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Wissenschaft
Budgetierungsfragen gehören zu den wichtigsten, aber auch umstrittensten Bereichen der Hochschulreform. Grund genug für das CHE eines der Hauptinstrumente der finanziellen Hochschulsteuerung, die leistungsorientierte Mittelverteilung (LOM), kritisch zu beleuchten und Möglichkeiten der Weiterentwicklung aufzuzeigen. Im CHE-Arbeitspapier reflektieren 13 Autorinnen und Autoren die derzeitige Praxis.
Das CHE-Arbeitspapier Nr. 111 ist ein Sammelband, in dem Autorinnen und Autoren aus Hochschulforschung, Hochschulmanagement und Hochschulpolitik die Praxis der leistungsorientierten Mittelverteilung (LOM) reflektieren und auf feststellbare Wirkungen überprüfen. Dabei wird die LOM nicht isoliert betrachtet, sondern in einen Zusammenhang mit anderen Managementbereichen wie dem strategischen Management, dem Qualitäts- und Forschungsmanagement gebracht. Die Publikation kann kostenlos aus dem Netz heruntergeladen werden.
Die leitungsorientierte Mittelverteilung ist ein Instrument sowohl des staatlichen als auch des hochschulinternen Managements, welches durch monetäre Anreize Leistungsverbesserungen erzeugen soll. Sie ist zwar nur eine Stellschraube unter vielen, doch weil sie die Hochschulen an ihrem finanziellen Lebensnerv trifft, genießt sie entsprechend große Aufmerksamkeit. Zumal durch die LOM auch noch einer weiterer sensibler Bereich berührt wird: Die Bewertung der Leistungen in Forschung und Lehre. Diese wird gerade von Professor/innen häufig als unterkomplex und inadäquat kritisiert. Die daraus resultierenden Konflikte sind noch nicht hinreichend gelöst. Insgesamt ist die LOM also "work in progress".
Wie weit Ministerien und Hochschulen bei der Einpassung dieses Reformbausteins gekommen sind, zeigt der von Sigrun Nickel und Frank Ziegele herausgegebene 146seitige Band mit dem Titel "Bilanz und Perspektiven der leistungsorientierten Mittelverteilung". Die LOM wird aus drei Perspektiven analysiert:
1. Wirkungen aus Sicht der Hochschulforschung
2. Praxisreflexionen aus Sicht des Hochschulmanagements
3. Kritische Bestandsaufnahme aus Sicht der Landesplanung
Im Ergebnis wird deutlich, dass die LOM im europäischen Hochschulraum stetig an Bedeutung gewinnt sowie innerhalb kurzer Zeit zu mehr Effektivität und größerer Verantwortlichkeit in den Hochschulen geführt hat. Gleichzeitig tun sich aber auch Risiken auf: Hohe Kosten durch die notwendige Informationsbeschaffung über Leistungsdaten, Behinderung strategischen Handelns durch rückwärtsgewandte Belohnung und Verlust der Gemeinwohlorientierung durch zu starken Wettbewerb. Es gibt also noch viel zu verbessern. Vor diesem Hintergrund wollen die beiden Herausgeber mit der Publikation eine Diskussion befördern und laden dazu ein, auf die Beiträge zu antworten.
Ansprechpartnerin: Dr. Sigrun Nickel,
Tel. 05241/2117923,
E-Mail: sigrun.nickel@che-consult.de
http://www.che.de/downloads/CHE_AP111_Analyse_Leistungsorientierte_Mittelverteil...
Criteria of this press release:
interdisciplinary
transregional, national
Science policy, Scientific Publications
German

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