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Wissenschaft
Ob Problemlösekompetenz, Eigeninitiative oder Digitale Kollaboration: Sogenannte Future Skills gehören zu den Kompetenzen, die für eine Teilhabe an Arbeitsmarkt und Gesellschaft immer wichtiger werden. Ein DatenCHECK des CHE bietet nun erstmals für 30 Studienfächer bzw. Fächergruppen einen deutschlandweit einzigartigen Überblick darüber, wie unterschiedlich Future Skills im Studium gefördert werden, etwa in Bezug auf Kollaboration. Besonders weit sind insgesamt die Fächer Informatik, Pflegewissenschaft und Romanistik.
Einige grundlegende Future Skills in allen Fächern bereits gut verankert
In allen 30 untersuchten Fächern gibt die Mehrheit der Professor*innen an, kritisches Denken und Problemlösekompetenz „stark“ oder „sehr stark“ zu fördern. Der Anteil reicht dabei – je nach Fach – von 78 bis 99 Prozent für kritisches Denken und 71 bis 99 Prozent für Problemlösekompetenz. Auch Urteilskompetenz, Eigeninitiative, Selbstorganisations- und Lernkompetenz werden nach Einschätzung der Professor*innen in allen untersuchten Studienfächern bereits häufig in der Lehre adressiert. Besonders umfassend fallen die Future°Skills-Profile in den Fächern Informatik, Pflegewissenschaft und Romanistik aus: In diesen Fächern gibt die Mehrheit der Professor*innen an, eine Vielzahl sowohl nicht-digitaler als auch digitaler Future Skills gezielt zu fördern.
„Unsere Daten zeigen, dass einzelne grundlegende Future Skills in der Hochschullehre bereits eine wichtige Rolle spielen“, bilanziert Nina Horstmann, Expertin für Future Skills beim CHE und Autorin der Analyse.
Deutliche Fächerunterschiede bei vielen Future Skills
Trotz dieser insgesamt hohen Verbreitung bestimmter Kompetenzen zeigt sich bei vielen anderen Future Skills ein stark heterogenes Bild. So wird Kollaboration im Fach Pflegewissenschaft von 89 Prozent der Professor*innen besonders gefördert. In der Rechtswissenschaft sind es dagegen nur 18 Prozent. Dialog- und Konfliktkompetenz hat in der Sozialen Arbeit einen besonders hohen Stellenwert, während in den meisten ingenieurwissenschaftlichen Fächern vergleichsweise häufig Innovationskompetenz gefördert wird.
„Die unterschiedlichen Fächerprofile weisen darauf hin, dass sich die Förderung von Future Skills an den Anforderungen typischer Berufsfelder orientiert“, so Horstmann weiter. „Für die Curriculumsentwicklung ist das eine zentrale Erkenntnis, um fachbezogen über die Priorisierung von Future Skills zu diskutieren.“
Digitalkompetenzen seltener gefördert – aber auch hier Fächerunterschiede
Insbesondere bei den Digitalkompetenzen zeigt sich noch ein deutlicher Entwicklungsbedarf. Diese werden aus Professor*innensicht im Vergleich zu einigen nicht-digitalen Future Skills insgesamt seltener gefördert, doch auch hier finden sich bedeutsame Fächerunterschiede. Die Informatik liegt in der Zusammenschau der fünf untersuchten Digitalkompetenzen (Digital Literacy, Digitale Kollaboration, Digitales Lernen, Digitale Ethik, Agiles Arbeiten) klar an der Spitze. Aber auch in Wirtschaftsinformatik, Physik, Pflegewissenschaft und Romanistik spielen digitale Kompetenzen bereits eine größere Rolle.
Über die Studie
Die Ergebnisse basieren auf drei Erhebungswellen im Rahmen des CHE Hochschulrankings 2023, 2024 und 2025. Insgesamt wurden rund 9.000 Professor*innen der rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen, mathematisch-naturwissenschaftlichen, medizinischen, ingenieur- und geisteswissenschaftlichen Fächer an deutschen Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaften/Fachhochschulen und Dualen Hochschulen online befragt. Untersucht wurde die Förderung von insgesamt 22 nicht-digitalen und digitalen Future Skills in 30 Studienfächern bzw. Fächergruppen. Die Befragungen fanden zwischen Dezember 2022 und Januar 2025 statt.
Die erste Publikation „Bildung für die Zukunft? Förderung von Future Skills in der Hochschullehre“ erschien 2023. Die zweite Publikation DatenCHECK 4/2024 „Future Skills in der Hochschullehre: Relevanz und Umsetzungsstand im Fächervergleich“ – wurde 2024 auf hochschuldaten.de veröffentlicht. Autorin des DatenCHECKs „Future Skills in der Hochschullehre: Umsetzungsstand im Fächervergleich (2026)“ ist Nina Horstmann.
Über das CHE:
Das CHE ist ein führender Think Tank für die Hochschullandschaft mit mehr als 30 Jahren Erfahrung. Im deutschen Hochschulsystem ist der Ansatz des CHE einzigartig: Es kombiniert empirische Evidenz, Lösungsentwicklung und Umsetzung unter einem Dach. Der Sitz der gemeinnützigen Einrichtung ist in Gütersloh. Gesellschafter sind die Bertelsmann Stiftung und die Hochschulrektorenkonferenz.
Dr. Nina Horstmann
Senior Expert Empirische Methoden
CHE Centrum für Hochschulentwicklung
Tel. 05241 9761-64
E-Mail nina.horstmann@che.de
Horstmann, Nina: DatenCHECK 1/2026: Future Skills in der Hochschullehre: Umsetzungsstand im Fächervergleich (2026), CHE, Gütersloh – veröffentlicht am 13. Januar 2026 auf www.hochschuldaten.de
https://hochschuldaten.che.de/future-skills-in-der-hochschullehre-2026/ - Link zur Publikation
Criteria of this press release:
Journalists, Scientists and scholars, Students, Teachers and pupils, all interested persons
interdisciplinary
transregional, national
Research results, Studies and teaching
German

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