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Wissenschaft
75. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, 16. bis 18. 4. 2009, Mannheim
Mannheim, Samstag, 18. April 2009 - Entspannungsmusik und Klassik sorgen dafür, dass Patienten im Herzkatheter-Labor weniger Angst haben. Von Musik, die der Behandler nach dem Zufallsprinzip auswählt, profitieren Patienten in Sachen Angstabbau sogar noch mehr als von selbst ausgewählter Musik. Dies berichtete ein Forscherteam vom Krankenhaus St. Franziskus, Möchengladbach, und dem Universitätsklinikum Aachen auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK). Auf der noch bis 18. April 2009 laufenden DGK-Jahrestagung in Mannheim diskutieren mehr als 7000 aktive Teilnehmer aus 25 Ländern neue Erkenntnisse aus der Herz-Kreislauf-Forschung.
Im Rahmen der ALMUT-Studie wurde bei etwa 200 Herzkatheter-Patienten gemessen, ob Musik unterschiedlicher Stile unterschiedliche Grade von Angstabbau auslösen kann und ob sie mehr von der begleitenden Musik profitieren, wenn sie sie selbst wählen können. Zur Verfügung standen Angebote aus den Kategorien "Klassik", "Entspannungsmusik", "Kuscheljazz" oder "Stille". Der Angststatus wurde mit einem speziellen psychologischen Messverfahren sowie der Messung von Blutdruck und Herzfrequenz erhoben.
In der Patientengruppe, die ihre Musik selbst auswählen konnte, erzielte Entspannungsmusik die beste angstlösende Wirkung, in der Gruppe, in der Musik nach dem Zufallsprinzip zugespielt wurde, war Musik aus der Kategorie Klassik am effektivsten. Insgesamt war der Angstabbau in jener Gruppe effektiver, die nicht selbst ihre Musik wählen konnte. "Musikhörer in dieser Gruppe schienen stärker beruhigt zu sein, weil sie die fremdbestimmte Musikwahl für einen Teil ärztlicher Therapie hielten", so die Experten. "Die Verantwortung wird gern delegiert." Die guten Werte für die Musikkategorien Klassik und Kuscheljazz ließen sich "durch die als angenehm empfundene ruhige Rhythmizität und die erhöhte Aufmerksamkeit für Musik aus unbekannten, nicht immer persönlich favorisierten Genres begründen."
Quelle: Goertz et al, Bach oder Jazz - vom Patienten oder vom Los gewählt? Zur Wirkung von Musik im Herzkatheterlabor. Clin Res Cardiol 98, Suppl 1, April 2009, V802.
Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK)
Pressestelle
Prof. Dr. Eckart Fleck / Christiane Limberg
Achenbachstr. 43, 40237 Düsseldorf
Tel.: 0211 / 600 692 - 61; E-Mail: limberg@dgk.org
Roland Bettschart, B&K
Pressezentrum am Kongress: 0621-41065003; mobil 0043 676 6356775
Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit heute mehr als 7000 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste kardiologische Gesellschaft in Europa. Weitere Informationen unter www.dgk.org.
Criteria of this press release:
Medicine
transregional, national
Research results, Scientific conferences
German

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