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05/20/2009 16:44

Dreimal SFB-Glück: Forschungsqualität an der RUB

Dr. Josef König Pressestelle
Ruhr-Universität Bochum

    Eine Verlängerung, zwei neue Beteiligungen
    Katalyse, Statistik der Wirtschaft, Viren und Immunzellen

    Über starken Rückenwind freuen sich die Forscher der Ruhr-Universität Bochum: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft beschloss gestern die Verlängerung des RUB-Sonderforschungsbereichs "Metall-Substrat-Wechselwirkungen in der heterogenen Katalyse" um weitere drei Jahre und bewilligte zwei neue Sonderforschungsbereiche mit RUB-Beteiligung.

    Neu sind der Transregio-SFB "Mutual interaction of viruses with cells of the Immune System" mit der Universität Duisburg-Essen (Sprecherhochschule) und den Universitäten Wuhan/Fudan in China sowie der SFB "Statistik nichtlinearer dynamischer Prozesse" mit der TU Dortmund (Sprecherhochschule). Die RUB hat somit sieben SFBs mit Sprecherfunktion und ist an fünf weiteren beteiligt.

    Heterogene Katalyse

    In der nächsten Periode des SFB 558 "Metall-Substrat-Wechselwirkungen in der heterogenen Katalyse" (Sprecher: Prof. Dr. Christof Wöll), der für diese Zeit mit rund 7,5 Millionen Euro gefördert wird, werden die Forscher eine Reihe neuer experimenteller und theoretischer Ansätze verfolgen, "auch als Resultat der sehr erfreulichen Bewilligung von vier neuen Teilprojekten", freut sich Prof. Wöll. Zum einen werden verstärkt neuartige Typen von Katalysatoren in den Vordergrund treten, die in der Flüssigphase eingesetzt werden. Dazu zählen die Kolloide, in Flüssigkeiten verwirbelte metallische Nanopartikel, die sich durch hohe katalytische Aktivität auszeichnen. Dabei sollen insbesondere ionische Flüssigkeiten zum Einsatz kommen, also Salze, die schon bei Raumtemperatur als Schmelze vorliegen. Außerdem werden metallorganische Gerüststrukturen (sog. MOFs, für engl. Metal Organic Frameworks) Gegenstand der Forschungsarbeiten sein. "Es handelt sich hierbei um eine ganz neue Materialklasse, in deren Poren - wie in die Fächer eines Regals - nanoskalige Metall- und Oxidpartikel eingelagert werden können", erklärt Wöll. Neben diesen experimentellen Untersuchungen ist auch der Beitrag der Theorie deutlich gestärkt worden: Zwei Teilprojekte jüngerer Wissenschaftler werden neu entwickelte theoretische Methoden zur Beschreibung katalytisch relevanter Materialien in den SFB einbringen. Besonders wichtig für die Arbeit der nächsten drei Jahre wird das in den SFB integrierte Graduiertenkolleg "Physikalische und Chemische Prozesse an Oxidoberflächen: Vom Experiment zur Theorie". Das schon 2008 gestartete Kolleg ist ein wichtiger Bestandteil der Forschungstätigkeit im SFB558; die dazugehörenden Veranstaltungen werden in Eigenregie der Doktorandinnen und Doktoranden des SFB durchgeführt.

    Weitere Informationen

    Prof. Dr. Christof Wöll, Sprecher des SFB 558, Lehrstuhl für Physikalische Chemie I der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel: 0234/32-25529, Fax: 0234/32-14182, E-Mail: woell@pc.ruhr-uni-bochum.de

    Statistik nichtlinearer dynamischer Prozesse

    Im Zentrum des SFB "Statistik nichtlinearer dynamischer Prozesse" stehen zeitvariable dynamische Prozesse in den Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften. Die vielfältigen Variablen und komplexen Prozesse mit zum Teil unübersichtlichen Abhängigkeiten lassen sich mit konventionellen Modellen nicht beschreiben. So haben in der aktuellen Finanzkrise fast alle ökonomischen Modelle bei Diagnose und Prognose versagt. Während 2007 in ruhigeren Börsenzeiten die Aktienmärkte unterschiedliche Entwicklungen und Trends zeigten, riss 2008 die Krise nahezu alle ins Minus, mit nahezu prozentual gleichen Verlusten. Wieso nehmen internationale Kapitalmarktabhängigkeiten in wirtschaftlichen Abschwungphasen drastisch zu? Und wie ist zu erklären, dass die jeweiligen Märkte in Aufschwungphasen nicht diese simultane Kursausschläge zeigen? Die abrupten und/oder graduellen Änderungen - die so genannten Strukturbrüche - zu finden und zu quantifizieren, ist das wichtigste Ziel der Wissenschaftler im neuen SFB. Auf Dortmunder Seite arbeiten Wissenschaftler aus den Wirtschafts-, Sozialwissenschaften, Maschinenbau, Physik und Statistik in dem geförderten Projekt. Auf Bochumer Seite forschen Wissenschaftler der Fakultäten Mathematik, Wirtschaftswissenschaften und Elektrotechnik und Informationstechnik in dem neuen SFB, die insgesamt an sieben der 12 Projekte beteiligt sind. Die DFG fördert den neuen SFB für zunächst vier Jahre mit rund 7,6 Mio. Euro.

    Weitere Informationen

    Prof. Dr. Holger Dette, stellvertretender Sprecher des SFB, Lehrstuhl für Stochastik, Fakultät für Mathematik der RUB; Tel. 0234/32-28284, -23284, E-Mail: holger.dette@rub.de

    Interaktionen von Viren und Immunzellen

    Noch immer gibt es kein Heilmittel gegen HIV oder den Hepatitis B- und C-Virus. Ein besseres Verständnis des Übergangs von akuter Infektion zur chronischen Krankheit dieser drei Viruserkrankungen steht daher im Mittelpunkt des international aufgestellten SFB/Transregio 60 "Interaktion von Viren mit Zellen des Immunsystems bei persistierenden Virusinfektionen: Grundlagen für Immuntherapie und Impfungen" (Sprecher: Prof. Dr. Michael Roggendorf, Uni Duisburg-Essen). Deutsche und chinesische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen gemeinsam die Interaktion von persistenten Viren und körpereigenen Zellen in sowohl angeborenen als auch adaptiven Immunreaktionen untersuchen. Damit soll erforscht werden, wie es Viren gelingt, den Abwehrmechanismen des Körpers zu entkommen. So wollen sie Grundlagen für neue virusspezifische Immuntherapien und Schutzimpfungen entwickeln, die die Persistenz von Viren reduzieren. Drei Bochumer Wissenschaftler sind an dem SFB beteiligt.

    Weitere Informationen

    Prof. Dr. Klaus Überla, Medizinische Fakultät der Ruhr-Universität Bochum, Tel.: 0234/32-23189, Fax: 0234/32-14352, klaus.ueberla@rub.de

    Redaktion: Meike Drießen


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    Criteria of this press release:
    interdisciplinary
    transregional, national
    Research projects
    German


     

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