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04/01/2025 10:41

Die Berufsbildung entdeckt Europa

Andreas Pieper Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

    Immer mehr Auszubildende verbringen einen Teil ihrer Ausbildung im europäischen Ausland. Dies zeigt eine aktuelle Untersuchung der Nationalen Agentur beim BIBB. 2024 erhielten rund 37.000 Auszubildende (+45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) ein entsprechendes Erasmus+-Stipendium.

    Deutlich mehr Auszubildende nutzen Auslandsaufenthalte in Europa

    Erasmus+ boomt. Das zeigt sich vor allem in der Berufsbildung. 2024 erhielten rund 37.000 Auszubildende die Chance, mit Hilfe eines Erasmus+-Stipendiums während ihrer Ausbildung ein Praktikum im europäischen Ausland zu absolvieren. Im Vergleich zu 2023 entspricht dies einem Anstieg um 45 Prozent, und es stellt die höchste seit 1995 erreichte Zahl an Teilnehmenden dar. Dies zeigen neueste Daten der Nationalen Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB).

    Insgesamt standen 2024 in Deutschland rund 99 Mio. Euro für Auslandsaufenthalte in der Berufsbildung zur Verfügung. Dabei rücken junge Menschen mit geringeren Startchancen stärker in den Blickpunkt. Ihnen soll der Zugang zu Erasmus+ erleichtert werden. Mit Erfolg: 2024 zählten bereits 18 Prozent der geförderten Stipendiaten zu dieser Zielgruppe.

    Wichtiger Baustein einer attraktiven Berufsbildung

    Wie wichtig Auslandspraktika als Baustein für eine hochwertige und attraktive Berufsausbildung sowohl für Betriebe als auch für Berufsschulen geworden sind, unterstreicht BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser: „Jungen Menschen den Blick über den Tellerrand hinaus für neue Horizonte zu eröffnen, stärkt ihre fachlichen und persön¬lichen Kompetenzen und sensibilisiert für gesellschaftliche Diversität und Vielfalt. Dabei spielt es keine Rolle, welche Voraussetzungen die Auszubildenden mitbringen. Erasmus+ eröffnet allen Interessierten neue Chancen und stärkt die Botschaft: ‚Wir sind Europa‘.“

    Insgesamt haben bereits 885 Ausbildungseinrichtungen dieses Potenzial erkannt und nutzen durch eine Art Mitgliedschaft bei Erasmus+ die Chance, langfristig integrierte Auslandsaufenthalte während der Ausbildung anzubieten. Diese sogenannte Akkreditierung erleichtert den Zugang zu Fördermitteln und unterstützt die Einrichtungen, berufliche Auslandsaufenthalte strategisch in ihrem Angebot zu verankern. Neben der Akkreditierung ist eine Förderung von Projekten mit kürzeren Laufzeiten weiterhin möglich. 2024 konnten rund 110 derartige Projekte realisiert werden.

    Auch Lehrkräfte erweitern zunehmend ihren Horizont

    Nicht nur Berufsschülerinnen und -schüler, sondern auch die Lehrkräfte und das Ausbildungspersonal qualifizieren sich zunehmend über Erasmus+ im Ausland. Das tun sie, indem sie beispielsweise fachspezifische Fortbildungskurse besuchen, eine Lehrtätigkeit ausüben oder in beruflichen Schulen hospitieren. Mehr als 9.000 von ihnen erhielten 2024 eine Förderzusage, 21 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Ausbilderinnen und Ausbilder in den Betrieben sowie die Lehrenden an Berufsschulen sind die eigentlichen Möglichmacher von Erasmus+. Sie stellen in der Regel die Anträge auf Projektförderung, treffen Absprachen mit den Partnerbetrieben im Ausland und bereiten die Auszubildenden auf ihre Auslandsaufenthalte vor. Dank ihres Einsatzes sind Auslandspraktika zunehmend Teil der strategischen Ausrichtung von Ausbildungseinrichtungen, was die Internationalisierung der Berufsbildung fördert.

    Umfassende Beratungsangebote

    Um Projektideen finanzieren zu können, stellt Erasmus als größtes EU-Förderprogramm für den Zeitraum 2021 bis 2027 insgesamt 28,4 Milliarden Euro zur Verfügung, davon mindestens 4,3 Milliarden Euro für die berufliche Bildung. Umgesetzt wird das Programm in Deutschland von der Nationalen Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung. Die nächste Antragsfrist ist der 1. Oktober 2025.

    Interessierte Ausbildungsbetriebe, Kammern oder berufliche Schulen können sich an die NA beim BIBB (http://www.na-bibb.de) oder andere Beratungsstellen wenden. Mit den „Erasmus+-Beratenden Berufsbildung“ wurde dazu eigens ein Netzwerk an regionalen Beratungsstrukturen geschaffen. Eine Übersicht über Kontakte in den jeweiligen Regionen findet sich unter NA beim BIBB: Netzwerk der Erasmus+ Beraterinnen und Berater.

    Auf http://www.auslandsberatung-ausbildung.de können sich Mitarbeitende in Betrieben, Berufsschulen, Kammern oder Kreishandwerkerschaften umfassend zu Auslandsaufent-halten während der Ausbildung informieren. Eine Datenbank bietet zudem einen Überblick aller Stipendienprogramme in der beruflichen Bildung, beispielsweise über das nationale, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierte Förderprogramm http://www.ausbildung-weltweit.de.

    Für Auszubildende sowie Berufsschülerinnen und -schüler steht darüber hinaus die Website http://www.meinauslandspraktikum.de mit Erfahrungsberichten und allen wichtigen Informationen rund um Auslandspraktika während der Ausbildung zur Verfügung.

    Eine Infografik zur Entwicklung der Mobilitätszahlen in Erasmus+ finden Sie unter http://www.bibb.de/pressefotos

    Kontakt:
    Dr. Gabriele Schneider; gabriele.schneider@bibb.de

    Bei Abdruck Belegexemplar erbeten.


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    Criteria of this press release:
    Journalists
    interdisciplinary
    transregional, national
    Research results, Transfer of Science or Research
    German


     

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