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Wissenschaft
DBU förderte Materialkreisläufe im Baubereich
Osnabrück. Bei „Skyscraper“ dürften die meisten an Wolkenkratzer in New York denken. Was sich hinter „Woodscraper“ verbirgt, ist vermutlich weniger bekannt: In Wolfsburg entsteht genau das – und sorgt für Staunen. Es handelt sich um architektonisch anspruchsvolle Hochhäuser mit einem Tragwerk aus Massivholz – und damit einer eingebauten Zukunftskomponente: Denn die verwendeten nachwachsenden Materialien sowie deren Verbindungen sollen später im Materialkreislauf gehalten werden, etwa bei einem Umbau. Und: Ein Abriss soll dank flexibler Grundrisse vollends ausgeschlossen sein. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat das begleitende Forschungsprojekt gefördert. Es wird heute (Freitag) in Berlin vom Architekturbüro Partner und Partner vorgestellt.
Holzbau senkt Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor
Holz gewinnt in der Baubranche immer mehr an Bedeutung. „Die Woodscraper setzen innovative Maßstäbe für nachhaltiges Bauen und Wohnen“, sagt Architektin Sabine Djahanschah, Leiterin des DBU-Fachreferats Zukunftsfähiges Bauwesen. „Ressourcen- und klimaschonende Architektur so zu kombinieren, ist zukunftsfähig.“ Das liegt zum großen Teil an den klimapositiven Eigenschaften des Baustoffs Holz. Denn indem Bäume während ihres Wachstums Kohlendioxid (CO2) aus der Luft als gebundenen Kohlenstoff im Holz einlagern, wird dieses zur natürlichen CO2-Senke. „Das Verbauen von Holz zahlt unweigerlich auf die Einsparziele von Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor ein“, so Djahanschah. Eine Entlastung, die nach Einschätzung von Fachleuten dringend notwendig ist: Kürzlich mahnte der Expertenrat für Klimafragen, dass mit Blick auf das Erreichen der von Deutschland angestrebten Klimaneutralität bis 2045 stärkere Anstrengungen unter anderem bei Gebäuden vonnöten sind.
Woodscraper als Rohstofflager
Zudem lässt sich Holz der Architektin zufolge hervorragend wieder- oder weiterverwenden. Die seitens der DBU geförderte kreislauforientierte Planungsstrategie in Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen konnte das belegen – bei allen verwendeten Materialien und Konstruktionen. Djahanschah: „Daher dienen die entstehenden Woodscraper nicht nur als Modell, sondern auch als Rohstofflager für nachhaltiges Bauen der Zukunft.“ Die Ambitionen des Architekturbüros und seiner Kooperationspartner sind hoch, aber umsetzbar – das wurde bei der Vorstellung der Forschungsergebnisse deutlich. „Wir konnten Holzverbindungen entwickeln, die sich bei einem Um- oder notfalls Rückbau zerstörungsfrei demontieren lassen“, sagt Jörg Finkbeiner, Geschäftsführer von Partner und Partner Architektur. Und weiter: „So können Baumaterialien wiederverwendet oder sortenrein in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden.“ Der Start zum Bau des Wolfsburger Woodscrapers erfolgte im Oktober 2024. Bauherrin ist die sozial-ökologische GLS Bank, Projektentwickler die Unternehmensgruppe Krebs.
Woodscraper-Modell auf der Woche der Umwelt 2024 im Park von Schloss Bellevue
Das begleitende Forschungsprojekt zu den Wolfsburger Holzhochhäusern steuerte das Berliner Büro Partner und Partner Architektur in Kooperation mit den Unternehmen ee concept in Darmstadt und Caala in München sowie mit der Technischen Universität Berlin und dem Natural Building Lab (NBL). Das von der DBU mit rund 444.000 Euro geförderte Vorhaben ist eine Blaupause dafür, wie die Bauindustrie nachhaltiger und umweltfreundlicher werden kann. Das NBL präsentierte ein Woodscraper-Modell zum ersten Mal der Öffentlichkeit auf der „Woche der Umwelt 2024“, zu der im Juni vergangenen Jahres Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und die DBU eingeladen hatten. Das Holzgebäude-Modell war eine der Stationen beim Bundespräsidenten-Rundgang.
https://www.dbu.de/news/hoch-hinaus-mit-holz-woodscraper-in-wolfsburg/ Online-Pressemitteilung
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (l.) und Jörg Finkbeiner, Geschäftsführer von Partner und Pa ...
Peter Himsel/DBU
Criteria of this press release:
Journalists
Construction / architecture, Energy, Environment / ecology, Materials sciences
transregional, national
Research results
German
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