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03/12/2009 13:52

Positiv und oft ganz vorn: Die Top-Forschungsthemen in überregionalen Zeitungen

Ole Lünnemann Referat für Öffentlichkeitsarbeit
Technische Universität Dortmund

    Sind Berichte aus der Forschung auch ein besonderer Markt in Zeiten der allgegenwärtigen Krise? Offensichtlich setzen zumindest überregionale Zeitungen in den letzten Jahren verstärkt auf Wissenschaftsthemen - und das immer häufiger auf ihren vorderen Seiten. Das ist eines der Ergebnisse einer Analyse der FAZ, der Süddeutschen und der Zeitung Die Welt am Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus der TU Dortmund. Außerdem untersuchten die Wissenschaftsjournalismusforscher auch Anlässe, Quellen und Tendenzen in der Berichterstattung. Die Ergebnisse der Studie werden jetzt in der renommierten US-Zeitschrift "Journalism & Mass Communication Quarterly" veröffentlicht.

    In ihrer Analyse beziffern die Forscher die Zunahme der wissenschaftsjournalistischen Berichterstattung zwischen 2003/2004 und 2006/2007 auf 48 Prozent. Außerhalb der Wissenschaftsseiten hat sich die Anzahl der Artikel über Wissenschaft, Medizin und Technik innerhalb dieser kurzen Zeit sogar mehr als verdoppelt (Anstieg um 136 Prozent). Ein außergewöhnlicher Zuwachs kann besonders bei Artikeln, die sich mit ökologischen Themen befassen, beobachtet werden (von 6,4 Prozent im ersten auf 15 Prozent im zweiten Untersuchungszeitraum). Das konstant und mit Abstand populärste Wissenschaftsthema in den Zeitungen ist die Medizin (mit circa 28 Prozent).

    Bei der Überprüfung von insgesamt 4077 wissenschaftsjournalistischen Artikeln, die innerhalb des insgesamt 26monatigen Untersuchungszeitraums erschienen sind, haben die Autoren der Studie - Christina Elmer, Franziska Badenschier und Prof. Holger Wormer - die mutmaßlichen Gründe für wissenschaftliche Berichterstattung sowie deren Intonation analysiert. Obwohl Fachzeitschriften und -kongresse wichtige Auslöser für wissenschaftsjournalistische Berichterstattung bleiben, waren etwa 40 Prozent der analysierten Artikel auf nicht-wissenschaftliche Ereignisse (wie politische Debatten oder Naturkatastrophen) zurückzuführen. Eine allzu negative Tendenz oder gar "Technikfeindlichkeit" in der Berichterstattung über Forschungsthemen, den viele Naturwissenschaftler oft vermuten, konnte in der Regel nicht festgestellt werden. Der mit Abstand größte Teil der Berichterstattung über Themen aus der Wissenschaft war positiv und oft eher unkritisch. Die Intonation unterschied sich jedoch von Thema zu Thema: Über Wissenschaftspolitik, Medizin oder ökologische Themen zum Beispiel wurde kritischer berichtet als über andere Bereiche.

    Mit der Studie wurde erstmals der "Boom" von Wissenschaftsthemen in Deutschland, den Experten auch in anderen Medien (etwa dem TV-Bereich) beobachtet haben, quantifiziert und im Detail analysiert. Wenngleich niemand sagen kann, ob die festgestellte Popularität auch in der nun alles dominierenden "Finanzkrise" anhält, weisen die Ergebnisse darauf hin, dass bei drei Leitmedien in der Vergangenheit offensichtlich in einem Punkt Einigkeit bestand: "Science sells!" - und das fast an jedermann.

    Mehr zu dem Thema:
    Christina Elmer, Franziska Badenschier, Holger Wormer:
    "Science for Everybody? How the Coverage of Research Issues in German Newspapers Has Increased Dramatically",
    Journalism & Mass Communication Quarterly, Band 85, Nr. 4 878-893.
    Die Arbeit wurde zum Teil unterstützt durch die Volkswagen Stiftung.

    Die komplette Studie steht in einigen Tagen zum download bereit unter:
    http://www.aejmc.org/_scholarship/research_use/jmcq/index.php

    Kontakt: Prof. Holger Wormer, TU Dortmund: 0231 755 6231 oder 4152


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    Criteria of this press release:
    Media and communication sciences
    transregional, national
    Research results
    German


     

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