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Wissenschaft
Einladungsschreiben auf Grundlage einer aktuellen Studie überarbeitet
Frauen, die zum Mammographie-Screening eingeladen werden, erhalten künftig ein verbessertes Anschreiben auf wissenschaftlicher Grundlage. Die Kooperationsgemeinschaft Mammographie hat in Zusammenarbeit mit dem Psychologischen Institut der Universität Köln sowie den einladenden "Zentralen Stellen" eine Mustereinladung entwickelt. Der Brief wurde im Rahmen einer qualitativen Studie auf seine Verständlichkeit und Akzeptanz bei den Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren getestet und angepasst.
Köln, 14. November 2008. Frauen, die zum Mammographie-Screening eingeladen werden, erhalten künftig ein verbessertes Anschreiben auf wissenschaftlicher Grundlage. Die Kooperationsgemeinschaft Mammographie hat in Zusammenarbeit mit dem Psychologischen Institut der Universität Köln unter der Leitung von Professor Gary Bente und Dr. Bettina Fromm sowie den einladenden "Zentralen Stellen" eine Mustereinladung entwickelt. Der Brief wurde im Rahmen einer qualitativen Studie auf seine Verständlichkeit und Akzeptanz bei den Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren getestet und angepasst.
Mit dem Mammographie-Screening wurde in Deutschland erstmals ein schriftliches Einladesystem für eine Früherkennungsuntersuchung eingeführt. 13 sogenannte Zentrale Stellen sind für das Einladungswesen zuständig und versenden die persönlichen Anschreiben an die Frauen mit einem Terminvorschlag zur Mammographie-Untersuchung. Pro Jahr erhalten rund fünf Millionen Frauen eine schriftliche Einladung zum Mammographie-Screening-Programm.
"Das Anschreiben ist häufig der erste Kontakt für die Frauen mit dem Mammographie-Screening-Programm. Der Brief spielt daher eine wichtige Rolle bei der Entscheidung der Frau, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen oder nicht", sagt Jan Sebastian Graebe-Adelssen, Geschäftsführer der Kooperationsgemeinschaft Mammographie. "Die Studie gibt darüber Aufschluss, wie wir die Fragen und Bedürfnisse der betroffenen Frauen im Brief besser berücksichtigen können."
Im Rahmen der Studie wurde das Einladungsschreiben 30 Frauen aus der Altersgruppe zwischen 50 und 69 Jahren präsentiert, die noch nicht zum Screening eingeladen worden waren. Anschließend wurden sie in problemzentrierten Interviews nach einzelnen Aspekten des Schreibens befragt. Die Analyse zeige deutlich, dass das Screening-Programm ein neuer, noch nicht überall bekannter Baustein in der medizinischen Versorgung sei, stellt Studienleiterin Dr. Bettina Fromm vom psychologischen Institut der Universität Köln fest. "Das Mammographie-Screening-Programm muss noch gelernt werden", so Fromm. Viele Frauen hätten keine Vorstellung, was der Begriff "Screening" bedeute. Daher sei es wichtig, das Programm und seine einzelnen Elemente genau zu erklären. Abgesehen von dem Einladungsschreiben sei die Motivation am Programm teilzunehmen, auch wesentlich abhängig vom generellen Gesundheitsbewusstsein der einzelnen Frau, berichtet Fromm.
Vier typische Verhaltenmuster lassen sich in der Studie feststellen. Positiv bewerten die "Pragmatischen" das Screening. Sie sähen in dem von den Kassen finanziertem Screening-Programm ein neues Angebot mit besonderer Qualität, an dem sie gerne teilnehmen würden. Die Gruppe der "Folgsamen" übertrage hingegen die Verantwortung für ihre Gesundheit vollständig auf den Arzt. Ihre Teilnahme am Screening mache sie alleine vom Rat ihres Arztes abhängig.
Die Gruppe der "Unverwundbaren" seien Frauen, die das Thema Brustkrebs aus Angst vollständig verdrängten, so Fromm. Das Programm fassten diese Frauen als Bevormundung auf und stünden ihm ablehnend gegenüber. Auch die Gruppe der "Versorgten" lehne das Screening ab, allerdings aus anderen Beweggründen. "Dieser Gruppe von Frauen ist die Mammographie bereits bekannt. Sie kritisieren die Anonymität des Programms und fühlen sich durch die Praxis- und Terminvorgabe bevormundet", stellt Fromm fest.
"Die Studienergebnisse zeigen, dass eine wissenschaftlich fundierte Befragung der betroffenen Frauen ein unentbehrlicher Baustein des Mammographie-Screening-Programms und seiner hohen Qualitätsanforderungen ist", betont Dr. Bernhard Egger, Vorsitzender des Beirates der Kooperationsgemeinschaft Mammographie. Eine Akzeptanz des Screenings sei nur erreichbar, wenn die Perspektive der Frauen ausreichend berücksichtigt und ernst genommen werde. Daher plane die Kooperationsgemeinschaft, künftig weitere Befragungen der Frauen durchzuführen, so Egger.
http://Das Einladungsschreiben, die Pressemitteilung sowie eine Zusammenfassung der Studie finden Sie unter:
http://www.mammo-programm.de oder www.koop-mammo.de
http://Ein ausführlicher Bericht über die Studie ist veröffentlicht in der aktuellen Ausgabe des Ärzteblattes. Den Bericht finden Sie auch online unter: http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=heft&id=62330
Criteria of this press release:
Media and communication sciences, Medicine, Psychology
transregional, national
Research projects, Research results
German

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