idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
06/12/2009 08:30

GenerationenHochschule zum Thema Neuro-Kommunikation

Dipl.-Kfm. (FH) Andreas Schneider Pressestelle
Hochschule Harz, Hochschule für angewandte Wissenschaften (FH)

    Mit etwa 280 Gästen sichert sich die 22. Veranstaltung der GenerationenHochschule, die am Dienstag, den 9. Juni 2009, stattfand, einen Platz in der Liste der am stärksten besuchten Vorlesungen. Prof. Dr. Kristian Folta sprach zum spannenden Thema "Die perfekte Illusion - Wie unser Gehirn lernt, die Wirklichkeit zu konstruieren". Hochschul-Rektor Prof. Dr. Armin Willingmann konnte sich daher nicht nur über ein bis auf den letzten Platz gefülltes AudiMax freuen, sondern auch den 1000. "neuen" Teilnehmer begrüßen. Anschließend übergab er das Wort dem Juniorprofessor für "Neurobiologische Grundlagen des Lernens" am Institut für Psychologie der Stiftung Universität Hildesheim. "Mit der Juniorprofessur übt man sozusagen das 'Professor sein'", erklärte Willingmann und begrüßte diesen neuen Weg in eine akademische Laufbahn. Wie weit Prof. Dr. Kristian Folta diesen bereits beschritten hat, konnte er sogleich unter Beweis stellen.

    "Ich habe heute mein Gehirn mitgebracht, um Ihnen etwas über Ihr Gehirn zu erzählen" waren die einleitenden Worte des Psychologen, in deren Anschluss er erläuterte, wie unser Gehirn in seinen Grundzügen arbeitet. Im Fokus der Betrachtung lag der Entwicklungsverlauf von Gehirnprozessen vom Säugling bis ins hohe Alter. Das Gehirn des Menschen ist unverwechselbar mit seinen ausgeprägten Einfaltungen. Diese sind nötig, damit die riesige Hirnoberfläche überhaupt in unseren räumlich begrenzten Schädel hineinpasst. So funktioniert das Gehirn per Neuronen und Synapsen über Neuro-Kommunikation. Das heißt, dass jeder Gedanke, jeder informationsverarbeitende Prozess, über eine Spannung verfügt. So entsteht bei der Umweltwahrnehmung ein Eingangsmuster von Strömen, das vom Gehirn interpretiert werden muss. Dabei kann dieses Organ schon einmal einen Fehler machen. Oft ist es so, dass unser Gehirn uns etwas vorspiegelt, was faktisch nicht da ist. Doch das Gehirn arbeitet ständig und somit lernt es. Entgegen der vielleicht teilweise kursierenden Meinung, kann man auch nicht zu viel lernen. Gibt es eine zu hohe Spannung auf Grund der Aktivität, schützt sich das Gehirn, indem es neue Verbindungen schafft. Auch einige weitere Aussagen von Prof. Dr. Folta dürften den ein oder anderen beruhigt haben: Ja, bei Alkoholgenuss sterben Gehirnzellen, aber es bilden sich auch neue Nerven, die die abgestorbenen Teile ersetzen. Ein kleiner Exkurs in die funktionelle Anatomie der Gehirnareale verdeutlichte noch zusätzlich, welche Auswirkungen ein Schlaganfall oder andere Hirnerkrankungen haben können. Es wirkt einfach, ein Glas zum Mund zu führen und daraus zu trinken - doch dahinter steht eine komplexe Verrechnungsleistung des menschlichen Gehirns. Ebenso wissenswert sind die Unterschiede zwischen der linken und rechten Gehirnhälfte. So benutzt ein Student beim Frontalunterricht seine sprachlich-rationale linke Seite, doch während er sich nebenbei kreativ auf seinem Schreibblock verewigt, arbeitet seine visuell-räumliche, emotionale rechte Gehirnhälfte. Dies ist auch bedeutend für die Erziehung von Kindern. Nicht nur sie, sondern auch ihre Gehirne müssen geformt werden. Es ist also nicht nur wichtig unsere Jüngsten fachlich auf den richtigen Weg zu bringen, sondern auch die rechte Gehirnhälfte zu fördern, beispielsweise durch Exkursionen, bei denen es etwas zu erleben und zu entdecken gibt. Das Kredo von Prof. Dr. Kristian Folta - der einen begeisternden, anschaulichen und interaktiven Vortrag hielt - ist demnach deutlich: "Nutzen Sie beide Hirnhälften!"

    Die GenerationenHochschule wird sich am Dienstag, den 7. Juli 2009, mit dem Thema "Ahnenforschung - Wie geht das? Vom Suchen und Finden der Wurzeln" beschäftigen, dann ist die Expertin Margarete Jurkowski-Potutschek aus Wernigerode zu Gast. Die Teilnahme erfordert zu jeder Veranstaltung eine Anmeldung. Diese ist online unter http://www.generationenhochschule.de möglich.


    More information:

    http://www.generationenhochschule.de


    Images

    Gespannt lauschten die rund 280 Zuhörer den Ausführungen von Prof. Dr. Kristian Folta zum Thema "Die perfekte Illusion - Wie unser Gehirn lernt, die Wirklichkeit zu konstruieren".
    Gespannt lauschten die rund 280 Zuhörer den Ausführungen von Prof. Dr. Kristian Folta zum Thema "Die ...


    Criteria of this press release:
    interdisciplinary
    transregional, national
    Miscellaneous scientific news/publications
    German


     

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).