idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
02/18/2009 08:27

Wissenschaftler: Weitere Konflikte bei russisch-ukrainischem Gasstreit sind absehbar

Meike Mossig Pressestelle
Universität Bremen

    Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen veröffentlicht Arbeitspapier zur Analyse des Konflikts. Autoren stammen aus weltweit renommierten Forschungseinrichtungen.

    Als Russland und die Ukraine Anfang 2009 einen Vertrag für die Fortsetzung der Gaslieferungen und den Gastransit abschlossen, atmete die Europäische Union auf. Der jahrelange Konflikt zwischen dem russischen Erdgasunternehmen Gazprom und dem ukrainischen Energiekonzern Naftohaz schien beigelegt. Wissenschaftler der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen warnen indes vor weiteren Problemen. "Eine nähere Analyse der Verträge zeigt, dass bereits neue Konflikte drohen", sagt der Politikwissenschaftler Heiko Pleines von der Forschungsstelle Osteuropa der Universität Bremen. Der Vertrag sei keine Grundlage für eine dauerhafte Lösung. Pleines ist Herausgeber eines vor kurzem veröffentlichten Arbeitspapiers, das den russisch-ukrainischen Erdgaskonflikt vom Januar 2009 analysiert. Die Autoren stammen aus der Forschungsstelle Osteuropa in Bremen, dem weltweit renommierten Oxford Institute for Energy Studies in Großbritannien, der US-amerikanischen Harvard University sowie der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin, die unter anderem die Bundesregierung berät.

    Erhebliche finanzielle Belastungen für die Ukraine

    In den sieben Aufsätzen des Arbeitspapiers, wird der Gaskonflikt vielschichtig und fundiert aus historischer, wirtschaftlicher, politischer und außenpolitischer Sicht analysiert. So lagen den Wissenschaftlern unter anderem die Vertragstexte für ihre Analysen vor, die eigentlich geheim sind. Daraus geht unter anderem hervor, dass die finanziellen Belastungen für die Ukraine erheblich sind. Demnach muss die Ukraine, die kurz vor einem Staatsbankrott steht, mindestens zehn Milliarden Dollar pro Jahr aufbringen. "Kann sie das Geld nicht zahlen, darf Russland Vorauszahlungen fordern", so Pleines. Dass daraufhin der Gashahn wieder zugedreht werde, sei wahrscheinlich.

    Zwar müssten die Bürger in Deutschland nicht so schnell befürchten, dass ihre Heizungen auf Grund des Konflikts kalt bleiben, so Pleines. Das Land habe genügend Gasspeicher. Auch sei Russland nicht der einzige Lieferant für Erdgas. Doch müsse Deutschland langfristig mit dem "ukrainischen Problem" zurechtkommen. Denn selbst wenn alle derzeit diskutierten Pipelines gebaut würden, liege selbst in zehn Jahren der Anteil des russischen Erdgases, das durch die Ukraine transportiert werden müsse, immer noch bei 54 Prozent. Zurzeit beziehe Deutschland rund ein Drittel seines Erdgasverbrauchs aus Russland, so Pleines. Ein Viertel komme aus Norwegen, ein Fünftel aus den Niederlanden, 15 Prozent stamme aus Eigenproduktion, der Rest aus diversen anderen Quellen.

    Das Arbeitspapier zum Gaskonflikt kann unter http://www.forschungsstelle.uni-bremen.de/images/stories/pdf/ap/fsoAP101.pdf nachgelesen und heruntergeladen werden. Insgesamt veröffentlicht die Forschungsstelle Osteuropa sechs Mal im Jahr ein Arbeitspapier, in dem Wissenschaftler osteuropabezogene Themen analysieren.

    Weitere Informationen:

    Universität Bremen
    Forschungsstelle Osteuropa
    Heiko Pleines
    Tel.: 0421 218 7890
    E-Mail: pleines uni-bremen.de
    Homepage: www.forschungsstelle.uni-bremen.de


    More information:

    http://www.forschungsstelle.uni-bremen.de


    Images

    Criteria of this press release:
    Economics / business administration, Politics
    transregional, national
    Scientific Publications
    German


     

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).