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06/16/2009 16:12

Wichtige Ergebnisse beim Senologie-Kongress 2009; Diät und Bewegung können Brustkrebs verhindern helfen

Stefanie Schlüter Pressestelle
Deutsche Gesellschaft für Senologie

    Frauen, die schlank und körperlich aktiv sind, erkranken seltener an Brustkrebs. Und bereits erkrankte Frauen, die auf ihr Gewicht achten und sich regelmäßig bewegen, haben größere Chancen, wieder gesund zu werden. Das sind zwei der wesentlichen Botschaften, die von der 29. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie in Düsseldorf ausgehen. Bei dem Kongress diskutierten rund 3.000 Experten verschiedener Fachrichtungen die neuesten Erkenntnisse rund ums Thema Brustkrebs.

    "Regelmäßige Bewegung ist Prophylaxe und Therapie gleichermaßen", sagte
    Kongresspräsident Prof. Dr. Ulrich Kleeberg aus Hamburg. "Wir wissen seit
    Menschengedenken, dass körperliche Aktivität unser Befinden verbessert. Aber
    wir wissen erst seit einigen Jahren, dass Bewegung unser hormonelles System
    beeinflusst. Ein Zuviel an Hormonen wie dem Insulin, das auch bei Diabetes
    eine maßgebliche Rolle spielt, kann sowohl die Krebsentstehung begünstigen
    als auch das Krebswachstum fördern." Zum Beispiel steigert häufiger Genuss
    von Süßigkeiten die körpereigene Produktion von Insulin und so genannten
    Insulin-Wachstumsfaktoren und erhöht damit das Risiko, Brustkrebs zu
    bekommen - bei stark übergewichtigen Frauen sogar um das doppelte.

    Eine Diät allein, das haben verschiedene Studien belegt, reicht zur
    Risikoreduktion nicht aus. Erst die Kombination aus regelmäßiger körperlicher
    Aktivität und begrenzter Kalorienzufuhr senkt den Blutzuckerspiegel und damit
    auch die Brustkrebsgefahr nachhaltig. Brustkrebs-Spezialisten empfehlen, fünf
    Mal wöchentlich für mindestens 30 Minuten aktiv zu werden. "Die Frauen
    müssen keinen Leistungssport betreiben. Zügiges Gehen ist sehr wirksam;
    aber auch schon Gartenpflege und die Arbeit im Haushalt haben ihren Effekt",
    sagt Prof. Kleeberg. Beim Essen ist es neuen Studien zu Folge unerheblich, ob
    Fette, Ballaststoffe oder Eiweiß eingespart wird - Hauptsache, die
    Kalorienzufuhr wird überhaupt begrenzt.

    Bei bereits erkrankten Frauen hat der Lebensstil Einfluss auf den Verlauf der
    Erkrankung. Weniger Essen und regelmäßige Bewegung können die
    Krebssterblichkeit und das Risiko, dass der Krebs nach erfolgreicher
    Behandlung wieder zurück kommt, um die Hälfte reduzieren. Prof. Kleeberg:
    "Damit hat eine gesunde Lebensführung praktisch die gleiche Wirksamkeit wie
    die modernen medikamentösen Behandlungsverfahren."

    Behandlung in Brustzentren

    In Deutschland gibt es inzwischen 230 zertifizierte Brustzentren, in denen
    Ärzte verschiedener Fachrichtungen (Gynäkologie, Radiologie, Chirurgie,
    Pathologie, Innere Medizin, Radioonkologie und Plastische Chirurgie)
    Patientinnen mit Brustkrebs behandeln. "Nur in solchen interdisziplinären
    Einrichtungen ist es möglich, die jeweils aktuellsten Erkenntnisse zu Diagnostik
    und Therapie, ihre Ursachenforschung, Früherkennung und Nachsorge in
    Kooperation mit den Selbsthilfeinitiativen zu bündeln", sagte Prof. Dr.
    Diethelm Wallwiener, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Senologie und
    Ärztlicher Direktor der Universitätsfrauenklinik Tübingen. Der Erfolg, so
    Wallwiener, gebe den Initiatoren Recht: Über 80 Prozent der
    Brustkrebspatientinnen werden inzwischen in zertifizierten Zentren mit
    geprüfter Qualität behandelt - Tendenz steigend. "Die Frauen in Deutschland
    haben mit den Füßen abgestimmt", freute sich Prof. Wallwiener.

    Mammographie-Screening erfolgreich

    Das 2002 in Deutschland eingeführte Mammographie-Screening hat sich sehr
    erfolgreich entwickelt: 66 Prozent der Frauen zwischen 50 und 69 Jahren, die
    alle zwei Jahre per Post zu der Röntgenuntersuchung eingeladen werden,
    nehmen an der Früherkennungsuntersuchung teil. Mit dem Verlauf und
    Ergebnis der Untersuchung sind 90 Prozent so zufrieden, dass sie auch beim
    nächsten Mal wieder mitmachen wollen, 89 Prozent würden die Untersuchung
    auch einer Freundin oder Bekannten empfehlen. Das sind Ergebnisse einer
    ersten Studie, die von der Frauenselbsthilfe nach Krebs und der Women?s
    Health Coalition (WHC) durchgeführt wurde. An der Befragung haben sich
    3.226 Frauen beteiligt. "Wir haben aber gleichzeitig auch ein großes Wissensund
    Informationsdefizit bei den Frauen festgestellt", erklärte Hilde Schulte,
    Bundesvorsitzende der Frauenselbsthilfe. "Mehr als jede zweite von ihnen
    glaubte, dass mit dem Screening Brustkrebs verhindert werden kann. Das ist
    mit einer Untersuchungsmethode natürlich nicht möglich. Hier ist insgesamt
    noch viel Aufklärungsarbeit notwendig, aber wir befinden uns auf einem guten
    Weg."

    Beste Versorgung weltweit

    "Wir haben die beste Versorgung von Brustkrebspatientinnen auf der ganzen
    Welt!" Diese optimistische Auffassung vertrat Prof. Dr. Rolf Kreienberg,
    Ärztlicher Direktor der Universitätsfrauenklinik Ulm und Präsident der
    Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). Leitlinien,
    die Ärzten eine qualitätsgesicherte Diagnose und Therapie ermöglichen und
    auch für Patientinnen verständlich sind, zertifizierte Brustzentren, ein
    Krebsregister und umfassende Nachsorgeprogramme (so genannte Disease
    Management Programme, DMP) seien die Eckpfeiler einer optimalen
    Betreuung von Brustkrebspatientinnen. "All das haben wir, die Strukturen sind
    da", so Prof. Kreienberg.

    Pressekontakt
    Deutsche Gesellschaft für Senologie
    Pressestelle - Scantinental
    Christian Wagner
    Tollensestrasse 30, 14167 Berlin
    Tel. ++49 (0)30 84 77 00-0
    Mobil: 0172/300 68 73
    Fax ++49 (0)30 812 00 80
    E-Mail: senologie@scantinental.com
    Internet: www.senologie.org


    More information:

    http://www.senologiekongress.de


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    Criteria of this press release:
    Medicine, Nutrition / healthcare / nursing
    transregional, national
    Scientific conferences, Transfer of Science or Research
    German


     

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