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07/10/2009 11:41

Wissenschaftsrat - Ergebnisse der Sommersitzungen in Berlin (8. und 9.Juli 2009)

Dr. Christiane Kling-Mathey Geschäftsstelle
Wissenschaftsrat

    In der Schulbuchforschung genießt das 1975 gegründete Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung (GEI) in Braunschweig national wie international hohe Wertschätzung. Das Institut verbindet erfolgreich anwendungsorientierte Forschung mit qualitativ hochwertigen Transfer- und Serviceleistungen. Da die Aufgaben und Leistungen des GEI überregional bedeutsam sind und an ihnen ein gesamtstaatliches wissenschaftspolitisches Interesse besteht, hat der Wissenschaftsrat empfohlen, das GEI als eine wissenschaftliche Infrastruktureinrichtung in die gemeinsame Förderung von Bund und Ländern aufzunehmen.

    Das Flugmedizinische Institut der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck, das dem Bundesminister der Verteidigung untersteht und zu den wehrmedizinischen Einrichtungen der Bundesressortforschung gehört, leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur Flugsicherheit in der militärischen Luftfahrt. Seine in hohem Maße anwendungsorientierte und auf den Bedarf der Bundeswehr zugeschnittene Forschung ist von guter bis sehr guter Qualität, seine wissenschaftsbasierten Dienstleistungen werden als sehr gut bis teilweise ausgezeichnet bewertet.

    Das Robert Koch-Institut (RKI), Berlin, dem eine wichtige Funktion im gesundheitlichen Schutz der Bevölkerung zukommt, wurde zuletzt im Jahre 2005 durch den Wissenschaftsrat evaluiert. In einer jetzt in Berlin verabschiedeten Stellungnahme zur Umsetzung dieser Empfehlungen bestätigt der Wissenschaftsrat die große gesamtgesellschaftliche Bedeutung und Expertise des RKI auf dem hochrelevanten Feld der Prävention und Kontrolle von Infektionskrankheiten.

    Die zum Teil einzigartigen wissenschaftlichen zoologischen Sammlungen im Zoologischen Museum Hamburg (ZMH) bilden für die nationale und die internationale Forschung Referenzsammlungen und eine überaus wertvolle Forschungsinfrastruktur. Die Leistungen des ZHM in der Bewahrung, Erweiterung, Dokumentation und Beforschung der wissenschaftlich sehr wertvollen Sammlungsbestände sind überwiegend sehr gut.

    Im Rahmen seiner Zuständigkeit für die institutionelle Akkreditierung hat der Wissenschaftsrat Kriterien verabschiedet, nach denen künftig die Vergabe des Promotionsrechts an nichtstaatliche Hochschulen erfolgen soll. Darüber hinaus hat er sich mit vier Akkreditierungsverfahren beschäftigt, die bis auf einen Fall positiv entschieden wurden. Zu den Ergebnissen im Einzelnen:

    Die aus der 2002 gegründeten OTA Hochschule hervorgegangene SRH Hochschule Berlin gehört seit 2007 zu dem überregionalen Netzwerk privater Hochschulen der in Heidelberg ansässigen SRH Holding. Es gelingt der SRH Hochschule Berlin in angemessener Art und Weise, ihre Absolventen und Absolventinnen auf Aufgaben im nationalen und internationalen Management wie in der Unternehmenskommunikation vorzubereiten. Der Wissenschaftsrat hat die Hochschule institutionell akkreditiert. Er hält eine Reakkreditierung nach fünf Jahren für notwendig.

    Die SRH Hochschule Heidelberg hat sich in den 40 Jahren ihres Bestehens fest in der privaten Hochschullandschaft etabliert. Ihr Ziel ist es, Studierende in einem integrativen Studienmodell praxisnah auszubilden und für Führungspositionen zu qualifizieren. Der Wissenschaftsrat hat die Hochschule, die im Jahr 2003 erstakkreditiert wurde, mit einer Auflage für zunächst fünf Jahre reakkrediert. Kann die Hochschule innerhalb von drei Jahren die Erfüllung der Auflage nachweisen, verlängert sich die Reakkreditierung ohne erneute Begutachtung um weitere fünf auf zehn Jahre.

    Die 1998 gegründete, betriebswirtschaftlich ausgerichtete Internationale Fachhochschule Bad Honnef Bonn (IFH) mit Schwerpunkt im Bereich Hotellerie und Tourismus ist nachhaltig etabliert und hat sich einen guten Ruf in branchenspezifischen Wirtschaftsunternehmen wie auch in fachlich verwandten Hochschulen erarbeitet. Der Wissenschaftsrat hat die Hochschule auflagenfrei institutionell akkreditiert. Er hält es für ausreichend, die Hochschule nach zehn Jahren zu reakkreditieren.

    Das Baltic College strebt an, künftigen Entscheidungsträgern in Wirtschaft und Verwaltung eine praxisorientierte Ausbildung zu vermitteln. Die Prüfung des Wissenschaftsrates hat ergeben, dass das Baltic College aufgrund zahlreicher Defizite und Probleme insbesondere in den Bereichen Personal, Ausstattung und Finanzierung den wissenschaftlichen Maßstäben einer Fachhochschule nicht entspricht. Der Wissenschaftsrat hat deshalb eine institutionelle Akkreditierung abgelehnt.

    Das 2006 in Kraft getretene neue Hochschulmedizingesetz des Landes Sachsen-Anhalt hat die erhofften positiven Wirkungen entfaltet. Zu diesem Ergebnis gelangt der Wissenschaftsrat nach einem Besuch der beiden universitätsmedizinischen Standorte des Landes in Magdeburg und Halle. Trotz identischer gesetzlicher Rahmenbedingungen haben sich die Standorte in Magdeburg und Halle in den vergangenen Jahren jedoch sehr unterschiedlich entwickelt: Während es der Universität Magdeburg gelungen ist, ihre Forschungsschwerpunkte erfolgreich weiterzuentwickeln, sieht der Wissenschaftsrat für die Medizinische Fakultät der Universität Halle-Wittenberg und das Universitätsklinikum Halle (Saale) noch Verbesserungsbedarf in den Bereichen Forschung und Lehre.

    Hinweis: Die Empfehlungen und Stellungnahmen werden im Netz als Volltext (www.wissenschaftsrat.de) veröffentlicht, sie können aber auch bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates per E-Mail (post@wissenschaftsrat.de) angefordert werden.


    More information:

    http://www.wissenschaftsrat.de


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    Criteria of this press release:
    interdisciplinary
    transregional, national
    Science policy
    German


     

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