idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
03/29/2012 13:21

TU Berlin: Motorsegler landet erstmals automatisch

Stefanie Terp Presse- und Informationsreferat
Technische Universität Berlin

    TU Berlin entwickelte System zur Flugzeugsteuerung

    Die erste automatische Landung des Arbeitsflugzeugs STEMME S15 – LAPAZ erfolgte am 22. März 2012 auf dem Flugplatz Neuhardenberg. Ein Meilenstein im Forschungsprojekt LAPAZ an der TU Berlin ist erreicht. Das Flugsteuerungssystem leitete den Motorsegler präzise und sicher um 17.44 Uhr auf die Landebahn. Mit Hilfe eines Satellitennavigationssystems wurde die genaue Flugzeug-Position und mit einem Laserhöhenmesser der Abstand zum Grund ermittelt. So kann das Flugzeug auf jedem Flugplatz landen, ohne dass ein teures Instrumentenlandesystem installiert sein muss. Die Erprobung wird in den nächsten Tagen auf weiteren Flugplätzen fortgesetzt.

    Der Testpilot brachte das mit rund einer Tonne Gewicht recht leichte Flugzeug in die Luft, aktivierte den Flugregler und überwachte den Flug im steten Funkkontakt zu den Versuchsingenieuren am Boden. Es war die erste automatische Landung eines zivilen Hochleistungs-Motorseglers, der mit einem integeren, äußerst zuver-lässigen Flugsteuerungssystem ausgestattet ist. Möglich wurde diese Leistung durch die Arbeit des 6- bis 8-köpfigen Ingenieur-Teams der drei Partner TU Berlin, STEMME AG und Universität Stuttgart und dank der technologischen Fortschritte der vergangenen Jahre: Die Entwicklung von sicherheitskritischer Flugregelungssoftware wurde effizienter und elektronische Bauteile wurden sehr viel kleiner und für diesen Zweck nutzbar.

    LAPAZ beweist, dass solche komplexen Regelungssysteme nicht mehr auf kommerzielle Verkehrsflugzeuge beschränkt sein müssen. Das System nutzt durch EGNOS (European Geostationary Navigation Overlay Service) verbesserte Satelli-tendaten mit einer Positionsgenauigkeit im Meterbereich für den automatischen Flug vom Start bis zur Landung. Es ist modular aufgebaut, fehlertolerant und skalierbar, so dass es an neuartige Aufgaben leicht angepasst werden kann. Das Flugzeug soll in späteren Ausbaustufen auch unbemannt betrieben werden.

    Die Arbeit der Ingenieure geht weiter. Die Versuchsdaten müssen als nächstes genau analysiert werden. Zu den nächsten Entwicklungszielen gehört, den Flugregler so robust zu konstruieren, dass die automatische Landung auch bei schwierigen Wetterbedingungen wie beispielweise Turbulenzen und Seitenwind sicher erfolgt, danach der automatische Start und außerdem die Luftkräfte, die durch Turbulenz erzeugt werden, so abzumindern, dass sie Messungen mit empfindlichen Instrumenten nicht stören („Böenlastminderung“).

    Der „Hardware-in-the-Loop" Flugsimulator (HIL-Simulator), den die TU-Mitarbeiter für die STEMME S15 entwickelt haben, soll weiter zum Testen des Flugreglers am Boden benutzt werden. Er besteht aus einem Simulationsrechner, der die Flugbewegung mit einem genauen flugmechanischen Modell der STEMME S15 berechnet, und einem Sichtsystem, das die Bewegung aus Sicht des Piloten visualisiert. Er wird direkt an das automatische Flugsteuerungssystem, das im Flugzeug integriert ist, angekoppelt und ermöglicht so, neue Flugreglerversionen auf der Original-Hardware des LAPAZ-Demonstrators im geschlossenen Regelkreis („closed loop“) bereits am Boden realitätsnah zu testen. Flugversuche und Flugmissionen können so vorab simuliert werden. Seit Anfang März ist der HIL-Simulator in Strausberg im Einsatz und sorgt so dafür, dass der Zeitraum, der zum Testen neuer Flugregler nötig ist, erheblich reduziert wird.

    Beim LAPAZ-Projekt handelt es sich um eine Kooperation der STEMME AG, Prof. Dr.-Ing. Robert Luckner und seiner Forschergruppe am Fachgebiet für Flugme-chanik, Flugregelung und Aeroelastizität an der TU Berlin und Prof. Reinhard Reichel am Instituts für Luftfahrtsysteme an der Universität Stuttgart. Die Forschung wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert.

    Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dr.-Ing. Robert Luckner, TU Berlin, Institut für Luft- und Raumfahrt, Fachgebiet Flugmechanik, Flugregelung und Aeroelastizität, Tel.: 030/314-29624, robert.luckner@ilr.tu-berlin.de

    Der Bericht zum Testflug:
    www.tu-berlin.de/?id=56738

    Fotomaterial zum Download:
    www.tu-berlin.de/?id=117422


    Images

    Criteria of this press release:
    Scientists and scholars
    Materials sciences, Traffic / transport
    transregional, national
    Cooperation agreements, Research projects
    German


     

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).