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07/05/2002 12:34

Restaurierung und Computertomographie

Dr. Marc Dressler Presse, Kommunikation und Marketing
Fachhochschule Aalen

    Zwölf Studierende der Staatlichen Akademie der Schönen Künste Budapest besuchten mit ihrem Professor, Dr. András Morgós vom Ungarischen Nationalmuseum, die Fachhochschule Aalen. Die Studierenden belegen in Budapest das Studienfach Restaurierung. "In der Restaurierung brauch man ein feines Ohr für die neuesten technischen Anwendungen", erklärt Prof. Eggert von der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, der seine ungarischen Kollegen auf ihrer Exkursion durch Baden-Württemberg begleitet. Die neueste technische Anwendung in Form eines Computertomographen konnten die Studierenden im Gießereilabor der FH Aalen von Prof. Dr. Dr. Friedrich Klein in Augenschein nehmen.

    Medizinische Computertomographen sind zu schwach, um mit ihrer Strahlung Metalle zu durchdringen und daher für Restauratoren denkbar ungeeignet, die häufig mit Kunsthandwerk oder Waffen zu tun haben. Auch Röntgenaufnahmen erlauben den Forschern keine hinreichenden Einblicke in das Innere des zu untersuchenden Gegenstandes, da dessen Innenleben bei der Röntgentechnik wie ein Schatten zweidimensional auf eine Photoplatte projiziert wird. Erst die dreidimensionale Darstellung mittels des leistungsstarken Tomographen der Fachhochschule gab den Restauratoren Aufschlüsse darüber, wie beispielsweise der Knauf von 2000 Jahre alten keltischen Knollenknaufschwertern auf den Schaft gesteckt wurde. Diese erstaunliche, weil hochkomplizierte Herstellungstechnik wurde in computertomographischen Bildern festgehalten und der Ausstellung im Ulmer Museum beigefügt.

    Wie mit dem Computertomographen verschiedene Materialien identifiziert werden können, führte Dr. Irmgard Pfeifer-Schäller vom Gießereilabor der FH den ungarischen Studierenden am Beispiel des Löwenmenschen vor. Dieser besteht aus Elfenbein, das - restauratorisch - mit Plexiglas stabilisiert und mit Wachs ergänzt wurde. Sichtbar wurde auf den tomographischen Aufnahmen dieses archäologischen Kleinods auch die Nervenbahn des Stoßzahns im Innern des Löwenmenschen. "Die Kontinuität der Nervenbahn liefert den Beweis dafür, dass der Löwenmensch von den Restauratoren völlig korrekt aus seinen Bruchstücken zusammengefügt wurde", so Pfeifer-Schäller.


    Images

    Prof. Dr. Morgós, Prof. Eggert und Dr. Pfeifer-Schäller (vlnr) mit ungarischen Studierenden.
    Prof. Dr. Morgós, Prof. Eggert und Dr. Pfeifer-Schäller (vlnr) mit ungarischen Studierenden.

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    Criteria of this press release:
    Art / design, Materials sciences, Music / theatre
    regional
    Miscellaneous scientific news/publications
    German


     

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