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06/03/2009 09:32

"Bildung zuerst, Chancengleichheit zuerst!"

Stefan Grob Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Studentenwerk

    Das Deutsche Studentenwerk (DSW) fordert die Parteien zur Bundestagswahl auf, Chancengleichheit zuoberst auf die bildungs- und hochschulpolitische Agenda zu setzen.

    Für das Deutsche Studentenwerk (DSW) gehört die Chancengleichheit zuoberst auf die bildungs- und hochschulpolitische Agenda. Der Studentenwerks-Bundesverband legte heute in Berlin seine Forderungen an die Parteien zur Bundestagswahl vor. DSW-Präsident Rolf Dobischat appellierte einen Tag vor der Entscheidung über die drei Sonderprogramme für Bildung und Forschung an Bund und Länder, auch "bei angespanntester Lage der öffentlichen Haushalte forciert in die Bildung" zu investieren. Dobischat wörtlich: "Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise erfordert nicht nur wirtschafts- und finanzpolitisch entschlossenes Handeln - sie erfordert eine klare Prioritätensetzung für die Bildung."

    · Chancengleichheit an erster Stelle
    Das deutsche Hochschulsystem ist eines der sozial selektivsten weltweit; von 100 Akademiker-Kindern studieren 83, von 100 Kindern aus Familien ohne akademische Tradition studieren nur 23. In kaum einem anderen Industrieland ist der Bildungserfolg so stark an die soziale Herkunft gekoppelt wie in Deutschland. Das Deutsche Studentenwerk fordert die Parteien auf, in ihren bildungs- und hochschulpolitischen Programmen die Bildung an die erste Stelle zu setzen. "Das deutsche Hochschulsystem muss endlich stärker für junge Menschen aus bildungsfernen Elternhäusern oder mit Migrationshintergrund geöffnet werden", fordert DSW-Präsident Dobischat, "und das gilt erst recht für eine Hochschulsystem, das sich an Leitbegriffen wie Autonomie, Wettbewerb und Elite orientiert."

    · BAföG ausbauen, Studiengebühren abschaffen
    Von den Parteien fordert das Deutsche Studentenwerk "ein klares Bekenntnis zum Ausbau des BAföG". Es sei ein "Schlüsselinstrument für mehr Chancengleichheit und mehr soziale Durchlässigkeit", heißt es in dem Forderungskatalog. Das BAföG müsse regelmäßig an die Preis- und Einkommensentwicklung angepasst werden, die bisherige Altersgrenze von 30 solle abgeschafft werden. Wiederholt spricht sich das Deutsche Studentenwerk dafür aus, Studiengebühren abzuschaffen, da sie die soziale Selektivität des deutschen Hochschulsystems verschärften.

    · Bologna weiterentwickeln, soziale Infrastruktur für Studierende stärken
    Der Verband bekennt sich zu den Zielen des Bologna-Prozesss, befürchtet aber, die Reformen könnten auf halbem Wege stecken bleiben. Insbesondere Bachelor-Studierende sehen sich nach DSW-Einschätzung vielerorts einem extremen Zeit-, Leistungs- und Prüfungsdruck ausgesetzt; die Mobilität werde eher eingeschränkt. "Bologna" könne nur gelingen, wenn ausreichend Studienplätze sowohl für Bachelor als auch Master-Studiengänge zur Verfügung stehen, wenn die Hochschulen für die deutlich intensiveren Lehraufgaben zusätzlich finanziert und gleichzeitig die soziale Infrastruktur für Studierende massiv ausgebaut werden.

    · Ausbau der Service- und Beratungsangebote für Studierende
    Dazu gehört für das Deutsche Studentenwerk eine ausreichende Studienfinanzierung, campusnaher Wohnraum, eine preisgünstige und gesunde Verpflegung, vor allem aber studienbegleitende soziale Beratung. "Die Studierenden sind angewiesen auf Beratung zur Studienfinanzierung, zum Zeit- und Selbstmanagements, zu Lerntechniken oder zum Umgang mit Prüfungen und Leistungsdruck", führt Rolf Dobischat aus. Über die im Hochschulpakt II geplanten 275.000 zusätzlichen Studienplätze hinaus müssten auch due Service- und Beratungsangebote der Studentenwerke zum Wohle der Studierenden ausgebaut werden.

    · Familienfreundliches Studium, barrierefreie Hochschulen
    Ein besonderes Augenmerk legt das Deutsche Studentenwerk auf Studierende in so genannten "besonderen Lebenslagen." Dazu gehören die 7% Studierenden mit Kind, aber auch die 8% der Studierenden, die durch eine gesundheitliche Schädigung im Studium beeinträchtigt sind. Von "flächendeckend familienfreundlichen Studienbedingungen" sei man in Deutschland noch weit entfernt, kritisiert der Verband. Noch immer fehlten gleichwertige Studienbedingen für Studierende mit Behinderung oder chronischer Krankheit. Hier müssten die Parteien handeln, so die DSW-Forderung.


    More information:

    http://www.studentenwerke.de/pdf/Forderungen_Bundestagswahl_2009.pdf - die DSW-Forderungen zum Download


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    Criteria of this press release:
    interdisciplinary
    transregional, national
    Science policy, Studies and teaching
    German


     

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