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Wissenschaft
Der Stuttgarter Linguist hat als einziger Wissenschaftler in Baden-Württemberg das renommierte Forschungsstipendium opus magnum erhalten, mit dem 2008 bundesweit zehn Geisteswissenschaftler ausgezeichnet wurden. Ziel dieser Forschungsförderung im Rahmen der Initiative "Pro Geisteswissenschaften" der Fritz Thyssen Stiftung und der VolkswagenStiftung ist die Fertigstellung eines größeren wissenschaftlichen Werkes (= opus magnum).
Der Linguist Prof. Dr. Klaus von Heusinger hat ein zweijähriges opus-magnum Stipendium der Initiative "Pro Geisteswissenschaften" erhalten. Damit geht zum ersten Mal dieses bundesweit verliehene Stipendium nach Stuttgart. Von Heusinger lehrt seit 2003 Allgemeine und Germanistische Sprachwissenschaft an der Universität Stuttgart, er war 2006 - 2008 Leiter des Sprachenzentrums und ist seit Oktober 2008 der Sprecher des interfakultären Forschungsverbunds "Sprachwissenschaft und Kognition".
Die Initiative "Pro Geisteswissenschaften" wurde von der Fritz Thyssen-Stiftung und der VolkswagenStiftung mit dem Ziel ins Leben gerufen, die Bedeutung der Geisteswissenschaften für die Wissensreflexion und interkulturelle Kommunikation in einer global vernetzen und immer komplexer werdenden Welt zu würdigen. Das Stipendium ermöglicht es den Forschern, sich bis zwei Jahre lang auf ein bedeutendes Forschungsprojekt zu konzentrieren. In dieser Zeit werden sie an der Universität durch Nachwuchswissenschaftler vertreten.
Professor von Heusinger kann sich dank der Förderung in den nächsten zwei Jahren dem Abschluss seines Projekts "Spezifizität als grammatische Kategorie zwischen Intentionalität und Indexikalität" widmen. Das Forschungsprojekt untersucht die referenziellen Eigenschaften von eher "unscheinbaren" Wörtern wie den Artikeln kontrastiv in germanischen, romanischen, semitischen und altaischen Sprachen. Während die Bedeutungsdifferenz zwischen dem definiten Artikel und dem indefiniten Artikel inzwischen recht gut erforscht ist, sind die weitergehenden Bedeutungsunterschiede von indefiniten Ausdrücken wie in dem Satz "Peter möchte eine Norwegerin heiraten" (erste Lesart: eine bestimmte, zweite Lesart: irgendeine) zwar intensiv diskutiert, aber nicht abschließend erklärt. Damit wird das Projekt auch ein Beitrag zu der aktuellen Debatte über Referenz und Kommunikation leisten, so dass das Projekt an der Schnittstelle von Grammatik, Semantik, Pragmatik, Sprachphilosophie und einer Theorie der Kommunikation interdisziplinär arbeitet.
Die Förderung sieht eine zweijährige Freistellung von allen universitären Verpflichtungen vor: Mit 200.000 Euro finanzieren die beiden Stiftungen die Vertretung des Lehrstuhls für Allgemeine und Germanistische Linguistik im Bereich der Lehr- und Verwaltungsaufgaben, die im Sinne der Nachwuchsförderung mit PD Dr. Daniel Hole besetzt wurde. Ferner werden internationale Kooperationen mit Kollegen und Kolleginnen in den USA, Frankreich, Spanien und den Niederlanden sowie ein abschließender internationaler Kongress finanziert.
Prof. Dr. Klaus von Heusinger ist Alumnus der Universität Konstanz, wo er sich 1999 im Fach Allgemeine Sprachwissenschaft habilitierte. Er zählt auch zu den Alumni des Zukunftskollegs der Universität Konstanz, das 2007 aus dem Zentrum für den wissenschaftlichen Nachwuchs (ZWN) hervorging.
Kontakt Prof. Dr. Klaus von Heusinger:
Institut für Linguistik/Germanistik (ILG)
Universität Stuttgart
Heilbronner Str. 7
70174 Stuttgart
E-mail: Klaus.vonHeusinger@ling.uni-stuttgart.de
URL: http://www.ilg.uni-stuttgart.de/vonHeusinger
Kontakt Zukunftskolleg:
Dr. Ursula Herold-Schmidt
Öffentlichkeitsarbeit und Wissenstransfer
Universität Konstanz
E-Mail: ursula.herold-schmidt@uni-konstanz.de
URL: http://www.uni-konstanz.de/zukunftskolleg
Criteria of this press release:
Language / literature
transregional, national
Personnel announcements
German

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