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04/29/2009 12:27

VDE|DKE gibt erste Empfehlungen zu Standards "Intelligente Assistenzsysteme"

Melanie Mora Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.

    BMBF/VDE-Innovationspartnerschaft Ambient Assisted Living

    Technische Assistenzsysteme bieten insbesondere in den Bereichen Haushalt, Gesundheit und Sicherheit kostengünstige und effektive Lösungen für die alternde Gesellschaft. Darüber hinaus birgt "Ambient Assisted Living" (AAL) große Potentiale für die Elektro- und IT-Branche und den Arbeitsmarkt. Eine zentrale Herausforderung besteht darin, das Zusammenspiel (die Interoperabilität) unterschiedlicher informations- und kommunikationstechnischer Komponenten und Geräte und deren Integration in ein Gesamtsystem zu gewährleisten. Damit sich Teilkomponenten vergleichen, kombinieren, austauschen und nachrüsten lassen, sind spezifische Normen und Standards erforderlich. Erste Empfehlungen dazu haben nun Experten der Arbeitsgruppe "Schnittstellenintegration und Interoperabilität" der BMBF/VDE-Innovationspartnerschaft AAL vorgelegt.

    Normungsstrategie für den globalen Markt
    In ihrem Papier regen die Experten die Entwicklung sogenannter Integrationsprofile an, die typische Assistenzfunktionen für altersgerechte Technik aus Anwendersicht beschreiben und damit unter anderem die Benutzerfreundlichkeit erhöhen. Da AAL einen globalen Markt bedient und beispielsweise ein deutsches Assistenzsystem sich auch im Ausland installieren lassen soll, sind des Weiteren eine längerfristig angelegte gemeinsame Normungsstrategie zu entwickeln sowie europäische oder internationale Standards möglichst schnell umzusetzen. Für notwendig hält die Expertengruppe auch die Etablierung von Strukturen sowie von Prüfwerkzeugen, Szenarien und Testfällen, mit denen sich die Konformität von Systemen mit Normen oder Integrationsprofilen zuverlässig überprüfen lässt.

    Forschungsbedarf bei semantischen Metamodellen
    Semantische Metamodelle sind maschinenverständliche Modelle des menschlichen Alltags. Diese sind Voraussetzung für Geräte, die bei der Installation und Einrichtung den Nutzer unterstützen und führen. Erst dadurch können Verbrauchern komplexe, aber einfach zu bedienende Geräte im Fach- oder Elektrohandel kaufen und Fachhändler ohne großen Schulungsaufwand die Konfiguration übernehmen. Bei der Entwicklung solcher Modelle besteht jedoch zum einen noch ein erheblicher Forschungsbedarf; zum anderen gilt es, die Normung und Pflege durch geeignete Institutionen auch über einen langen Zeitraum sicherzustellen. Die Entwicklung semantischer Metamodelle ist den Experten zufolge auch nötig, um in der Vielfalt unterschiedlich komplexer Prozesse - von Basisdiensten (z. B. Ablesen der Temperatur des Backofens über einen Hausbus) bis zu höheren Diensten (z. B. Überwachung von Aktivitäten des täglichen Lebens) - die Zusammenarbeit und die Möglichkeit der Erweiterung von Systemen zu sichern. Durch schnelles Handeln könnte sich die deutsche Industrie hier einen wichtigen Vorsprung im internationalen Wettbewerb sichern.

    Schnelle Wege zu Innovation und Akzeptanz
    In der Offenlegung von Schnittstellen sehen die Experten eine weitere wichtige Voraussetzung für die Interoperabilität. Sie empfehlen, Projektergebnisse unter einer Open-Source-Lizenz freizugeben und die Offenlegung von Schnittstellen zur Auflage für zukünftige BMBF-Projektförderungen zu machen. Damit die Potentiale dieser neuen Anwendungen im Gesundheitswesen auch ausgeschöpft werden, sollten Ärzte, Krankenschwester und Pfleger in technischer und in organisatorischer Hinsicht künftig eng eingebunden werden. Für den Bereich Haushalt schlägt die Arbeitsgruppe die Einführung eines "AAL-Passes" vor, der die AAL-Tauglichkeit der Wohnung oder des Wohnhauses belegt (z. B. die Verfügbarkeit breitbandiger Internetzugänge und Installationsmöglichkeiten für Assistenzsysteme). Ein sinnvolles Mittel zur weiteren Förderung von Innovationen und zur Steigerung der Akzeptanz für AAL-Anwendungen in der Bevölkerung sieht die Expertengruppe in der Ausschreibung von Wettbewerben zu Themen wie Sturzerkennung und innovative Notrufsysteme.

    Weißbuch zu AAL-Standards in Arbeit
    Die Empfehlungen der Arbeitsgruppe "Schnittstellenintegration und Interoperabilität" der BMBF/VDE-Innovationspartnerschaft sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Markteinführung von AAL-Anwendungen. "Als konkrete Ziele hat sich die Arbeitsgruppe vorgenommen, den aktuellen Stand der Technik in Bezug auf Interoperabilität zu analysieren, Problembereiche und Lücken in den bestehenden Standards und Normen zu identifizieren und auf dieser Basis Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung der Interoperabilität bei AAL-Komponenten und -Anwendungen zu formulieren", so die Autoren. Die Ergebnisse dieser Arbeiten sollen als Studie in Form eines Weißbuchs veröffentlicht werden.


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    Criteria of this press release:
    Electrical engineering, Medicine
    transregional, national
    Cooperation agreements, Research projects
    German


     

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