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Wissenschaft
Nach den Terroranschlägen in Madrid in diesem Monat, dem 11. September 2001 sowie angesichts der Diskussionen über den "Kampf der Kulturen" ist das Friedenskonzept des Comenius aktueller als je zuvor. Die Rezeption seines Werkes hat im deutschsprachigen Raum jedoch gerade erst begonnen. Um sie voranzubringen, versammelt ein Kolloquium an der Universität Bamberg im April rund 30 ExpertInnen aus Deutschland sowie aus Tschechien.
Der tschechische Universalgelehrte Johann Amos Comenius (1592-1670) machte zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges intensive Erfahrungen mit den Schrecken des Unfriedens: Seine Familie kam während einer konfessionell motivierten Vertreibung um, er selbst musste den größten Teil seines Lebens als Asylsuchender fern von seiner Heimat verbringen. Vor diesem Hintergrund entwickelte Comenius theologisch und philosophisch fundierte Pläne für einen dauerhaften, umfassenden Frieden. Dieser Friede sollte auf kreative Weise die vielfältigen Gegensätze zwischen den Menschen aus Konfliktherden in Chancen wechselseitiger Ergänzung verwandeln. Der konsequente Weltbürger Comenius lud zu einer weltweiten "Allgemeinen Beratung" ein. Durch globale Zusammenarbeit wollte er drei friedenssichernde Institutionen schaffen: ein politisches Weltfriedensgericht, eine Vereinigung aller Gelehrten und Wissenschaftler sowie eine Ratsversammlung aller Konfessionen und Religionen - Gedanken und Ideen, die auch heute noch Impulse für den Frieden geben können.
Das Kolloquium steht unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen und wird unter anderem von der Deutschen Comenius-Gesellschaft e.V. gefördert. Mit der Veranstaltung wird Prof. Dr. Dr. h. c. Heinrich Beck anlässlich seines 75. Geburtstags geehrt. Er richtete am Bamberger Lehrstuhl Philosophie I die "Forschungsstelle für Interkulturelle Philosophie und Comeniusforschung" ein.
13. bis 16. April 2004, jeweils von 9.00 bis 13.15 Uhr und 15.00 bis 19.15 Uhr
Renaissancesaal im Schloss Geyerswörth, Geyerswörthstr. 3, Bamberg
Kontakt: Prof. Dr. Dr.h.c. Erwin Schadel, Markusplatz 3, 96045 Bamberg
Tel.: 0951-863-1891 bzw. 09131-59946
E-Mail: erwin.schadel@ppp.uni-bamberg.de
http://www.uni-bamberg.de/ppp/philosophie/jac.html
Criteria of this press release:
History / archaeology, Philosophy / ethics, Religion, Social studies
transregional, national
Miscellaneous scientific news/publications, Scientific conferences
German

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