idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
07/01/2009 12:07

Designtool für Werkstoffe mit Erinnerung

Stefanie Heyduck Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Fraunhofer-Gesellschaft

    Memorymetalle können sich einen Zustand "merken". Verformt man sie, genügt beispielsweise eine Temperaturänderung, um sie wieder in ihre Ursprungsform zurückzubringen. Eine Simulation berechnet die Eigenschaften dieser Werkstoffe.

    Es mutet an wie ein Zaubertrick: Ein Mann nimmt eine Büroklammer und verbiegt sie so, dass sie nur noch einem krummen Draht ähnelt. Dann wirft er sie in eine Schale mit heißem Wasser. Im Bruchteil einer Sekunde nimmt der Metalldraht wieder die Form einer Büroklammer an. Dieses Phänomen nennt sich Formgedächtniseffekt. Man kann ihn in bestimmten metallischen Legierungen beobachten. Diese Formgedächtnislegierungen sind für viele Anwendungen ideal. Beispielsweise in der Weltraumtechnik: Sonnensegel können sich dank Formgedächtnismetallen im Weltall entfalten. Auch in der Medizin setzt man auf ihre Eigenschaften, etwa in der Kardiologie: Stents sind kleine röhrchenförmige Gittergerüste aus Metall. Sie werden zusammengefaltet in Blutgefäße eingeführt, dehnen sich hier aus und verhindern, dass die Gefäße verstopfen.

    Der Weg zum ausgereiften Produkt ist jedoch lang. Die Eigenschaften dieser Formgedächtnis-Werkstoffe sind komplex und daher nur schwer vorherzusagen. Ingenieure müssen viele Prototypen herstellen, bevor sie ein Bauteil mit den gewünschten Eigenschaften zum Einsatz bringen. Forscher am Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM haben einen schnelleren Weg gefunden: "Wir haben eine numerische Simulation entwickelt, die viele Fragen bereits im Vorfeld beantwortet - lange bevor ein Prototyp existiert", erklärt Dr. Dirk Helm, Projektleiter am IWM.

    Mit dieser Simulation haben die Wissenschaftler unter anderem einen winzigen Greifer für die Endoskopie entwickelt. Normalerweise kann solch ein Mikrogreifer nur mit Hilfe von Gelenken realisiert werden. Wie kann man ein Bauteil herstellen, das solche kleinen Abmessungen hat, elastisch und gut sterilisierbar ist und ohne Gelenke auskommt? Die Antwort liefert der Computer: Über numerische Simulationsmodelle konnten die Forscher die wichtigsten Eigenschaften des Bauteils, wie dessen Festigkeit oder Schließkraft, vorausberechnen und das elastische Bauteil effizient entwickeln und herstellen. "Normalerweise hätte man dafür viele Versuche mit unterschiedlichen Prototypen durchführen müssen", erklärt Dr. Helm. "Dank der Simulation können wir auf die meisten dieser Prototypen verzichten. Das spart Kosten, denn die Rohstoffe für Formgedächtnislegierungen sind sehr teuer und lassen sich teilweise nur schwer verarbeiten." Mit der Simulation können die Forscher zudem abschätzen, wie langlebig diese modernen Werkstoffe sind.


    More information:

    http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2009/juli/designtool-werksto...


    Images

    Simulation eines Greifers für die medizinische Endoskopie: Die Farben beim geschlossenen Greifer repräsentieren die Spannungen (hohe Belastung: rot, keine Belastung blau).
    Simulation eines Greifers für die medizinische Endoskopie: Die Farben beim geschlossenen Greifer rep ...
    Source: © Fraunhofer IWM


    Criteria of this press release:
    Electrical engineering, Information technology, Mechanical engineering
    transregional, national
    Research results, Transfer of Science or Research
    German


     

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).