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06/03/2009 14:00

Für journalistische Unabhängigkeit in Osteuropa - ZEIT-Stiftung verleiht heute in Oslo zum zehnten Mal Gerd Bucerius-Förderpreise

Rike von der Heide Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius

    Die Gerd Bucerius-Förderpreise Freie Presse Osteuropas wurden 2009 zum zehnten Mal verliehen - diesmal in der norwegischen Hauptstadt Oslo. Die Auszeichnungen für Journalisten und Medien aus Russland, Belarus, Georgien, Aserbaidschan und Armenien sollen die Entfaltung der Medienfreiheit und die Arbeit unabhängiger Medien stärken. Die ZEIT-Stiftung will mit den Gerd-Bucerius-Förderpreisen Journalisten und Zeitungen ermutigen, ihre Berichterstattung unerschrocken fortzusetzen. In diesem Jahr vergibt die Stiftung zusammen mit ihrer norwegischen Partnerstiftung Fritt Ord in Oslo sieben Gerd Bucerius-Förderpreise Freie Presse Osteuropas im Umfang von insgesamt 130.000 €.

    Anlässlich der Preisverleihung im Nobel-Institut in Oslo sprach der norwegische Außenminister Jonas Gahr Store, die Journalistin und Autorin Asne Seierstad hielt die Laudatio. Folgende Journalisten und Medien nahmen die Auszeichnung entgegen:

    Der investigative Roman Shleynov, er arbeitet für die Novaya Gazeta, Moskau. Akribisch recherchiert er zur wachsenden Korruption und Undurchsichtigkeit staatlichen Handelns. Er wurde nominiert von Rosemary Armao, Professorin für Journalismus an der University at Albany, State University of New York, und von Drew Sullivan, The Journalism Development Group, Sarajewo. Roman Shleynov erhält 10.000 €.

    Zoya Svetova ist freie Journalistin in Moskau, sie arbeitet für die Novyje Izvestija, Dosh und das Eschednevnyj Journal. Ihr zentrales Thema ist die Willkür der Justiz und die Unmenschlichkeit des Strafvollzugs. Zoya Svetova wurde vorgeschlagen vom Norwegian Helsinki Committee und der Human Rights House Foundation, Oslo. Die Journalistin erhält 10.000 €.

    Novy Tschas, Minsk, Belarus, ein oppositionelles publizistisch-literarisches und analytisches Blatt, wird von weißrussischen Printjournalisten und dem "Verein der Weißrussischen Schriftsteller" gemacht. Die Wochenzeitung erscheint in Weißrussisch, um den Lesern die sprachliche Dimension nationaler Identität zu vermitteln. Novy Tschas, nominiert von Gernot Erler, Staatsminister im Auswärtigen Amt, Berlin, The Belarusian Association of Journalists, The Union of Belarusian Writers und der weißrussischen Nachrichtenagentur BelaPan, Minsk, erhält 30.000 €.

    Batumelebi
    Die Wochenzeitung Batumelebi erscheint seit 2001 in Batumi, der Hauptstadt der Autonomen Republik Adscharien, Georgien. Sie hat sich von einer ursprünglich regionalen Zeitung zu einem angesehenen überregionalen Blatt entwickelt, dessen Unabhängigkeit hervorsticht. Es wurde vorgeschlagen von den EU-Kommissaren Benita Ferrero-Waldner und Günter Verheugen. Batumelebi erhält 30.000 €.

    Marianna Grigoryan ist freie Journalistin in Eriwan, Armenien, und vorwiegend für EurasiaNet tätig. Sie berichtet unvoreingenommen über innen- und umweltpolitische Themen. Sie verfasst aufschlussreiche Interviews und kompetente, perspektivreiche Reportagen. Marianna Grigoryan wurde von dem armenischen Journalisten und Verleger Ruben Mangasaryan vorgeschlagen, sie erhält 10.000 €.

    Die 1989 gegründete Azadliq (Freiheit) ist die erste und älteste Tageszeitung des unabhängigen Aserbaidschan und eines der wichtigsten Oppositionsblätter des Landes. Sie sah sich zahlreichen Angriffen ausgesetzt - von vorübergehenden Verboten über polizeiliche Redaktionsdurchsuchungen, Einschüchterungsversuchen und tätlichen Angriffen auf Journalisten. Azadliq wurde nominiert vom Norwegian Helsinki Committee, Norwegian PEN, Human Rights House Foundation, Oslo. Azadliq erhält 30.000 €.

    Natiq Gavadli aus Baku arbeitet als Journalist der oppositionellen Zeitung Bizim Yol (Unser Weg), vor drei Jahren wurde er Opfer eines gewaltsamen Übergriffs. Seine scharfsinnigen, kritischen Analysen thematisieren Korruption und Menschenrechtsverletzungen. Natiq Gavadli, vorgeschlagen vom Norwegian Helsinki Committee, Norwegian PEN, Human Rights House Foundation, Oslo, und dem Journalisten Rauf Mirkadirov, Baku, erhält 10.000 €.

    "Die ZEIT-Stiftung vergibt die Gerd Bucerius-Förderpreise Freie Presse Osteuropas 2009 zum zehnten Mal. Sie unterstreicht damit, wie wichtig ihr die Entwicklung und Stärkung der Meinungsfreiheit in Osteuropa ist", so Dr. Markus Baumanns, geschäftsführendes Vorstandmitglied der ZEIT-Stiftung. "Doch die Bedrohung bleibt. Unabhängige Medien sind in Russland, Belarus, Georgien und weiteren osteuropäischen Staaten enorm unter Druck. Zusammen mit unserer norwegischen Partnerstiftung Fritt Ord engagieren wir uns weiterhin für die Medienfreiheit - für einen Journalismus ohne staatliche Eingriffe."

    Die Auswahl traf eine unabhängige, international zusammengesetzte Jury aus insgesamt 49 Vorschlägen. Ihr gehören an: Gro Holm (Oslo), Vibeke von Sperling (Kopenhagen), Dr. Falk Bomsdorf (Moskau), Prof. Dr. Jo Groebel (Berlin), Michael Thuman (Istanbul), Dr. Theo Sommer (Hamburg), Dr. Markus Wehner (Berlin) und Dr. Hans-Georg Wieck (Berlin).

    Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die ZEIT-Stiftung, Frauke Hamann, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 0173 6231953, E-Mail: hamann@zeit-stiftung.de

    *Die ZEIT-Stiftung verleiht den Gerd Bucerius-Förderpreis Freie Presse Osteuropas seit dem Jahr 2000 an jene, die in den Transformationsstaaten Osteuropas publizistisch für eine freie Presse, das freie Wort und die liberale Bürgergesellschaft eintreten. Seit 2004 vergibt die Stiftung den Pressepreis zusammen mit der norwegischen Institusjonen Fritt Ord, Oslo.


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    Criteria of this press release:
    Media and communication sciences
    transregional, national
    Contests / awards
    German


     

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