idw - Informationsdienst
Wissenschaft
Am Montag, 5. Januar 2026 haben sieben Senior*innen aus dem Hammer Stadtgebiet den Campus Hamm der Hochschule Hamm-Lippstadt besucht, um an einer Studie der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Katharina Meyer und von Prof. Dr.-Ing. Petra Rolfes-Gehrmann, Studiengangsleiterin "Product Development and Business Studies", teilzunehmen. In dieser geht es um den Einsatz von Augmented Reality (AR), einer Technologie, die digitale Informationen wie Bilder oder 3D-Modelle in Echtzeit in die reale Welt bringt, als spielerische Präventions- und Rehabilitationsanwendung für ältere Menschen.
Durchgeführt wurde die Studie im digitalen Therapielabor der HSHL, in dem neuartige digitale Therapiemöglichkeiten speziell für die motorische Neurorehabilitation entwickelt werden. Nach einer kurzen Einführung konnten die Gäste mittels AR-Brille zwei Spiele ausprobieren, die von Katharina Meyer selbst entworfen wurden. Diese sind darauf ausgelegt, die körperliche und geistige Aktivität zu steigern. So mussten beispielsweise in einer gewissen Zeitspanne möglichst viele virtuelle Seifenblasen mit gezielten Handbewegungen und Schritten im Raum zum Platzen gebracht werden. Schnell zeigte sich, dass dieser spielerische Ansatz, die sogenannte "Gamification", auf positive Resonanz bei den Teilnehmenden stößt. "Das hat wirklich viel Spaß gemacht", so die einstimmige Meinung der Besucher*innen. Abschließend mussten sie dann noch einen Fragebogen zur Nutzer*innenakzeptanz ausfüllen, um die beiden Spiele im Hinblick auf Verständlichkeit, Bedienbarkeit, wahrgenommene körperliche Aktivierung und das Spielerlebnis zu bewerten. Die Gesamtbewertung erreichte im Mittel 9,3 von 10 Punkten.
Augmented Reality als digitale Therapie im Alter
Das Ziel der Studie ist die Entwicklung einer kostengünstigen, nutzer*innenzentrierten AR-Therapieanwendung für Senior*innen, die sich für den Heimgebrauch eignet. "Der demographische Wandel kann nur dann funktionieren, wenn wir möglichst gesund altern", sagt Prof. Rolfes-Gehrmann. "Unsere professionellen, aber auch sehr teuren, digitalen Therapiegeräte haben uns gezeigt, wie die Neuroplastizität, die dynamische Anpassungsfähigkeit unseres Gehirns, durch die Kombination aus visuellem, kognitivem und motorischem Training verbessert werden kann. Wir möchten mit unseren spielerischen Ansätzen, diese Fähigkeiten bis ins hohe Alter trainieren, um neurologische Erkrankungen vorzubeugen." Besonderes Augenmerk läge dabei auf der Berücksichtigung der Wünsche und Bedürfnisse potenzieller Anwender*innen.
Die Ergebnisse der Untersuchung wird Katharina Meyer im März dieses Jahres auf der 15. World Conference of the International Society for Gerontechnology (ISG) in Vancouver, Kanada, mit ihrem Fachartikel "Playful Home-Based AR Applications: Increasing Physical Activity in the Elderly for Prevention and Rehabilitation" (dt. "Spielerische AR-Anwendungen für den häuslichen Bereich: Steigerung der körperlichen Aktivität älterer Menschen zur Prävention und Rehabilitation") vorstellen. Die Konferenz steht diesmal unter dem Motto "Empowering Aging with Gerontechnology" (dt. "Selbstbestimmtes Altern durch Gerontechnologie fördern").
Kooperation von Stadt und HSHL
Möglich gemacht hatte den Termin Laura Bisinger von der Fachstelle Leben im Alter der Stadt Hamm. Vorausgegangen war ihm eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Stadtverwaltung und der Hochschule, die im vergangenen Jahr geschlossen wurde und vorsieht, älterwerdenden Menschen einen besseren Zugang zu den Angeboten am Campus zu ermöglichen. Die Auftaktveranstaltung mit Laborführungen fand am 11. November 2025 am Campus Hamm statt. "Solche und ähnliche Experimente sollen auch zukünftig in Kooperation mit der HSHL stattfinden", heißt es seitens der Fachstelle. Der nächste Einsatz der AR-Brillen der HSHL soll bereits im Rahmen des Klön-Cafés der Hammer Senior*innen am 4. März 2026 stattfinden.
Prof. Dr.-Ing. Petra Rolfes-Gehrmann
+49 (0)2381 8789-521
petra.rolfes-gehrmann@hshl.de
Mittels AR-Brillen konnten die Senior*innen im Rahmen der Studie ihre Geschicklichkeit testen
Source: Marc Hidding
Copyright: HSHL
Criteria of this press release:
Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars, all interested persons
Medicine, Nutrition / healthcare / nursing, Social studies
transregional, national
Research projects, Scientific Publications
German

You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.
You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).
Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.
You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).
If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).