idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
03/30/2009 17:14

Den Teufelskreis durchbrochen

Pressesprecher Florian Schneider Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

    Hoffnung für Patienten mit Arteriosklerose - Experimentelle Radiologie der Berliner Charité entwickelt Gefäßkatheter, der die Narbenbildung in den Gefäßwänden unterdrückt.

    Berlin, 30.März 2009. Sie ist Segen und Fluch zugleich: Jede Behandlung mit einem Ballonkatheter provoziert die Narbenbildung an der Gefäßinnenwand, weil durch das Dehnen des verstopften Gefäßrohres mikrofeine Verletzungen entstehen. Unangenehme Folge sind erneute Verengungen der Arterien, weitere Gefäßweitungen werden nötig...Ein Teufelskreis, den Professor Ulrich Speck, Mitarbeiter einer Arbeitsgruppe der Berliner Radiologie nun durchbrochen hat. Der von ihm in Zusammenarbeit mit der Kardiologie und verschiedenen Firmen entwickelte Katheter ist mit einem speziellen Wirkstoff beschichtet, der die Narbenbildung verhindert. Das Gefäß bleibt dauerhaft offen. Bereits im Dezember erhielt die Arbeitsgruppe den Innovationspreis Berlin /Brandenburg. Jetzt wird der Katheter für den Markt zugelassen und künftig auch außerhalb klinischer Prüfungen für Patienten zum Einsatz kommen.

    Kontaktzeit von nur einer Minute
    Der Wirkstoff der Katheterbeschichtung heißt Paclitaxel und ist der Medizin aus der Krebstherapie bekannt. Paclitaxel unterdrückt die Zellteilung und hindert Krebszellen damit am Wachstum. Diese Wirkung machten sich Professor Speck und sein Team zunutze, denn um Zellwucherung geht es auch bei der Narbenbildung in Folge der Gefäßweitung. "Geheimnis unseres Katheters ist die schnelle und konzentrierte Freigabe von Paclitaxel. Wenn wir den Ballon am Ort der Gefäßverengung aufblasen, reicht die Kontaktzeit von etwa 60 Sekunden aus, damit der Wirkstoff an den Gefäßwänden seine Wirkung tut", erklärt Prof. Speck.

    Nachbehandlungsquote sinkt deutlich
    Und die Wirkung hält an. Die kürzlich vorgelegte Zwei-Jahres-Studie zeigt: Durch die neue Beschichtung sank die Notwendigkeit einer Wiederholungsbehandlung von 37 Prozent auf 6 Prozent an den Herzkranzgefäßen und von 52 Prozent auf 15 Prozent in den Beinarterien. Bei den zukünftigen Einsatzgebieten von Paclitaxel-Kathetern hat Prof. Speck vor allem die schweren Fälle im Blick: "Der relativ sanfte Eingriff bietet große Erfolgsaussichten und lässt uns hoffen, dass damit gerade schwer behandelbare Patienten zu therapieren sind. Wir helfen besonders den Patienten, die häufig eine lange Leidensgeschichte mit teilweise über zehn Katheter-Behandlungen hinter sich haben."

    Neue Wege bei der Behandlung einer Volkskrankheit
    Die Arterienverengung (Arteriosklerose) kommt in Deutschland sehr häufig vor. Ausgelöst durch den natürlichen Alterungsprozess, einen falschen Lebensstil mit fettreicher Ernährung und wenig Bewegung, Diabetes, aber auch aufgrund genetischer Veranlagung leiden etwa zweieinhalb Millionen Menschen an Verengungen und Verstopfungen der Blutgefäße.
    Die Entwicklung einer neuen Katheter-Generation, mit der sich die Narbenbildungsquote reduzieren lässt, hat daher auch enorme ökonomische Dimensionen. Das Markpotenzial wird von der Technologiestiftung Berlin (TSB), die weitere Projekte der Arbeitsgruppe fördert, auf etwa 500 Millionen Euro jährlich geschätzt.


    More information:

    http://www.drg.de


    Images

    Criteria of this press release:
    Medicine
    transregional, national
    Research results
    German


     

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).