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03/27/2009 14:58

Berliner auf Dinosaurier-Jagd an der Seidenstraße

Dr. Gesine Steiner Pressestelle
Museum für Naturkunde - Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin

    Ein achtköpfiges deutsches Grabungsteam wird unter Leitung von Oliver Wings vom Museum für Naturkunde Berlin im April diesen Jahres zu einer einmonatigen Dinosauriergrabung in die Wüstengebiete Nordwest-Chinas aufbrechen. Das Forschungsprojekt ist eine Kooperation mit der Universität Tübingen und chinesischen Paläontologen der Jilin University und dem Geological Survey in Urumqi.

    "Wir tilgen einen der letzten weißen Flecken auf der paläontologischen Landkarte" sagt Wings, wissenschaftlicher Leiter der geplanten Dinosauriergrabung im Turpan-Becken in der chinesischen Provinz Xinjiang. Diese liegt zwischen Kasachstan im Westen und der Mongolei im Osten. In dieser Region entdeckten Wings und sein Team von Wissenschaftlern und Studenten der Universität Tübingen und der Universität Bonn in ehemaligen Fluss- und Seeablagerungen aus der Jura-Zeit bereits im Frühjahr 2008 mehrere Dinosaurierskelette. Deren Bergung wird jetzt durch Forschungsmittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der "Sino-German Joint Group of Palaeontology and Geosciences" ermöglicht.

    Die Gegend ist neben den bedeutenden archäologischen Funden der nahen historischen Seidenstraßen-Route auch reich an gut erhaltenen Wirbeltierfossilien. Darunter sind wahre Giganten überliefert, wie der bereits geborgene 1,5 m große Oberschenkelknochen eines pflanzenfressenden Sauropoden bezeugt. "Mamenchisaurus gehörte zu den größten landbewohnenden Wirbeltiere aller Zeiten und hat sich durch die damalige isolierte geographische Lage von Ostasien vermutlich getrennt vom Rest der Gruppe weiterentwickelt, was uns interessante Einblicke in die Evolution dieser Riesen liefert", so Wings.
    Ein bemerkenswerter Fund ist auch der erste Nachweis von Dinosaurierspuren in Xinjiang, der aus über 150 dreizehigen Fußabdrücken von Fleischfressern (Theropoden) besteht. Unter den Dinosaurierfunden befindet sich Zahn-, Wirbel- und Langknochenmaterial von Stegosauriern, Theropoden und Sauropoden. Die fossilen Knochen sind teilweise noch zusammenhängend im Gestein eingebettet und weisen zumindest in einem Fall auf ein weitgehend vollständiges Skelett hin. Neben den Dinosaurierresten fanden sich auch komplette Schildkrötenpanzer, mikroskopisch kleine Reste von Haien und Knochenfischen, Krokodilreste und winzige Säugetierzähnchen. Um die Fülle der Funde bearbeiten zu können, werden vor allem die kleineren Funde nach Deutschland gebracht. Ein Teil der paläontologischen Kostbarkeiten aus China wird dann voraussichtlich im Berliner Museum für Naturkunde präpariert und wissenschaftlich bearbeitet werden. Nach Abschluss der Bearbeitung werden alle Fossilien nach China zurückgebracht. Die gefundenen Fossilien sollen genauere Informationen zu den Ablagerungsbedingungen, zum Lebensraum und zur Lebensweise der Tiere geben. Für die Grabungsarbeiten in den nächsten Jahren werden noch Sponsoren gesucht.

    Fotos zur aktuellen Pressemitteilung erhalten Sie unter:
    http://download.naturkundemuseum-berlin.de/presse/Chinasaurier

    Fotocredit: Oliver Wings, Museum für Naturkunde, Berlin
    Abb. 1: Sandsteinwand mit über 150 Theropodenspuren. Die Bildbreite entspricht etwa 30 m.
    Abb. 2: Bergung von vollständigen Schildkrötenpanzern
    Abb. 3: Dr. Oliver Wings bei der Bergung eines großen Dinosaurier-Knochens. (Der Querschnitt des Knochens ist schwarz.)

    Kontakt: Museum für Naturkunde Berlin
    Dr. Oliver Wings, Abteilung Forschung,
    Tel. +49-(0)30 2093 8754, Fax. +49-(0)30 2093 8565
    dr.wings@googlemail.com
    Dr. Gesine Steiner, Öffentlichkeitsarbeit,
    Tel. +49(0)30 2093 8917 Fax. +49(0)30 2093 8914
    gesine.steiner@mfn-berlin.de


    More information:

    http://www.naturkundemuseum-berlin.de


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    Criteria of this press release:
    Biology, Geosciences
    transregional, national
    Research projects
    German


     

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