner


    Images

    Ein Industrieroboter fräst eine Gussform für ein großes Bauteil.
    Ein Industrieroboter fräst eine Gussform für ein großes Bauteil.
    Source: © Fraunhofer IFF


    Criteria of this press release:
    Information technology, Materials sciences, Mechanical engineering
    transregional, national
    Research results, Transfer of Science or Research
    German


     

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).