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01/14/2026 09:59

Neue Erkenntnisse zum Wiederausbruch von Bürgerkriegen

Elisabeth Waczek Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
PRIF – Peace Research Institute Frankfurt / PRIF – Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung

    Frankfurt am Main, 14.01.2026: Wie gelingt es, nach Bürgerkriegen nachhaltig Frieden zu sichern? Mit dieser zentralen Frage der Friedensforschung befasst sich die neue Monografie von Thorsten Gromes „Sustaining Peace After Civil War“. Der Autor untersucht 48 beendete Bürgerkriege und zeigt unter anderem, wie Nachkriegsordnungen die Wahrscheinlichkeit eines Wiederausbrechens beeinflussen. Die Ergebnisse der Studie besitzen hohe praktische Relevanz für friedensschaffende und -erhaltende Missionen.

    Seit Jahrzehnten machen innerstaatliche Konflikte einen Großteil der bewaffneten Auseinandersetzungen weltweit aus, und bei vielen Konflikten handelt es sich um Kriege, die erneut ausgebrochen sind. Die Frage, wie ein nachhaltiger Frieden nach Bürgerkriegen erreicht werden kann, ist daher von hoher Bedeutung.

    Im soeben veröffentlichten Buch „Sustaining Peace After Civil War” untersucht Thorsten Gromes 48 Bürgerkriege, die zwischen 1990 und 2009 beendet wurden. Die Studie erfasst vor allem, wie militärische Macht während und nach den Bürgerkriegen verteilt ist und inwieweit die Konfliktparteien ihre politischen Forderungen umsetzen konnten. Ein stabiler Frieden ist unwahrscheinlicher, wenn das militärische Kräfteverhältnis zwischen den Konfliktparteien stark von der Verteilung politischer Vorteile abweicht.

    Zu den weiteren Einsichten der Studie zählt, dass Friedensabkommen mindestens so effektiv wie militärische Siege darin sind, für stabilen Frieden zu sorgen. Nach bloßen Waffenstillständen ist der erneute Ausbruch des Konflikts dagegen wahrscheinlicher.

    Die Monografie geht auf die Habilitationsschrift von Thorsten Gromes zurück, die von Christopher Daase und Jonas Wolff (beide Goethe-Universität Frankfurt/PRIF) sowie Thorsten Bonacker (Philipps-Universität Marburg) begutachtet wurde.

    In seinem Gutachten lobt Thorsten Bonacker den Mehrwert für die Forschung zu Bürgerkriegen: „Insgesamt … liefert die Habilitationsschrift substanzielle und weitreichende Erkenntnisse zur (In)Stabilität des Friedens nach dem Ende innerstaatlicher Gewalt, die in Bezug auf den Forschungsstand, die Methodendiskussion im Rahmen der vergleichenden Forschung sowie die Theorieentwicklung in der Bürgerkriegsforschung deutlich über den derzeitigen Stand hinausweisen.“

    „Die Habilitationsschrift … ist in mehrerlei Hinsicht innovativ und herausragend“, so Christopher Daase in seinem Gutachten. „Sie bietet … eine Vielzahl neuer und wichtiger Erkenntnisse zu Fragen, die gleichermaßen politisch wie wissenschaftlich hochumstritten sind. Gromes geht dabei theoretisch so umsichtig und methodisch so gewissenhaft vor, dass seine Analyseergebnisse die Bürgerkriegsforschung nachhaltig beeinflussen und voranbringen werden.“

    Pressekontakt

    Elisabeth Waczek, Referentin für Wissenstransfer
    PRIF – Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung
    Telefon: +49 69 959104-65
    presse@prif.org

    Über den Autor

    Dr. habil. Thorsten Gromes ist Projektleiter am PRIF im Programmbereich Innerstaatliche Konflikte. Seine Forschung konzentriert sich auf Nachbürgerkriegsgesellschaften und sogenannte humanitäre militärische Interventionen.

    Über das Buch

    „Sustaining Peace After Civil War. Insights from 48 Recent Cases“ geht auf die Habilitationsschrift von Thorsten Gromes zurück. Die Habilitationsschrift ist im Rahmen eines Projekts entstanden, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wurde. Das Buch ist im Dezember 2025 in der Reihe „Studien des Leibniz-Instituts für Friedens- und Konfliktforschung“ bei Springer VS erschienen.

    Über das PRIF – Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung

    Das PRIF – Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung ist eines der führenden Friedensforschungsinstitute in Europa. Es wurde 1970 als eine vom Land Hessen und Bund geförderte Stiftung öffentlichen Rechts gegründet. Ziel des Instituts ist es, die Ursachen internationaler und innerstaatlicher Konflikte zu analysieren und Lösungen zu entwickeln. Das Institut ist in zahlreichen nationalen und internationalen Forschungsverbünden aktiv. Seit 2009 ist das PRIF Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Das PRIF verbindet interdisziplinäre Grundlagenforschung mit dem Transfer von Wissen in Politik, Medien und Gesellschaft.
    https://www.prif.org/ | Blog: http://blog.prif.org/


    Original publication:

    https://doi.org/10.1007/978-3-032-11710-6


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    Criteria of this press release:
    Journalists, Scientists and scholars, Students, Teachers and pupils
    Politics, Social studies
    transregional, national
    Research results, Scientific Publications
    German


     

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