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Für ihre interdisziplinären Studien über die Erwartungen der Benutzer an gesprochene Sprache und die Nachbildung von Sprache durch Maschinen wurde PD Dr. Ute Jekosch (Institut für Kommunikationsakustik IKA der RUB, Leiter: Prof. Dr.-Ing. Jens Blauert) am gestrigen Dienstag mit dem Johann-Philipp-Reis-Preis 2001 ausgezeichnet.
Bochum, 31.10.2001
Nr. 326
Damit Maschinen sprechen lernen
Auszeichnung für interdisziplinäre Studien zur Sprachqualität
Kommunikationsforscherin erhält Johann-Philipp-Reis-Preis
Für ihre interdisziplinären Studien über die Erwartungen der Benutzer an gesprochene Sprache und die Nachbildung von Sprache durch Maschinen wurde PD Dr. Ute Jekosch (Institut für Kommunikationsakustik IKA der RUB, Leiter: Prof. Dr.-Ing. Jens Blauert) am gestrigen Dienstag mit dem Johann-Philipp-Reis-Preis 2001 der Informationstechnischen Gesellschaft (ITG) im Verband der Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik (VDE) ausgezeichnet. Der Preis ist mit 20.000 dotiert und wird jährlich an Forscher verliehen, die herausragende Arbeit auf dem Gebiet der Nachrichtentechnik leisten.
Manchmal schwierig: Maschinen verstehen
Nachdem sich die gesprochene Sprache für die Kommunikation mit Maschinen lange Zeit nur sehr schlecht eignete, haben die letzten zehn Jahre entscheidende technischen Fortschritte gebracht: Heutige maschinelle Spracheingabesysteme wie Spracherkennung und sprachverstehende Systeme und Sprachausgabesysteme wie z. B. die Sprachsynthese aus geschrieben Text bieten bereits eine beachtliche Nutzqualität. Aus rein technischer Sicht sind sie anwendungsreif - Probleme gibt es jedoch bei der Systemeinführung, wenn die Erwartungen der Benutzer an die Sprachqualität nicht erfüllt werden.
Nutzererwartungen ermitteln
Was die Qualität von Lautsprache angeht, haben Systembenutzer sehr genaue Vorstellungen. Gesprochene Sprache ist für sie selbstverständlich, und bei natürlicher Sprache gibt es zwischen der Form sprachlicher Äußerungen und ihrer Bedeutung und Funktion keine Widersprüche. Bei maschineller Sprache kommt dies jedoch häufig vor - Verständnisschwierigkeiten sind die Folge. Die Herausforderung an die Forschung ist es, die Erwartungen der Systembenutzer zuverlässig zu ermitteln um dann Sprache für den jeweiligen Gebrauchszusammenhang technisch nachbilden zu können. Dr. Ute Jekosch, die als Sprach- und Kommunikationswissenschaftlerin in der Elektrotechnik und Informationstechnik arbeitet, geht diese Aufgabe interdisziplinär an. Sie entwickelte z. B. bereits Methoden zur Qualitätsmessung und -abschätzung von Sprachübertragungssystemen.
Anfänge des Telefons
Der Johann-Philipp-Reis-Preis wird seit 1987 jährlich an junge Ingenieurinnen/Ingenieure und Naturwissenschaftlerinnen/Naturwissenschaftler verliehen, deren nachrichtentechnische Neuerungen auch volkswirtschaftliche Auswirkungen erwarten lassen. Auf Johann Philipp Reis geht die Idee zurück, Sprache elektrisch zu übertragen. Seine Arbeit war wegweisend für die Entwicklung des heutigen Telefonnetzes.
Weitere Informationen
PD Dr. Ute Jekosch, Institut für Kommunikationsakustik, Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-22493, Fax: 0234/32-14165
Criteria of this press release:
Electrical engineering, Energy, Language / literature
transregional, national
Personnel announcements, Research results
German
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