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11/19/2009 12:18

9,4 Mio Euro für Universität Freiburg

Rudolf-Werner Dreier Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

    DFG bewilligt neuen Sonderforschungsbereich "Kontrolle der Zellmotilität bei Morphogenese, Tumorinvasion und Metastasierung"

    Der Bewilligungsausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat beschlossen, zum 1. Januar 2010 den von der Universität Freiburg beantragten Sonderforschungsbereich (SFB) "Kontrolle der Zellmotilität bei Morphogenese, Tumorinvasion und Metastasierung" einzurichten. Der Freiburger SFB 850 wird in den nächsten vier Jahren mit insgesamt 9,4 Mio Euro gefördert. Hinzu kommt eine 20-prozentige Programmpauschale für indirekte Kosten. Bei Erfolg kann die Laufzeit des SFB 850 bis zu 12 Jahre betragen.
    Der Rektor der Universität, Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer, reagiert mit Begeisterung auf diese positive Nachricht: "Das ist ein großartiger Erfolg des gesamten interdisziplinären Teams um Professor Peters. Er hat ein herausragendes Projekt in den Lebenswissenschaften auf den Weg gebracht und sich um die weitere Profilierung der gesamten Universität verdient gemacht".
    Und auch Professor Dr. Christoph Peters, Sprecher des neuen SFB 850 und gleichzeitig Dekan der Medizinischen Fakultät zeigt sich begeistert: "Wir freuen uns riesig über diese Entscheidung der DFG! Eine hervorragende Zusammenarbeit von Entwicklungsbiologen, Tumorforschern und Klinikern hat diesen Erfolg ermöglicht. In diesem Team werden wir grundlegend neue Erkenntnisse über die Mechanismen der Ausbreitung bösartiger Tumore gewinnen. Damit werden wir zur Kartierung eines großen, weißen Flecken auf der Landkarte der Tumorbiologie beitragen."
    Unkontrollierte Zellmotilität gehört zu den Schlüsseleigenschaften bösartiger Tumorzellen und der anschließenden Streuung durch Metastasenbildung. Freiburger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Entwicklungsbiologie und der Krebsforschung verbinden im neuen SFB 850 "Kontrolle der Zellmotilität bei Morphogenese, Tumorinvasion und Metastasierung" ihre Expertise zu einem wissenschaftlichen Netzwerk, um die molekularen Mechanismen der Tumorzellinvasion und der Metastasenbildung besser zu verstehen und neue Diagnose- und Therapieansätze anzustoßen. Im besonderen Fokus steht dabei das Verständnis von Kontrolle und Kontrollverlust der physiologischen und pathologischen Zellbeweglichkeit in der embryonalen und geweblichen Entwicklung sowie der Zellinvasion und Streuung von Tumoren. Zur Arbeitsgruppe zählen neben Forscherinnen und Forschern der Medizinischen Fakultät und der Fakultät für Biologie auch Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Immunbiologie in Freiburg.

    Weitere Informationen:
    Invasives Wachstum und Metastasierung sind die komplexesten Charakteristika menschlicher Tumoren, da sie sowohl autonome als auch nicht autonome Prozesse der Tumorzellen betreffen. Gleichzeitig sind sie von enormer klinischer Bedeutung, denn die meisten Tumorpatienten sterben an den Metastasen ihrer Tumorerkrankung. Ein besseres Verständnis der molekularen Mechanismen von Tumorinvasion und Metastasierung ist deshalb von herausragender Wichtigkeit für die Entwicklung neuer Behandlungsstrategien. Eine abnorme Zellmotilität gehört zu den Schlüsseleigenschaften bösartiger Tumorzellen, da sie ihnen erlaubt, in Nachbargewebe einzudringen, im Körper auszustreuen und schließlich Metastasen zu bilden. Zellmotilität wird durch zentrale embryonale Signalwege reguliert. Diese spielen auch in der Tumorentstehung und -ausbreitung eine wesentliche Rolle, wo sie durch abnorme Aktivierung ihrer Regulatormoleküle aktiviert werden. Im Fokus dieser SFB-Initiative steht deshalb das Verständnis der Kontrolle bzw. des Verlustes der Kontrolle der physiologischen bzw. pathologischen Zellmotilität in der Embryonalentwicklung und der Morphogenese von Geweben, sowie der Tumorinvasion und Metastasierung.

    Dementsprechend liegt das spezielle innovative Potential dieser Initiative in der Verbindung der Expertise von Entwicklungsbiologen sowie Krebsforschern aus der Grundlagenforschung und der translationalen Forschung zu einem wissenschaftlichen Netzwerk mit dem gemeinsamen Ziel, die molekularen Mechanismen der Tumorzellinvasion und -metastasierung zu verstehen. Der resultierende Erkenntnisgewinn wiederum ist die Basis, Invasion und Metastasierung zu limitieren und schließlich neue therapeutische Strategien zu entwickeln. Der experimentelle Hintergrund der beteiligten Gruppen ist weit gespannt von der Entwicklungsbiologie zur klinischen Krebsforschung. Die Einbindung von klinischen Forschergruppen erlaubt eine direkte Überprüfung der klinischen Relevanz der gewonnenen Daten im strukturierten Rahmen des Comprehensive Cancer Centers des Universitätsklinikums Freiburg.

    Kontakt:
    Prof. Dr. Christoph Peters
    Sprecher SFB 850
    Institut für Molekulare Medizin und Zellforschung
    Stefan-Meier-Str. 17
    Tel.: 0761 203-9600
    E-Mail: christoph.peters @mol-med.uni-freiburg.de


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    Criteria of this press release:
    Medicine
    transregional, national
    Research projects
    German


     

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