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03/17/2009 12:00

Diagnose psychisch krank - und trotzdem mitten im Arbeitsleben?

Dr. Thomas Nesseler Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)

    Wirtschaftskrise und Arbeitswelt: Internationale Konferenz zur Förderung der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz mit 130 Teilnehmern aus 20 Ländern

    Die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz vor dem Hintergrund der Herausforderungen einer tief greifenden Wirtschafts- und Finanzkrise ist das Thema einer internationalen Tagung, zu der das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit am Dienstag und Mittwoch, den 17. und 18. März 2009, gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Europäischen Kommission und dem Bundesgesundheitsministerium eingeladen hat.

    Rund 130 Experten aus 20 Ländern nehmen an der Konferenz teil, darunter Vertreter von Unternehmen, der Selbsthilfe, aus Politik und Wissenschaft. Die Tagung wird von Bundesministerin Ulla Schmidt eröffnet.
    Der jüngst veröffentlichte Gesundheitsreport 2009 der Barmer Ersatzkasse belegt, dass psychische Erkrankungen auch in der Arbeitswelt stark zunehmen. In den letzten
    5 Jahren hat sich der Krankenstand in der Diagnosegruppe "Psychische und Verhaltensstörungen" mehr als verdoppelt. Nach den Muskel-Skelett-Erkrankungen sind diese damit bereits auf Rang 2 der wichtigsten Krankheiten gerückt. Zudem dominieren Langzeitfälle, bei denen die Krankschreibung mehr als sechs Wochen dauert. Dieser stetige Anstieg psychischer Erkrankungen stellt unsere Gesellschaft vermehrt vor die Frage: Wie hängen erfolgreiches Wirtschaften und individuelle Gesundheit in einem Unternehmen zusammen? Die Auswirkungen und die Dauer der Wirtschafts- und Finanzkrise sind heute noch nicht abschließend erkennbar. Doch aller Voraussicht nach wird diese auch zu einer sozialen Krise mit zunehmender Arbeitslosigkeit in vielen europäischen Staaten führen. Der Druck auf die Wirtschaftsunternehmen wird sich auf die Situation der Arbeitnehmer auswirken.
    Die Beziehung zwischen Berufstätigkeit und psychischer Gesundheit ist vielschichtig. Auf der einen Seite können ungünstige Arbeitsbedingungen - wie z.B. permanente Überlastung und Stress, aber auch die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz - zu einem erhöhten Risiko für psychische Gesundheitsprobleme führen. Auf der anderen Seite ist Arbeit und die Teilhabe am Berufsleben ein wichtiger Faktor zum Erhalt der psychischen Gesundheit und kann bei psychisch erkrankten Menschen entscheidend zur Rehabilitation und Stabilisierung beitragen.
    Ein thematischer Schwerpunkt der Konferenz liegt auf den Fragen, wie Menschen mit psychischen Gesundheitsproblemen für das Berufsleben gestärkt und ihre Integration in den Arbeitsmarkt gefördert werden kann. Daneben spielen Best-Practice-Beispiele zur Prävention psychischer Gesundheits¬probleme in der Arbeitswelt eine Rolle. Sowohl die Maßnahmen einzelner Unternehmen werden vorgestellt als auch Ansätze, durch Vernetzung gerade auch kleinere und mittlere Unternehmen bei der Umsetzung von Präventionsprogrammen zu unterstützen. Auf der Grundlage der These, dass die angespannte Wirtschaftslage besondere Maßnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit fordert, werden Vertreter von Gewerkschaften, Unternehmen, Ärzteorganisationen, Krankenkassen und Betroffene gemeinsam mit den Organisatoren Empfehlungen sowohl für Arbeitgeber als auch für politische Entscheidungsträger diskutieren, wie die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz gestärkt werden kann.
    Der zunehmenden Bedeutung der psychischen Gesundheitsprobleme für die Gesellschaft wurde international mit dem Aktionsplan zur psychischen Gesundheit der europäischen ministeriellen WHO-Konferenz in Helsinki (2005) sowie mit dem Europäischen Pakt für psychische Gesundheit und Wohlbefinden der Europäischen Union (2008) Rechnung getragen. Die Konferenz "Mental health at the workplace - Protection and inclusion in challenging times" steht im Zusammenhang mit diesen hochrangigen Initiativen. Im Rahmen der Konferenz werden die in den internationalen Initiativen als besonders wichtig herausgestellten Themen der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz, der sozialen Integration psychisch erkrankter Menschen und des Abbaus von Stigma und Diskriminierung aufgegriffen.

    Kontakt:
    Aktionsbündnis Seelische Gesundheit
    Hauptgeschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie,
    Psychotherapie und Nervenheilkunde
    Reinhardtstraße 14 o 10117 Berlin
    Tel.: 030 / 2809 - 6602 und 030 / 2809 - 6795
    koordination@seelischegesundheit.net
    http://www.seelischegesundheit.net o
    http://www.mental-wellbeing.net

    Das Aktionsbündnis für Seelische Gesundheit ist eine Initiative zur Förderung der seelischen Gesundheit. Über 50 Bündnispartner beteiligen sich an dem bundesweiten Netzwerk, darunter Experten der Psychiatrie und Gesundheitsförderung, Betroffene und ihre Angehörigen. Gemeinsam setzen sie sich für die Belange von Menschen mit psychischen Erkrankungen und ihrer Familien ein. Bundesministerin Ulla Schmidt ist Schirmherrin des Aktionsbündnisses für Seelische Gesundheit.


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    Criteria of this press release:
    Medicine, Nutrition / healthcare / nursing, Philosophy / ethics, Psychology, Social studies
    transregional, national
    Press events, Scientific conferences
    German


     

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