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Wissenschaft
Bewegung hilft Patienten mit diastolischer Herzschwäche
(Frankfurt am Main, 29. Juni 2009) Bei einer häufigen Form der Herzmuskelschwäche, die auf Medikamente kaum anspricht, kann körperliches Training den Patienten wirksam helfen. Das belegt erstmals eine Studie unter Federführung Göttinger Forscher. Der Kardiologe Dr. med. Frank Edelmann von der Klinik für Innere Medizin der Universität Göttingen erhält dafür den diesjährigen mit € 10 000 dotierten Wilhelm P. Winterstein-Preis der Deutschen Herzstiftung. "Die neuen Erkenntnisse zu der als diastolische Herzinsuffizienz bezeichneten Form der Herzschwäche sind für zukünftige Behandlungsstrategien von großer Bedeutung, da es bisher keine geeigneten Therapieempfehlungen für diese Erkrankung gibt", sagte Prof. Dr. med. Hellmut Oelert, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung, anlässlich der Preisverleihung in Frankfurt am Main.
Die diastolische Herzinsuffizienz betrifft bereits rund jeden Zweiten der schätzungsweise 1,4 Millionen Patienten mit chronischer Herzschwäche in Deutschland. Ursache der Erkrankung ist eine Störung der Dehnbarkeit der linken Herzkammer: Obwohl das Herz - anders als bei der systolischen Herzinsuffizienz - noch normal pumpt, kann es nicht mehr ausreichend mit sauerstoffreichem Blut aus der Lunge gefüllt werden, um dieses in den Körperkreislauf weiterzuleiten. In der Folge kommt es zu Wassereinlagerungen in der Lunge, die sich durch Atemnot ausdrückt, sowie in den Beinen mit sichtbaren Schwellungen. Schließlich nehmen körperliche Leistungsfähigkeit und Lebensqualität immer mehr ab, und die Lebenserwartung der Patienten ist bei fortschreitender Erkrankung deutlich eingeschränkt.
Verbesserte Leistungsfähigkeit und Lebensqualität
"Die Studie hat gezeigt, dass körperliches Training ein gutes Mittel sein kann, um den Symptomen der diastolischen Herzschwäche zu begegnen und die Erkrankung nicht nur aufzuhalten, sondern auch zu bessern", kommentiert Dr. Frank Edelmann die Ergebnisse der von ihm geleiteten Studie. Dabei führten Patienten mit diastolischer Herzschwäche, die noch keine Beschwerden in Ruhe hatten, über drei Monate ein kombiniertes Ausdauer- und Krafttraining (auf dem Fahrrad-Ergometer und an weiteren Geräten) durch. Hierunter zeigte sich im Vergleich zu einer Kontrollgruppe ohne Training, dass sich ihre körperliche Leistungsfähigkeit nach drei Monaten um 20 bis 30 Prozent verbessert hatte. Die Dehnbarkeitsstörung und Belastung der linken Herzkammer hingegen nahmen deutlich ab, und diese konnte sich wieder besser füllen. "Die Patienten", so Kardiologe Edelmann, "fühlten sich trotz ihrer Erkrankung vitaler, was sich auch positiv auf ihre seelische Gesundheit und Lebensfreude auswirkte." Weitere wissenschaftliche Studien sollen nun zeigen, inwieweit sich das körperliche Training positiv auf die Lebenserwartung auswirkt.
Der Wilhelm P. Winterstein-Preis der Deutschen Herzstiftung e.V. wird alljährlich für eine wissenschaftlich herausragende Arbeit auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bevorzugt aus einem patientennahen Forschungsbereich, vergeben. Wilhelm P. Winterstein und Frau Ursula, die bei der Preisverleihung anwesend waren, sind seit mehr als zehn Jahren die Stifter dieses Wissenschaftspreises.
13/2009
Informationen:
Deutsche Herzstiftung e.V.
Pressestelle
Dr. Klaus Fleck / Pierre König
Tel. 069/955 128-140
Fax: 069/955 128-345
koenig@herzstiftung.de
(v.l.n.r.): Barbara Genscher, Schirmherrin der Deutschen Herzstiftung, Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Be ...
Source: Deutsche Herzstiftung
Dr. med. Frank Edelmann
Source: Edelmann
Criteria of this press release:
Medicine
transregional, national
Contests / awards, Research results
German

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